Günther Moewes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Günther Moewes (* 1935 in Hannover) ist ein deutscher Architekt, Wirtschaftswissenschaftler und Publizist.

Nach seinem Architekturstudium in Berlin und Hamburg war er zunächst in der Entwicklung kleinteiliger, „sanfter“ Baukastensysteme tätig – u. a. bei der deutschen Entwicklung des ursprünglich britischen „Brockhouse-Systems“, mit dem in Europa zwei Universitäten und über 120 Schulen gebaut wurden. Moewes forschte und lehrte seit 1966 an der Werkkunstschule Dortmund, von 1971 bis 2002 an der Fachhochschule Dortmund, deren Gründungsausschuss er vorsaß. Dort vertrat er das Lehrgebiet „Industrialisierung des Bauens“.

Seine Forschungen und Arbeiten zu einer ökologischen Industrialisierung des Bauens führten auch zu einer kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden ökonomischen Entwicklungen, insbesondere mit der wachsenden sozialen Ungleichverteilung. Ursachen sowohl für die ökologischen als auch sozialen Fehlentwicklungen sieht Moewes vor allem in einem falschen Verständnis von Arbeit und Wachstum, sowie in bestimmten Mechanismen von Kreditwirtschaft und Finanzmärkten. Diese drohten wieder in eine „Plutokratie“ zu führen, in eine Reichenherrschaft.

Moewes hat sich mit der Vermeidbarkeit von Finanzkrisen beschäftigt. Ursache von Finanzkrisen sind nach Moewes' Meinung nicht in erster Linie „Gier“ und „böse Banker“, sondern vielmehr die exponentielle Überentwicklung des privaten Verleih- und Spekulationskapitals, durch die die Überschuldung erst ausgelöst werde. Staatsverschuldung und Finanzkrisen könnten deshalb grundsätzlich nur eingedämmt werden, indem die privaten Großvermögen reduziert würden. Andernfalls könnte auch die Überschuldung nicht zurückgeführt werden und aller Abbau von Staatsschulden bliebe immer nur schuldeninternes Umwälzen auf Unternehmen und Haushalte.[1]

Seit 2014 schreibt Moewes Wirtschaftkolumnen und Gastbeiträge in der Frankfurter Rundschau. Zuvor schrieb er regelmäßige Gastartikel für die freiwirtschaftliche Zeitschrift Humane Wirtschaft (bis 2009 Humanwirtschaft).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher
  • Weder Hütten noch Paläste. Architektur und Ökologie in der Arbeitsgesellschaft. Birkhäuser, Basel / Berlin / Boston 1995, ISBN 3-7643-5106-3.
  • Geld oder Leben. Umdenken und unsere Zukunft nachhaltig sichern. Signum Wirtschaftsverlag, München / Wien 2004, ISBN 3-85436-363-X.
  • Dilettantismus oder Komplizenschaft? - und Das kleine Lexikon der ökonomischen Sprachtäuschung. pad-Verlag, Bergkamen 2012, ISBN 978-3-88515-246-0.
  • Arbeitswende. Die Überwindung des Beschäftigungsstaates. pad-Verlag, Bergkamen 2013, ISBN 978-3-88515-256-9.
Aufsätze, Artikel und Sonstiges
  • Die große Vereinseitigung. Funktionalismuskritik auf dem Werkbundtag 1968. In: werk und zeit, 11/1968 und 3/1982, Rias 13. Oktober 1968 und „Kunst und Handwerk“ 2/1969.
  • Der Beschäftigungsstaat. In: Deutsches Architektenblatt, Jahrgang 1996, Nr. 2.
  • Warum die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. (Erfurter Mairede 2005 auf der Hauptveranstaltung des DGB Thüringen.) In: Humane Wirtschaft [2]
  • Über Wertschöpfung und Abschöpfung. In: Humane Wirtschaft, Heft 02/2007.
  • Maschinenarbeit statt Menschenarbeit, ein Jahrtausendtraum. In: Zeitschrift für Sozialökonomie, Nr. 154, 9/2007.
  • Das Grundproblem des Kapitalismus und wie die Ökonomen es zu leugnen versuchen. In: Humane Wirtschaft, Heft 01/2008.
  • Kleines Lexikon der Sprachtäuschung. In: ÖkologiePolitik, Das ödp-Journal, Jahrgang 2008, S. 137 ff.
  • Die Erkenntnis kommt wahrscheinlich zu spät FR vom 18. Oktober 2019, S. 16[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.guenthermoewes.de/finanzkrise.htm
  2. [1]