Galenik

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Galenik ist ursprünglich die Lehre von der Zubereitung und Herstellung von Arzneimitteln.[1] Die Bezeichnung geht auf den griechischen Arzt Galenos zurück, der im 2. Jahrhundert n. Chr. lebte. In der modernen Arzneimittelproduktion wird stattdessen häufig die quantitativ wie qualitativ erweiterte Bezeichnung pharmazeutische Technologie verwendet, aber in Bezug auf die „Zusammensetzung und Herstellung von Arzneimitteln“[2] nach wie vor auch die traditionelle Bezeichnung Galenik.

Ein medizinischer Wirkstoff (Arzneistoff) ist noch kein Arzneimittel. Der Wirkstoff muss zusammen mit Hilfsstoffen in eine bestimmte Arzneiform (Darreichungsform) gebracht werden, zum Beispiel als Tabletten, flüssiges Arzneimittel oder Creme, damit er dem Patienten zugeführt werden kann. Durch die Zubereitung mit Hilfsstoffen und die Art der Darreichung lassen sich auch die Verweildauer und die Konzentration der Wirkstoffe im Blutplasma beeinflussen. Der Zusammenhang zwischen den auch von der Galenik abhängigen Eigenschaften der Arzneimittel und deren Wirkung im Körper wird in der Biopharmazie erforscht.

Übertragene Bedeutungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im übertragenen Sinn bezeichnen Pharmazeuten und Mediziner die Arzneiform oder die von der Arzneiform abhängigen Eigenschaften eines Arzneimittels als dessen „Galenik“, zum Beispiel: „Metformin in neuer Galenik mit besserer Verträglichkeit“.[3]

In pharmazeutischen Betrieben werden Räumlichkeiten, in denen Arzneimittel hergestellt werden, als Galenik bezeichnet.

Verwandte Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Galenikum (Plural Galenika) ist laut Duden ein Arzneimittel, das in der Apotheke aus Drogen zubereitet wird, also aus Bestandteilen von Tieren, Pflanzen oder anderen Lebewesen, die medizinisch wirksame Substanzen enthalten.[4]
  • Die Arzneiform wird auch als Darreichungsform oder galenische Form bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Friedland: Arzneiformlehre. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2011.
  • Ingfried Zimmermann: Galenik oder wie aus einem Wirkstoff ein Arzneimittel wird. Chemie in unserer Zeit, VCH Verlagsgesellschaft mbH, 4/1989 und 5/1989.
  • Wolf-Dieter Müller-Jahncke: Galenische Heilmittel. In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte., Walter de Gruyter, 2005, S. 446 f.
  • Ursula Schöffling: Arzneiformenlehre

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden online: Galenik
  2. Wolf-Dieter Müller-Jahncke (2005), S. 447.
  3. Metformin in neuer Galenik mit besserer gastrointestinaler Verträglichkeit auch bei Niereninsuffizienz Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie auf www.diabsite.de, 16. Juli 2013
  4. Duden online: Galenikum