Friedrich Wilhelm Ernst von Knobelsdorff

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Freiherr Friedrich Wilhelm Ernst von Knobelsdorff (* 28. Januar 1752 in Berlin; † 19. April 1820 ebenda) war ein preußischer Generalleutnant und Diplomat.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammte dem Uradelsgeschlecht von Knobelsdorff. Seine Eltern waren der Oberstleutnant Karl Gottlob von Knobelsdorff (* 1705; † 31. Januar 1757) und Philippine Sophie Krug von Nidda († 22. April 1766).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knobelsdorff kam am 7. Mai 1764 als Kadett nach Berlin. Von dort wurde er am 1. März 1765 in die Ecole militaire geschickt. Am 12. März 1771 kam er als Gefreitenkorporal in das Regiment der Garde. Dort wurde er am 19. August 1771 Fähnrich und am 5. April 1776 Seconde-Lieutenant. Er nahm auch am Bayrischen Erbfolgekrieg 1778/79 teil. Bereits zuvor war König Friedrich II. auf ihn aufmerksam geworden. 1781 schickte Knobelsdorff einen Plan für die verbesserte Ausbildung der Infanterie an den König, der sich am 14. August 1781 bedankte. Auch in den nachfolgenden Jahren schickte er verschiedene Berichte an den König.

Am 3. April 1783 stieg Knobelsdorff zum Premier-Lieutenant auf und wurde am 21. November 1788 Stabshauptmann. König Friedrich Wilhelm II. erkannte seine diplomatischen Fähigkeiten und schon am 9. Januar 1790 wurde er als preußischer Gesandter an die Hohe Pforte nach Konstantinopel geschickt; sein Beglaubigungsschreiben datierte vom 20. Januar 1790. Er konnte bereits am 25. Januar 1790 einen Allianzvertrag zwischen Preußen und der Hohen Pforte abschließen. Am 28. Februar 1790 wurde er zum Major befördert. Am 10. April 1798 erhielt er die Erlaubnis, die Gardeuniform zu tragen. Am 2. Juli 1798 wurde er Oberstleutnant und am 28. Juni 1799 Oberst.

Am 20. Oktober 1804 wurde Knobelsdorff zum Generalmajor ernannt, zudem wurde er zum französischen Kaiser Napoleon sowie zu Marschall Bernadotte geschickt, der zu dieser Zeit die französische Armee in Hannover kommandierte. Am 11. Januar 1805 kam er als Gesandter mit besonderem Auftrag nach Den Haag, blieb aber weiter Gesandter in Konstantinopel. Am 24. Januar 1805 erhielt er sein Patent als Generalmajor. Vom 11. November 1805 bis zum 25. Dezember 1805 war er außerordentlicher Gesandter in Paris. Nach seiner Rückkehr wurde er am 21. August 1806 erneut nach Paris geschickt, denn das Verhältnis zwischen Frankreich und Preußen war sehr gespannt. Der bisherige Gesandte Girolamo Lucchesini wurde abberufen und Knobelsdorff überbrachte ein persönliches Schreiben König Friedrich Wilhelms III. an Napoleon.

Nach der preußischen Niederlage im Vierten Koalitionskrieg folgte er dem König nach Königsberg in Preußen. Am 7. Dezember 1806 erhielt er den Auftrag, beim König zu bleiben. Im März 1809 wurde er als Gesandter nach Amsterdam geschickt. Aber als am 1. Juli 1810 das Königreich Holland in das Kaiserreich Frankreich eingegliedert wurde, wurde die preußische Gesandtschaft aufgelöst und Knobelsdorff kehrte nach Berlin zurück. Am 20. Januar 1813 erhielt er seinen Abschied und dazu 1.200 Taler Pension. Er wurde dann aber dem gefangenen König von Sachsen Friedrich August als Gesellschafter beigegeben. Dafür wurde am 12. April 1813 seine Pension auf 2.000 Taler erhöht. Nach dem Krieg wurde er am 1. April 1818 zum Generalleutnant ernannt. Er starb am 19. April 1820 in Berlin.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er heiratete am 31. Januar 1791 in Pera bei Konstantinopel die Baroness Jeannette Philippine Hermine van Dedern to de Geldern (* 28. Oktober 1772; † 6. Januar 1860), Tochter des niederländischen Gesandten bei der Hohen Pforte. Das Paar hatte mehrere Kinder:

  • Friedrich Wilhelm Konstantin (* 25. Februar 1792; † 4. Dezember 1832)[1], Ritter des Johanniter-Ordens, preußischer Gesandter, Ministerresident in Krakau ∞ Henriette Wilhelmine Goßler († 17. Januar 1851)
  • Johanna (* 6. Oktober 1796; † 15. Juni 1852) ∞ Graf Gerhard van Schimmelpenninck (* 25. Februar 1794; † 4. Oktober 1863), niederländischer Gesandter
  • Anton Friedrich Gisbert Konstantin (* 16. Mai 1797; † 2. Januar 1853), Niederländischer Kammerherr, preußischer Rittmeister a. D. ∞ 1829 Luise von Schuilenburg
  • Wilhelm Anton Adrian Konstantin (* 30. September 1802; † 18. November 1868), preußischer General, Adjutant der Prinzen Friedrich von Preußen
  • Friedrich (Fritz) Wilhelm Adrian Karl (* 4. Oktober 1810; † 1855), niederländischer Kammerherr ∞ Konradine WilhelmineVos van Steenwyk van Essen (* 11. Juni 1814)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sein Grab befindet sich auf den Dorffriedhof Schöneiche bei Berlin, Bild.