Fritz Arnold (Maler)

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Zeichnung von Fritz Arnold

Fritz Arnold (* 3. Oktober 1883 in Neunkirchen (Saar); † 25. Oktober 1921 ebenda) war neben seinem Beruf als Bergmann und Maschinensteiger als Autodidakt künstlerisch tätig.

Die Wiederentdeckung des grafischen Werks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Kermer, Kunsthistoriker und ehemaliger Rektor der Stuttgarter Kunstakademie, erwarb vor einigen Jahren die lange verschollen geglaubten Grafikzyklen von Fritz Arnold und überließ sie im Juni 2010 der Städtischen Galerie Neunkirchen als Schenkung. In der mit der Schenkung verbundenen Ausstellung wurden zum ersten Mal seit den 1930er Jahren wieder Werke Arnolds öffentlich ausgestellt. Präsentiert waren vier Bilderzyklen mit 46 Original-Federzeichnungen, die in den letzten Lebensjahren des Künstlers entstanden sind und als seine Hauptwerke gelten: Die Trilogie „Der Krieg, wie ich ihn sah“ (1917/18), „Die Bestie“ (1918/19), „Der Erlöser“ (1919/20) sowie Illustrationen zu einer Balladenfolge „Vor vier Jahrhunderten“ (1918) von Heinrich Schulde. In einer eindringlichen Bildsprache, die Arnold in die Nähe der großen Expressionisten stellt, thematisieren die Blätter der Zyklen-Trilogie die Schrecken des Ersten Weltkrieges und die Revolutionsereignisse von 1918/19. Fritz Arnold war einer der ersten, wenn nicht der erste Künstler, der sich in solcher Ausführlichkeit diesen Themen zuwandte. Sämtliche Arbeiten entstanden sozusagen in "Nebentätigkeit", denn Arnold war im Hauptberuf Maschinensteiger bei den Saarbergwerken in Saarbrücken und hatte niemals, obwohl es sein stärkster Wunsch gewesen war, eine künstlerische Ausbildung erfahren. Der zeitgenössischen Kritik galt er als stärkste graphische Begabung des Saargebiets.

Allein die Folge „Der Krieg, wie ich ihn sah“ war zu Lebzeiten Arnolds ausgestellt: So zeigte 1919 der renommierte Kunstsalon J. Littauer am Münchner Odeonsplatz den gesamten Zyklus und regte beim „Simplicissimus“ die Reproduktion mehrerer Blätter an. Zu einer Ausstellung auch der beiden anderen Zyklen kam es, obwohl von Jakob Littauer beabsichtigt, wegen der Erkrankung und des baldigen Tods von Fritz Arnold nicht mehr.

Mit der Schenkung Kermer gelangten zahlreiche, bio/bibliographisch relevante Dokumente, zudem ein in Pastellkreiden ausgeführtes Frauenporträt aus dem Nachlass des Künstlers an die Städtische Galerie Neunkirchen. Mehrere Werke, die sich noch lange im Besitz von Arnold-Erben befanden und von denen photographische Aufnahmen vorliegen, gelten inzwischen als verschollen.

Das Grab Fritz Arnolds und seiner Familie zählt zu den wenigen auf dem ehemaligen Neunkircher Hauptfriedhof Scheib erhaltenen Grabstätten und wird auf Initiative von Wolfgang Kermer seit 2007 von der Stadt Neunkirchen als Ehrengrab gepflegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Kermer: Ein Autodidakt aus dem Saargebiet: Der Neunkircher Fritz Arnold war Maler und Graphiker – Er starb 1921. In: Saarbrücker Zeitung, Nr. 297, 22./23. Dezember 2007
  • Wolfgang Kermer: Fritz Arnold: Das grafische Werk 1917–1920. Mit einem Vorwort von Nicole Nix-Hauck und einem Beitrag von Nina Pirro. Herausgegeben von der Städtischen Galerie Neunkirchen aus Anlass der Schenkung und Ausstellung „Fritz Arnold: Das grafische Werk 1917–1920“, Juni/August 2010. Saarbrücken: M & G · Medienagentur und Verlag, 2010 ISBN 978-3-941715-03-5[1]
  • Gerd Meiser: Neunkircher Künstler Fritz Arnold kehrt mit seinem Werk zurück: Zweite Schenkung durch Wolfgang Kermer. In: Saarbrücker Zeitung, 14. Juni 2010
  • Cathrin Elss-Seringhaus: Willkommen daheim: Fritz Arnold-Ausstellung: Neunkirchen zeigt das grafische Werk eines Vergessenen. In: Saarbrücker Zeitung, 25. Juni 2010
  • „Ein Glücksfall für die Stadt!“: Wolfgang Kermer übergibt zweite Schenkung – Zur Ausstellung „Fritz Arnold: Das grafische Werk 1917–1920“. In: Info-Brief Nr. 1, Juni 2010. Hrsg.: Förderkreis Städtische Galerie / Museum Neunkirchen e. V.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fritz Arnold – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, abgerufen am 27. Januar 2018