GR 20

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Grande Randonnée 20
Verlauf des GR 20
Verlauf des GR 20
Daten
Länge 168 kmdep1
Lage Korsika, Frankreich
Startpunkt Calenzana
42° 30′ 30″ N, 8° 51′ 20″ O
Zielpunkt Conca
41° 44′ 3″ N, 9° 19′ 55″ O
Typ Fernwanderweg
Höchster Punkt 2400 m
Niedrigster Punkt Calenzana, 250 m
Schwierigkeitsgrad schwer
Jahreszeit Sommer
Monate Juni bis Oktober

Der GR 20 (franz.: Grande Randonnée 20) ist ein GR-Fernwanderweg auf der französischen Insel Korsika (Regionaler Naturpark Korsika).

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 170 Kilometer lange Weg verbindet die beiden Orte Calenzana und Conca quer über das korsische Hochgebirge in Nord-Süd-Richtung. Der von Michel Fabrikant angelegte Weg wurde 1972 eröffnet, die Nummer 20 bezieht sich auf die damalige Departementnummer von Korsika.[1] Er gilt als sehr anspruchsvoller Wanderweg, da er auf weiten Strecken durch hochgebirgiges Gelände höher als 1500 m fernab von besiedeltem Gebiet verläuft. Es sind auch einige Kletterstellen zu überwinden. Der Weg kreuzt einige Passstraßen. Etwa auf halber Strecke in Vizzavona besteht ein Anschluss an die Korsische Eisenbahn. Der Großteil des Weges führt durch das Gebiet des Regionalen Naturparks Korsika.

Wegmarkierung

Für den gesamten GR 20 benötigt man ca. 15 Tage, wobei nur etwa jeder vierte Wanderer die Gesamtstrecke in einem Zuge durchwandert. Ein Abschnitt, der für weniger geübte Wanderer mit guter Ausrüstung in drei Tagen durchwandert werden kann, liegt zwischen dem Col de Bavella und dem Col de Verde und führt zum nahen Monte Incudine. Im Norden überquert der GR 20 den Col de Vergio. Zwischen Calenzana und Vizzavona kann man einen Abstecher zum Monte Cinto machen. Dieser kann von der Skistation Haut Asco am Ende der Fahrstraße in einem Tag bestiegen werden und bietet einen guten Ausblick auf die korsische Berglandschaft. Wenn man jedoch dem eigentlichen GR 20 folgt, kommt man unter anderem an eine der Schlüsselstellen, den „Cirque de la Solitude“, wo einige Kletterpassagen gemeistert werden müssen.

Der Weg sollte nur in der Saison von Mitte Juni bis Ende Oktober begangen werden, da er nur in diesem Zeitraum schnee- und eisfrei ist. Die Schutzhütten (refuges) des Naturparks entlang des Fernwanderweges sind in der Regel von Anfang Juni bis Ende September mit einem Wärter (gardien) besetzt. Früher mussten sich die Wanderer für ihren Weg selbst mit Proviant versorgen, weil die abgelegene Lage der Berghütten für die Übernachtung nur eine eingeschränkte Versorgung mit Lebensmitteln (Wurst, Käse, Süßigkeiten) zuließ. Dies hat sich um 2005 verändert. Alle Hütten bieten Getränke und warme Mahlzeiten an. Sogar die Bergeries (Schäfereien), die am Rand des GR 20 gelegen sind, bieten zum Teil Übernachtungsmöglichkeiten sowie Vollverpflegung an. Ab Ende September sind die Verpflegungsmöglichkeiten eingeschränkt, da die Bergeries schließen und auch manche Hütten nur noch eingeschränkt bewirtschaftet werden.

Seit Mai 2009 gilt für alle Wanderer entlang des GR 20 eine Reservierungsaufforderung für Übernachtungen in den Schutzhütten sowie den Mietzelten (Bivouacs). Übernachtungen im eigenen Zelt müssen nicht angemeldet werden (Stand Herbst 2013).[2]

Das Kennzeichen des Weges sind ein weißer und ein roter Streifen, die auf Felsen und an Bäumen in Augenhöhe aufgemalt sind. An anderen Stellen helfen Steinmännchen, den Weg im Auge zu behalten.

Unglück im Cirque de la Solitude am 10. Juni 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cirque de Solitude

Am 10. Juni 2015 ereignete sich kurz nach 15 Uhr aufgrund von starken Regenfällen ein Felssturz im Cirque de la Solitude, bei dem 3 Menschen ums Leben kamen und mindestens 7 weitere verletzt wurden.[3] In Folge des Vorfalls wurden im Cirque de la Solitude alle Kletterhilfen entfernt, so dass dieser ab der Saison 2016 nur noch von erfahrenen Bergsteigern mit entsprechender Ausrüstung begangen werden kann. Als Alternative wurde eine hochalpine Umgehungsroute von Haut Asco zum Refuge de Tighjettu markiert (zwei gelbe Striche). Die Route nutzt den Aufstieg zum Monte Cinto bis zur Ponte des Eboulis (2607 m) und führt anschließend am Lac de Cinto vorbei zur Refuge Tighjettu. Als Gehzeit werden ca. 8 bis 10 Stunden angegeben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: GR 20 – Sammlung von Bildern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erik Van de Perre: Trans-Korsika: GR 20. 8. aktualisierte Auflage. Conrad Stein Verlag, Welver 2012, ISBN 978-3-86686-296-8
  • Willi & Kristin Hausmann: Korsika – GR 20. Wandern durch das „Gebirge im Meer“. Alle Etappen – mit Varianten, Einstiegen und Gipfeln. 3. Auflage. Rother-Wanderführer, Oberhaching 2014, ISBN 978-3763343539

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zum Heulen schön und grandios auf Deutschlandfunk
  2. Information zur Reservierungspflicht auf der offiziellen Webseite
  3. Ouest France - Corse. Trois randonneurs tués sur le GR20, les recherches reprennent (französisch)