Gangneung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gangneung-si
Koreanisches Alphabet: 강릉시
Chinesische Schriftzeichen: 江陵市
Revidierte Romanisierung: Gangneung-si
McCune-Reischauer: Kangnŭng-si
Basisdaten
Provinz: Gangwon-do
Koordinaten: 37° 45′ N, 128° 53′ OKoordinaten: 37° 45′ N, 128° 53′ O
Fläche: 1.040 km²
Einwohner: 229.869 (Stand:  2006)
Bevölkerungsdichte: 221 Einwohner je km²
Gliederung: 1 eup, 7 myeon, 13 dong
Karte
Gangneung-si (Südkorea)
Gangneung-si
Gangneung-si
Gangneung-si auf der Karte von Südkorea.

Gangneung ist eine Stadt in der Provinz Gangwon. An der Ostküste von Südkorea am Japanischen Meer gelegen, bildet sie das wirtschaftliche Zentrum in der Region Yeongdong (kor. 영동, Hanja 嶺東).

Die Stadt wird Austragungsort der Eis-Wettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen und den Winter-Paralympics 2018 sein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

313, im 14. Jahr der Herrschaft des König Micheon von Goguryeo wurde das heutige Gangneung Haseorang oder Haseula genannt. 397, im 42. Jahr der Herrschaft des Silla-Königs Naemul wurde Haseula dem Territorium von Silla zugeführt. 512 eroberte Ichan Isabu, der Herrscher von Haseula, Usan-guk, die heutige Insel Ulleung.

757, im 16. Jahr der Herrschaft des Silla-Königs Gyeongdeok, wurde Haseula in Myeongju umbenannt und bestand aus 9 gun und 25 hyeon. 1263, im 4. Jahr der Herrschaft des Goryeo-Königs Wonjong wurde Myeongju in Gangneung-do umbenannt.

Die Gemeinde Gangneung-myeon wurde 1931 zur Kleinstadt Gangneung-eup erklärt. 1955 wurden die Kleinstadt Gangneung-eup sowie die Gemeinden Seongdeok-myeon und Gyeongpo-myeon durch das Gesetz Nr. 369 zusammengelegt und zur Stadt Gangneung erhoben. 1995 wurde der Kreis Myeongju-gun eingemeindet. Dabei blieb der Name Gangneung-si bestehen.

Am 18. September 1996 kam es in der Nähe von Gangneung zu einem folgenreichen U-Boot-Zwischenfall.

Administrative Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jumunjin-eup (주문진읍)
  • Sungsan-myeon (성산면)
  • Wangsan-myeon (왕산면)
  • Gujung-myeon (구정면)
  • Gangdong-myeon (강동면)
  • Okgye-myeon (옥계면)
  • Sachun-myeon (사천면)
  • Yungok-myeon (연곡면)
  • Hongje-dong (홍제동)
  • Jungang-dong (중앙동)
  • Okchun-dong (옥천동)
  • Gyo 1-dong (교1동)
  • Gyo 2-dong (교2동)
  • Ponam 1-dong (포남1동)
  • Ponam 2-dong (포남2동)
  • Chodang-dong (초당동)
  • Songjung-dong (송정동)
  • Naegok-dong (내곡동)
  • Gangnam-dong (강남동)
  • Sungduk-dong (성덕동)
  • Gyungpo-dong (경포동)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirschenblüte am Gyeongpo-See mit dem Gyeongpodae-Pavillon
Buddhastatuen im Deungmyeongnakgasa
Jeongdongjin und das Sun Cruise Resort & Yacht

Im Osten der Innenstadt und in Küstennähe befindet sich der Gyeongpo-See. Gyeongpodae ist ein Pavillon über dem See. Einer Legende nach sieht man den Mond beim Gyeongpodae fünfmal: am Himmel sowie durch Reflexionen im See, im Meer, im Trinkglas und in den Augen des oder der Geliebten. Im Innern des Pavillons mit seinen 28 Säulen ist das Gyeongpodaebu, ein Gedicht des Gelehrten Yulgok. Es beschreibt die Bewegung des Himmels und des Mondes. Der Gyeongpo-Strand in der Nähe ist ein beliebter Sandstrand an der koreanischen Ostküste.

Am Strand von Jeongdongjin wird das 1996 havarierte nordkoreanische Spionage-U-Boot der Sang-o-Klasse ausgestellt. Der Deungmyeongnakgasa ist der Nachbau eines buddhistischen Tempels aus der Silla-Zeit.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Gangneung ist im kulturellen Bereich wohl vor allem wegen ihrer vielen Festivals bekannt. Zu nennen ist hier in erster Linie das Vollmondfest (Danoje), das jedes Jahr Anfang Juni auf dem Festplatz in Danojang am Namdaecheon-Fluss stattfindet. Es wird seit 1967 als Nr. 13 der nationalen, immateriellen, wichtigen Kulturgüter geführt und ist seit dem 25. November 2005 auch von der UNESCO in ihre Liste aufgenommen worden. Das Festival ist eine Kombination von verschiedenen Gedenkritualen und traditionellen Spielen. Besonders hervorzuheben ist dabei der traditionelle Gwanno-Maskentanz (Gwanno Gamyeongeuk), der von Staatsschauspielern und ausschließlich im Rahmen dieses Festivals aufgeführt wird.

