Fritz Reheis

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Fritz Reheis

Fritz Reheis (* 1949) ist ein deutscher Sozialwissenschaftler, Hochschullehrer und Sachbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fritz Reheis studierte für das Lehramt an Gymnasien in Sozialkunde, Deutsch, Geschichte, Pädagogik und Philosophie. Er ist zudem promovierter Soziologe und habilitierter Erziehungswissenschaftler. Seit 1978 engagierte er sich als Referent und Seminarleiter in der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Von 1983 bis 2007 unterrichtete er am Arnold-Gymnasium Neustadt bei Coburg. Seit 1988 war er zusätzlich Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen (Coburg, Jena, Erfurt und Bamberg). Anfang der 1990er Jahre war er maßgeblich beteiligt an der Ausbildung von Multiplikatoren für den Ethik-Unterricht in Thüringen. 2005 begann seine Tätigkeit am Lehrstuhl für Politische Theorie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Seit 2007 war er als Akademischer Oberrat Selbstständiger Fachvertreter für Didaktik der Sozialkunde, seit 2008 Privatdozent, seit 2011 Akademischer Direktor und seit November 2014 Professor. Er ging im April 2015 in den Ruhestand und ist noch als Lehrbeauftragter tätig. Er lebt in Rödental.

Fritz Reheis ist Mitglied und Mitarbeiter im Arbeitskreis politische Ökonomie, in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften, im Verein zur Verzögerung der Zeit und im Projekt Ökologie der Zeit der Evangelischen Akademie Tutzing. 2003 hat er zusammen mit Karlheinz Geißler, Ulrich Mückenberger und anderen in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik gegründet. Seine Arbeiten sind u. a. beeinflusst von Elmar Altvater, Friedhelm Hengsbach und Niko Paech.

Seit Anfang der 1990er Jahre gilt sein zentrales wissenschaftliches und publizistisches Interesse dem Umgang mit der Zeit, insbesondere den Gefahren der Beschleunigung und Entrhythmisierung der Lebenswelt. Er beschreibt die Gegenwart als beschleunigungskrank. Im Umgang des Menschen mit sich selbst, mit seinen Mitmenschen und mit der außermenschlichen Natur bleibe immer weniger Zeit zur Regeneration und zur Besinnung auf das, was wichtig ist. Mehr Aufmerksamkeit verdient auch der Aspekt der Nachhaltigen Entwicklung. Die Turbogesellschaft sei auf Dauer hochgradig zerstörerisch. Das zeige sich auch in der Turboschule, wo Kindern und Jugendlichen mit großem Druck Wissen eingepresst werde und Bildung in einem anspruchsvollen Sinn weitgehend auf der Strecke bleibe. Nötig sei eine Entschleunigung von Schule und Gesellschaft, die aber letztlich an eine fundamentale Veränderung unserer Wirtschaftsweise und insbesondere der Rolle des Geldes gekoppelt sei (siehe auch Kapitalismuskritik). Es komme darauf an, die zerstörerische Maßlosigkeit der Gelddynamik zu überwinden und im Sinne einer Solidarischen Ökonomie die Eigenzeiten und Rhythmen von Mensch, Gesellschaft und Natur zu respektieren.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]