Riccardo Chailly

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Riccardo Chailly (1986)

Riccardo Chailly (* 20. Februar 1953 in Mailand) ist ein italienischer Dirigent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riccardo Chailly erhielt seine musikalische Grundausbildung von seinem Vater, dem Komponisten Luciano Chailly, bevor er am örtlichen Konservatorium in die Klasse von Franco Caracciolo eintrat. Er belegte Meisterkurse bei Piero Guarino in Perugia und Franco Ferrara an der Accademia Musicale Chigiana in Siena.

Sein Debüt gab Chailly bereits 1970 in Mailand. Der Dirigent Claudio Abbado holte den 21-Jährigen als seinen Assistenten und zweiten Dirigenten an die Scala. Ab 1974 war er an den großen Opernhäusern der Welt tätig, so dirigierte er regelmäßig in Chicago und 1977 in San Francisco. Von 1982 bis 1989 war er Chefdirigent des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin.

1985 debütierte er beim Concertgebouw-Orchester in Amsterdam, wo er anschließend von 1988 bis 2004 als Chefdirigent tätig war. Er dirigierte dort das Standardrepertoire, insbesondere die Symphonien von Mahler und Bruckner, aber erweiterte das Repertoire auch um zeitgenössische Werke und italienische Opern.

Seit 2005 war Riccardo Chailly Chefdirigent des Gewandhausorchesters Leipzig sowie Generalmusikdirektor der Oper Leipzig. 2008 legte er nach Differenzen, die durch den Leitungswechsel an der Oper entstanden, das Amt des Generalmusikdirektors nieder, verlängerte aber gleichzeitig seinen Vertrag als Gewandhauskapellmeister bis 2015. 2013 verlängerte er seinen Vertrag als Gewandhauskapellmeister bis 2020, beendete jedoch diesen Vertrag kurzfristig mit der Saison 2015/2016. Sein Nachfolger wird ab der Spielzeit 2017/2018 Andris Nelsons werden.[1]

Von Januar 2015 an wird er zusätzlich Musikdirektor der Mailänder Scala sein, als Nachfolger von Daniel Barenboim. Chailly gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart. Seine Amsterdamer Einspielungen sowie seine Aufnahmen mit dem Gewandhausorchester Leipzig werden weltweit hoch gelobt.

Riccardo Chailly war 1973 mit der argentinisch-italienischen Violinistin Anahi Carfi verheiratet, mit der er die 1974 geborene Tochter Luana hat, die Ehe wurde nach kurzer Zeit geschieden. In zweiter Ehe ist er seit 1982 mit Gabriella Terragni verheiratet.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufnahmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DVD: Mahler: Sinfonie Nr. 2, mit Christiane Oelze (Sopran), Sarah Connolly (Mezzo-Sopran), dem Gewandhausorchester zu Leipzig, MDR Rundfunkchor, Berliner Rundfunkchor und dem GewandhausChor, 2011, Accentus Music
  • DVD: Mahler: Sinfonie Nr. 4, mit Christina Landshamer (Sopran) und dem Gewandhausorchester zu Leipzig, 2012, Accentus Music
  • DVD: Mahler: Sinfonie Nr. 5, mit dem Gewandhausorchester zu Leipzig, 2013, Accentus Music
  • DVD: Mahler: Sinfonie Nr. 6, mit dem Gewandhausorchester zu Leipzig, 2013, Accentus Music
  • DVD: Mahler: Sinfonie Nr. 8, mit Erika Sunnegårdh (Sopran), Ricarda Merbeth (Sopran), Christiane Oelze (Sopran), Lioba Braun (Alt), Gerhild Romberger (Alt), Stephen Gould (Tenor), Dietrich Henschel (Bariton), Georg Zeppenfeld (Bass), dem Gewandhausorchester zu Leipzig, MDR Rundfunkchor, Chor der Oper Leipzig, GewandhausChor, Thomanerchor Leipzig, und dem GewandhausKinderchor, 2011, Accentus Music
  • DVD: Mahler: Sinfonie Nr. 9, mit dem Gewandhausorchester zu Leipzig, 2014, Accentus Music

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Riccardo Chailly: Das Geheimnis liegt in der Stille. Gespräche über Musik, Henschel Verlag, Leipzig 2015, ISBN 978-3-89487-944-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andris Nelsons soll 21. Gewandhauskapellmeister werden. Pressemitteilung vom 9. September 2015, Stadt Leipzig, Referat Kommunikation (PDF; 324 KB), abgerufen am 10. September 2015.
  2. Mendelssohn-Preis 2009. Abgerufen am 10. Februar 2009.
  3. Homepage Echo Klassik
  4. echoklassik.de - Preisträger 2015 abgerufen am 18. Oktober 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]