Friedrich Bacmeister

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Friedrich Bacmeister

Friedrich Bacmeister (* 4. August 1840 in Hannover; † 9. August 1886 in New York City) war ein deutscher Soldat und Seefahrer. In seiner Studentenzeit focht er über 100 Mensuren, eine auch für die damalige Zeit exorbitante Zahl.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolorierte Lithographie einer Göttinger Mensur: Bacmeister (rechts) c/a. Heinroth (1862)

Friedrich Bacmeister, Spross der hannoverschen Linie der weit verbreiteten Bacmeister-Familie, wurde als Sohn des Hauptmanns in der Königlich Deutschen Legion Johann Christian Bacmeister (1786–1859) und der Johanna von Finck (1802–1884) geboren. Zu Ostern 1860 begann er sein Studium der Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen, wo er dem Corps Hildeso-Guestphalia beitrat.[1] 1861 vorübergehend an der Universität Jena, wurde er auch im Corps Thuringia Jena aktiv.[1] Zum Sommersemester 1862 kehrte er nach Göttingen zurück. Zum Wintersemester 1863/64 wechselte er an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wo er sich noch dem Corps Nassovia Würzburg anschloss.[1] Um fortan Medizin zu studieren, kehrte er zum Wintersemester 1865/66 wieder nach Göttingen zurück. In jener Zeit erwarb er sich den Ruf eines außerordentlich guten Fechters, der gleichermaßen gut mit dem rechten und dem linken Arm fechten konnte.

Bacmeister soll über 100 Schlägerpartien gefochten haben. Durch die Luftangriffe auf Jena und den Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 lassen sich nur noch die Mensuren in Göttingen nachzeichnen. Nach neuesten Recherchen focht er in seiner Göttinger Zeit insg. 51 Schlägerpartien, ohne dass er einen Schmiss erhielt. Berücksichtigt man die Zeiträume in Würzburg und Jena, ist tatsächlich davon auszugehen, dass Bacmeister über 100 Partien gefochten hat.

Bacmeister ging Ostern 1866 nach Wien, um als Fechtmeister zu wirken. Im Sommersemester 1866 besuchte er Kneipen des Corps Saxonia Wien. Kurz nach der Schlacht bei Königgrätz verpflichtete er sich am 17. Juli 1866 für drei Jahre als Kadett im Infanterie-Regiment „Heinrich Freiherr von Heß“ Nr. 49. Es lag in Riva del Garda (1866/67), Salzburg (1868) und Wien (1869–1874). Nach seiner Entlassung am 6. Oktober 1869 war Bacmeister wieder Verkehrsgast bei Saxonia Wien, die ihm am 26. Oktober 1869 das Band verlieh.[2]

1870 trat er in die Preußische Armee. Er kämpfte als Unteroffizier im Deutsch-Französischen Krieg und erhielt das Eiserne Kreuz. Er emigrierte in die Vereinigten Staaten und heuerte in New York City auf einem Walfänger als Matrose an. Auf Dampfern wurde er Steuermann. Als einziger überlebte er einen Schiffsuntergang im Ärmelkanal.

1881 besuchte er seine kranke Mutter in Hannover. Die Spinnstube (der dortige Alte-Herren-Senioren-Convent) verabschiedete ihn auf Hannover Hauptbahnhof mit dem alten Studentenlied Bemooster Bursche zieh' ich aus.[3] Bacmeister starb unverheiratet und kinderlos mit 46 Jahren. Dem AHSC New York, der ihn als Obersteuermann mit Wohnsitz in Boston verzeichnete, vermachte er testamentarisch 900 Dollar.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Huss: Der Mann mit den 100 Mensuren. Fritz Bacmeister – Abenteurer und Corpsstudent. Studentenkurier 3–4/2007, S. 22 f.
  • Frank Huss: Fritz Bacmeister – Corpsstudent und Abenteurer. Einst und Jetzt, Bd. 53 (2008), S. 365–371. ISBN 978-3-87707-717-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kösener Korps-Listen 1910, 77, 76; 149, 440; 208, 288.
  2. Emil Savić: Blau–rot–gold. Erinnerungen eines Wiener Korpsphilisters. Wien 1903.
  3. Academische Monatshefte, Jg. I, Wintersemester 1884/85, Heft 11, S. 332 f.
  4. Academische Monatshefte, Jg. II, Sommersemester 1885, Heft 14, S. 49.