Georg Fuhg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Georg Fuhg (* 29. Oktober 1898 in Mehlsack, Ostpreußen; † 13. November 1976 in Neumünster) war ein deutscher Bildhauer und Töpfer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal Kanoniere im Lötzener Stadtwald (2005)

Georg Fuhg wurde als Sohn des Besitzers eines Hartsteinwerks geboren. Er besuchte die Präparandenanstalt und legte 1919 das Examen zum Volksschullehrer ab. Nach drei Jahren begann er 1922 das Studium beim Hermann Brachert an der Kunst- und Gewerkschule in Königsberg. Als freier Künstler stellte er ab 1927 in Königsberg Porträts und Plastiken aus. Georg Fuhg heiratete 1929 Käte Wölki († 1968).

In Stein und Bronze schuf er die „Reiter“ für Angerburg, die „Kanoniere“ für den Stadtwald Lötzen, das Denkmal für Johann Georg Hamann sowie viele Werke an öffentlichen Gebäuden und Plätzen. Sein bekanntestes Werk war Walther von der Vogelweide als Sitzgestalt im Königsberger Tiergarten.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde er als Soldat verwundet, gelangte 1945 mit dem Lazarettschiff „Sachsenwald“ über Kopenhagen nach Schleswig-Holstein und vereinte sich mit seiner geflüchteten Familie in Thüringen. Er lebte zunächst einige Jahre in Tellingstedt. Er verkaufte dort eigene Schnitzereien und Töpfereien.[1] 1950 siedelte die Familie nach Neumünster über.

Nach Kriegsende schuf er in Bronze die lebensgroße Skulptur des Trakehners „Hessenstein“ in Bad Pyrmont und Büsten von Agnes Miegel, Immanuel Kant[1] und Nikolaus Kopernikus.[2] Auch die Königsberger Bürgermedaille wurde von ihm entworfen. Vor dem Ratsgymnasium Rotenburg (Wümme) in Rotenburg (Wümme) (Partnerlandkreis von Angerburg) steht seit 1964 die Fohlengruppe des Künstlers[3].

Rencks Büste

In Neumünster fand er eine neue Heimat. Er schuf viele Plastiken für die Stadt, u. a. in Rencks Park oder die Büste von Hans Böckler in der Böcklersiedlung.[4] Dort findet sich auch die Bronzeplastik Die Schreitende (1958) und die Steinskulptur Rübezahl (Böckler-Schule). Eine weitere „lebensgroße“ Bronzeplastik – das Einhorn – entstand für die Wittorfer Schule. Die Steinplastik Schäfer entstand für das Neumünsteraner Veterinäruntersuchungsamt, die Steinplastik Seehunde für den Falderapark.[1]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Georg Fuhg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Alfred Heggen: Künstler im 20. Jahrhundert. In: Peter Schuster (Hrsg.): Neününster Kunst - Malerei, Architektur, Skulpturen, Objekte. Kurt Leuschner Verlag - Nordbild, Neumünster, S. 2–33.
  2. Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1
  3. Die Fohlengruppe (Bronzeplastik) | Ratsgymnasium Rotenburg. 6. März 2018, abgerufen am 30. Mai 2021 (deutsch).
  4. Georg Fuhg (1898–1976). In: Geschichte von Pieniężno – Mehlsack. www.ostpreussen.net, abgerufen am 1. August 2018.