Güher und Süher Pekinel

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Güher und Süher Pekinel (* 29. März 1951 in Istanbul) sind türkische Pianistinnen. Zusammen bilden die eineiigen Zwillingsschwestern ein Klavierduo von Weltruf.

Werdegang[Bearbeiten]

Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten sie im Alter von sechs Jahren. Drei Jahre später gaben sie ihr Orchesterdebüt mit der Philharmonie von Ankara, das vom Radio live übertragen wurde. Unter der Leitung von Yvonne Loriot in Paris nahmen sie ihr Studium auf, das sie später an der Musikhochschule mit August Leopolder in Frankfurt fortsetzten. Auf Einladung Rudolf Serkins arbeiteten sie am Curtis Institute of Music in Philadelphia, danach mit Claudio Arrau und Leon Fleisher in New York, wo sie an der Juilliard School bei Adele Marcus und gleichzeitig an der Frankfurter Musikhochschule ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ablegten. Als Solistinnen und als Duo gewannen sie zahlreiche internationale Wettbewerbe in Deutschland, Italien und in den USA, so etwa als Duo den ersten Preis beim „UNESCO World Music“-Wettbewerb als Vertreterinnen Deutschlands.

Eine für ihre berufliche Laufbahn wichtige Rolle spielte Herbert von Karajan, der sie 1984 zu den Salzburger Festspielen einlud, ihrer internationalen Karriere damit zum Durchbruch verhalf und sie stets unterstützte. Leonard Bernstein, Jacques Loussier und Bob James haben eigens für die Schwestern Klavierwerke umgeschrieben und arrangiert. Von da an konzertierten sie mit vielen bedeutenden symphonischen Orchestern, darunter Berliner Philharmoniker, Wiener Philharmoniker, New York Philharmonic Orchestra, Israel Philharmonic Orchestra, Philharmonia Orchestra London, Concertgebouw-Orchester Amsterdam, Royal Philharmonic Orchestra London, Tokyo Philharmonic Orchestra, Los Angeles Philharmonic und das Orchestra Sinfonica di Milano. Die Pekinels haben unter der Leitung bedeutender Dirigenten wie Zubin Mehta, Colin Davis, Neville Marriner, Riccardo Chailly, Paavo Järvi, Michel Plasson, Marek Janowski und Christoph von Dohnányi Konzerte gegeben.

Ihr Repertoire umfasst alle bekannten Werke für Piano-Duos von der Klassik bis zur Moderne.

Bildungsprojekte[Bearbeiten]

Die Schwestern Pekinel engagieren sich für drei gemeinnützige Bildungsprojekte.

Eines widmet sich der Förderung musikalischer Ausbildung nach internationalen Standards. Zu diesem Zweck initiierten sie das Programm „Young Musicians on World Stages“, das von der türkischen Firma TÜPRAŞ finanziert wird. Zwölf hoch begabte junge Musiker verschiedener Instrumentengattungen erhalten Stipendien, um ihre Studien in Europa fortzusetzen und die Gelegenheit zu nutzen, mit weltbekannten Musikern und Pädagogen zusammenzuarbeiten und an internationalen Wettbewerben mit den hochwertigsten İnstrumenten teilzunehmen. Für dieses Projekt erhielten die Schwestern 2011 den „Best Social Responsibility Award“.

Das zweite Projekt setzt sich für die Wiederaufnahme von Musikunterricht an türkischen Gymnasien ein. 2006 gründeten sie die „G&S Pekinel Musikabteilung“ am Tevitol, einem Internat für hochbegabte Schüler aus allen Teilen der Türkei.

Mit dem dritten Projekt verwirklichen die Schwestern ihren großen Wunsch der Anwendung des Orff'schen Schulwerks in der Türkei, ein Projekt, das Kreativität, Selbstbewusstsein und die analytischen Fähigkeiten von Kindern an Vor- und Grundschulen in der Türkei weiter ausbilden will und seit Ende 2010 vom türkischen Erziehungsministerium und der Orff-Stiftung mitgetragen wird.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Pekinels tragen seit 1991 den Titel „Ehrenbürgerinnen der Türkei“ und erhielten den Ehrendoktor-Titel der Boğaziçi Üniversitesi in Istanbul. Darüber hinaus wurde ihnen von der „İstanbul Culture and Arts Foundation“ 2013 der Ehrenpreis für ihr Lebenswerk verliehen.

Weblinks[Bearbeiten]