Neben alten, traditionellen Festivals wie dem Danoje gibt es auch einige jüngere Festivals. Vor allem das International Junior Art Festival (IJAF) erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit. Es handelt sich dabei um ein kulturelles Jugendfestival, das von Gruppen aus aller Welt besucht wird. Neben den Auftritten der einzelnen Gruppen gehört auch das Entdecken der Kultur Koreas zum Programm der Teilnehmer. Das Festival findet seit 2002 jedes Jahr Ende Juli am Gyeongpo-Strand statt. Auch das Gyeongpo Rock Festival, das seit 2006 im Anschluss an das International Junior Art Festival stattfindet, zieht viele vor allem jüngere Besucher an. Dieses Festival bietet den jungen Bands aus der Umgebung der Stadt Gangneung eine Bühne.

Die Museumslandschaft der Stadt Gangneung ist recht vielfältig. Zu nennen ist hier vor allem das Ojukheon-Museum, das seinen Namen von dem in dieser Gegend wachsenden schwarzen Bambus hat und den Geburtsort des Gelehrten Yi Yulgok (1536–1584) und seiner Mutter Shin Saimdang (1504–1551) markiert. Das Museum wird seit 1963 als Nationales Kulturgut Nr. 165 geführt. Eine der ältesten noch original erhaltenen Holzbauten Südkoreas sowie verschiedene Schreine und Wohnhäuser geben Einblick in das Leben dieser beiden berühmten Koreaner. Angeschlossen ist das Gangneung Municipal Museum, in dem Folklore und antike Stücke ausgestellt werden. Ebenso aufschlussreich ist ein Besuch des Daegwallyeong-Museum, das auf einer mit 1000 Ausstellungsstücken sehr umfangreichen privaten Sammlung basiert und die Geschichte des Landes widerspiegelt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 1984 eröffneten Gangneung-Stadion sind mit dem Gangneung FC (seit 1999) und dem Gangwon FC (seit 2008) aktuell zwei Fußballfranchises beheimatet.

Im Umkreis dieses Stadions befinden sich die Sportstätten für die Olympischen Winterspiele 2018, welche den Gangneung Olympic Park bilden. In der seit 1998 bestehenden Eishalle wird Curling gespielt. Neu errichtet wurden je eine Halle für Eishockey, Eisschnelllauf sowie für Eiskunstlauf und Shorttrack zusammen. Außerhalb des Olympic Parks befindet sich die ebenfalls neuerbaute Spielstätte für das Fraueneishockey-Turnier auf dem Gelände einer katholischen Universität.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berühmte Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geburtshaus des Schriftstellers Yi I alias Yulgok
  • Shin Saimdang (* 29. Oktober 1504 in Gangneung; † 17. Mai 1551 in Paju), Malerin, Dichterin und Philosophin zur Zeit der Joseon-Dynastie; Mutter von Yi I.
  • Yi I (* 1536; † 1584), Philosoph und Schriftsteller zur Zeit der Joseon-Dynastie; Sohn von Shin Saimdang
  • Heo Yeop (16. Jahrhundert), Politiker während der Joseon-Dynastie und konfuzianischer Gelehrter; Vater von Heo Pong, Heo Chohui und Heo Gyun.
  • Heo Chohui (* 1563 in Gangneung; † 19. März 1589), Dichterin und Schriftstellerin, Malerin und Künstlerin während der Joseon-Dynastie; Schwester von Heo Gyun und Heo Pong, Tochter von Heo Yeop.
  • Heo Gyun (* 3. November 1569; † 24. August 1618), Politiker, Romanautor, Schriftsteller, Philosoph und Denker zur Zeit der Joseon-Dynastie; Bruder von Heo Chohui und Heo Pong, Sohn von Heo Yeop. Er war vermutlich der Autor von Die Geschichte von Hong Gil-dong.
  • Heo Pong (16. Jahrhundert), Politiker während der Joseon-Dynastie; Bruder von Heo Gyun und Heo Chohui, Sohn von Heo Yeop.
  • Lee Sun-won (* 1958), Schriftsteller
  • Kim Miwol (* 1977), Schriftstellerin

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gangneung
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
65
 
5
-3
 
 
59
 
6
-2
 
 
72
 
11
2
 
 
78
 
18
8
 
 
84
 
23
13
 
 
122
 
25
17
 
 
197
 
28
21
 
 
288
 
28
21
 
 
207
 
25
16
 
 
104
 
20
11
 
 
82
 
14
5
 
 
44
 
8
-1
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: KMA, Daten: 1971–2000[1]; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Gangneung
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 5,9 10,5 17,7 22,5 24,7 27,9 28,2 24,5 20,1 13,6 8,0 Ø 17,4
Min. Temperatur (°C) −3,3 −2,3 1,6 7,6 12,7 16,7 21,0 21,2 16,3 10,8 4,9 −0,5 Ø 8,9
Niederschlag (mm) 65,3 58,7 72,2 77,5 84,4 122,0 196,5 288,2 207,0 104,2 82,4 43,5 Σ 1.401,9
Sonnenstunden (h/d) 6,2 6,4 6,4 7,0 7,9 6,2 4,8 5,3 5,4 6,2 5,8 6,0 Ø 6,1
Regentage (d) 6,0 7,0 8,8 8,0 8,5 11,3 14,9 15,2 10,4 7,6 7,1 4,9 Σ 109,7
Luftfeuchtigkeit (%) 53 58 61 62 63 76 82 82 78 69 62 53 Ø 66,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,8
−3,3
5,9
−2,3
10,5
1,6
17,7
7,6
22,5
12,7
24,7
16,7
27,9
21,0
28,2
21,2
24,5
16,3
20,1
10,8
13,6
4,9
8,0
−0,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
65,3
58,7
72,2
77,5
84,4
122,0
196,5
288,2
207,0
104,2
82,4
43,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: KMA, Daten: 1971–2000[1]; wetterkontor.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gangneung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. KMA: Klimainformationen Gangneung. World Meteorological Organization; abgerufen am 17. Juli 2012.