Georg Bötticher

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Georg Bötticher
Gedenktafel der Leoniden für Georg Bötticher und Edwin Bormann am Alten Rathaus zu Leipzig

Georg Bötticher (* 20. Mai 1849 in Jena; † 15. Januar 1918 in Leipzig) war ein deutscher Grafiker, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler.

Einband und Titelblatt des Gedichtbandes „Neue Allotria“, der auch 33 Zeichnungen von Julius Kleinmichel enthält.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Bötticher war der Sohn des Pfarrers Hans Adam Bötticher (* 1811), der im März 1849 in Görmar bei Mühlhausen in Thüringen verstarb. Der Großvater Georg Böttichers mütterlicherseits war der Geheime Hofrat Professor Ferdinand Gotthelf Hand, der als Philologe und Musikwissenschaftler bekannt geworden ist. Hand hatte die weimarischen Prinzessinnen Augusta und Maria unterrichtet, jahrelang einen Singverein geleitet und eine beachtete "Ästhetik der Tonkunst" verfasst. Als junger Professor hatte er in Weimar noch unter Goethe amtiert.[1]

Bötticher, der Vater des Kabarettisten Joachim Ringelnatz, war ein sehr erfolgreicher Musterzeichner und in späteren Jahren Verfasser vor allem humoristischer Schriften, die er teils in sächsischem Dialekt verfasste. Anerkennung trug ihm seine Fachpublikation Original-Compositionen zu Flachmustern ein. Als Schriftsteller für Kinder und Jugendliche debütierte er in der Zeitschrift Deutsche Jugend. Es folgten Texte für die Bilderbücher Das chinesische Buch mit Abbildungen von Rudolf Alfred Jaumann sowie zu Spatz, Ente u. Has’ und Wie die Soldaten Tiere werden wollten, jeweils mit Illustrationen von seinem Freund Fedor Flinzer. Ferner war Bötticher von 1899 bis 1918 Jahre Herausgeber von Auerbach’s Deutschem Kinder-Kalender. Darüber hinaus widmete er sich literaturgeschichtlichen Beiträgen über Johann Wolfgang Goethe und Joseph Victor von Scheffel. Außerdem arbeitete er für die humoristischen Zeitschriften Fliegende Blätter und Meggendorfer-Blätter sowie für Die Jugend. Bötticher nahm aktiv am kulturellen Leben seiner Zeit teil und war unter anderem befreundet bzw. bekannt mit Adolph Menzel, Max Klinger, Conrad Ferdinand Meyer, Theodor Fontane, Paul Heyse, Julius Lohmeyer, Victor Blüthgen und Julius Kleinmichel.

1909 gründete er gemeinsam mit Edwin Bormann und Arthur von Oettingen den Leipziger Künstlerbund der Leoniden, die ihm und Bormann 1919 eine Gedenktafel am Leipziger Rathaus stifteten.

Am 15. Januar 1918 verstarb Bötticher an den Folgen einer Lungenentzündung. Sein Grab befand sich auf dem Neuen Johannisfriedhof in Leipzig.

Postume Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabine Jung; Angelika Wilhelm: Meisterhaft - Musterhaft. Georg Bötticher - der fast vergessene Künstler und Vater von Joachim Ringelnatz. Herausgegeben von der Stadt Wurzen als Katalog zur gleichnamigen Ausstellung vom 15. Mai bis 18. September 2011 anlässlich der 1050-Jahrfeier der Stadt Wurzen. 95 Seiten, Wurzen 2011, ISBN 978-3-9814317-1-1[2]
  • Herbert Günther: Joachim Ringelnatz in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt (rm 96), Reinbek 1964; 7. akt. A. 2001, ISBN 3-499-50096-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Georg Bötticher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günther: Joachim Ringelnatz in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, S. 12
  2. DNB 1012006190