Georg Hacker (Maler)

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Georg Hacker, Ausschnitt aus Düsseldorfer Theater-Woche, Heft 42, 1911

Georg Hacker (* 8. August 1863 in Dessau; † 5. Dezember 1945 in Düsseldorf) war ein deutscher Landschaftsmaler und Bühnenbildner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Hacker wurde 1863[1] als Sohn des Adolf Hacker Kammersänger (Tenor) (1832–1883)[2] und dessen Gattin Pauline, geb. Zschiesche (1830–1867), Opern-, Konzert- und Oratorien-Sängerin (Sopran) in Dessau geboren.[3][4]

Eingangsbereich Musée zoologique de Strasbourg mit Gemälden von Georg Hacker

1882 trat er in das Atelier für szenische Bühnenbilder der Gebrüder Gotthold und Max Brückner in Coburg ein, wo er die Technik der Theatermalerei erlernte. Er wurde dessen Lieblingsschüler und begleitete Max Brückner von 1887 bis 1890 auf dessen Auslandsreisen mit dem Meininger Hoftheater. Brückner war von Herzog Georg II. an das Meininger Hoftheater berufen worden und begleitete die Gastspielreisen. Nach dem letzten Gastspiel im Juli 1890 und der Auflösung dieser Bühne, kam Georg Hacker als Lehrer für dekorative Malerei nach Straßburg an die Städtische Kunstgewerbeschule (1889–1914) unter Direktor Anton Seder und wurde 1893 als Stipendiat der Stadt Straßburg nach Chicago zur Weltausstellung entsandt. In Straßburg fertigte Hacker zwischen 1894 und 1896 acht symmetrisch angeordnete Wandgemälde auf Gipstafeln mit Meeresgrund- und Dschungelszenen im Zoologisches Museum der Stadt Straßburg, welche heute noch die Eingangshalle schmücken.[5]

Düsseldorfer Stadttheater Tannhäuser, Dekorationen Städtischer Theatermaler Georg Hacker, 1903

1896 wurde er als Städtischer Theatermaler an das Stadttheater Düsseldorf in Düsseldorf berufen. Im selben Jahr trat er als Mitglied im Künstlerverein Malkasten ein, war dort lange Jahre im Vorstand tätig, und blieb diesem bis zu seinem Tod treu. In der Düsseldorfer Zeit schuf Hacker zahlreiche Ausstattungen, unter anderem für die Festspiele des Rheinischen Goethe-Vereins.[6] 1905 gestaltete er aufwendig die Festausschmückung zur preußischen Kronprinzenhochzeit von Wilhelm von Preußen und der Cecilie zu Mecklenburg in Berlin. Zu dieser Zeit wohnte er in Oberkassel in der Cheruskerstraße (damals Arminiusstraße 59).[7] Von 1907 bis 1909 hatte er das Amt des Leiters des Ausstattungswesens an der Bühne inne.

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Hacker 1919 die neu eingerichtete Klasse für Bühnenbild an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. In der Zeit von 1927 bis 1936 unternahm er eine zweite Reise in die Vereinigten Staaten von Amerika mit Ausmalung einer großen Maschinenfabrik in Reading in Pennsylvania, gefolgt von weitere Reisen mit Planung und Ausführung verschiedenster Arbeiten und Aufträge im In- und Ausland.

Mit der Umgestaltung und dem Neubau des Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde 1936 Georg Hacker mit der Ausmalung des Wartesaals III. Klasse beauftragt. Dieser lag von der Eingangshalle links treppab und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1938 Gestaltung der Eingangshalle im Empfangsgebäude des Duisburger Hauptbahnhofes. 1940 fertigte er drei große Dioramen für das Museum für Naturkunde in Dortmund, welches 1934 in ein größeres Gebäude umgezogen war. Bis kurz vor seinem Tod im Dezember 1945 plante Georg Hacker den Keller des im Krieg zerstörten Malkasten-Haus mit Fresken auszumalen.

Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1910: Verleihung der Goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtsjahr lt. Thieme-Becker 1865
  2. Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon, Band 4, K.G. Saur, München, 2003, S. 1913
  3. Gerd Nauhaus: Robert Schumann Tagebücher, Band 2 1836–1854, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1987, in Personenregister: Zschiesche, Pauline, ISBN 3-87877-298-X, S. 693
  4. Zschiesche, Pauline (Memento des Originals vom 26. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.musicamigrans.de
  5. Zoologisches Museum, Geschichte: Die Eingangshalle schmücken noch heute acht symmetrisch angeordnete Gipstafeln mit Ölgemälden. Das Ensemble wurde zwischen 1894 und 1896 von Georg Hacker angefertigt, auf musees.strasbourg.eu, abgerufen am 25. März 2016
  6. Rheinische Goethespiele 1911, in Düsseldorfer Theater-Woche, 2. Jahrg., Heft 42, 1911
  7. Hacker, Georg, Theatermaler, Obercassel, Arminiusstr. 59, in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf und die Landbürgermeistereien Benrath, 5. Theil, 1905, S. 444