Gerhard Curdes

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Gerhard Curdes (* 27. April 1933 in Rengsdorf, Landkreis Neuwied) ist ein ehemaliger Universitätsprofessor für Städtebau und Landesplanung an der Rheinisch-Westfälischen-Technischen Hochschule Aachen.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Tischlerlehre studierte Curdes Architektur, zunächst in der Staatlichen Kunstschule Bremen und später an der Hochschule für Gestaltung Ulm. An der HfG war er von 1961 bis 1963 Redakteur der Studentenzeitschrift output und ist Mitglied im club off ulm, der sich der Sicherung des Erbes der HfG durch Tagungen und Publikationen widmet und das Hfg-Archiv u.a. durch Leihgaben initiiert hat

Er war danach zunächst tätig im Bereich Stadt- und Regionalentwicklung an einem Institut der Handelsforschung (Institut Gewerbebetriebe im Städtebau – INGESTA, Köln). Von 1964 bis 1967 war er dort Gruppenleiter für den Bereich Stadt- und Regionalplanung. Dort bearbeitete er u. a. Gutachten über die Kundeneinzugsbereiche von 35 Stadtzentren des Ruhrgebietes und zur Entwicklung von Nebenzentren im Ruhrgebiet. Von 1967 bis 1969 war er Mitglied im Planungsstab des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. Dort erarbeitete er die raumbezogenen Teile des Entwicklungsprogramms Ruhr und des Nordrhein-Westfalenprogramms 1975.

Von 1969 bis 1971 war er Dozent am Institut für Umweltplanung Ulm der Universität Stuttgart (ehemalige Hochschule für Gestaltung). 1971 wurde er an die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen berufen. Er war dort Ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Städtebau und Landesplanung von 1971 bis 1998. Von 1972 bis 1978 war er zudem als Sachkundiger Bürger im Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung der Stadt Aachen tätig und von 1978 bis 1980 der Mitglied der KMK-WRK-Kommission zur Erarbeitung der Rahmenordnung Architektur. 1965 war er eines der Gründungsmitglieder der Gesellschaft für Regionalforschung, der nationalen Gruppe der Regional Science Association, Philadelphia und zeitweilig ihr wiss. Sekretär und Vorsitzender.

1979 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Stadt- und Regionalplanung der Technischen Universität Berlin, blieb aber in Aachen. 1980 wurde er in die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung berufen. Von 1986 bis 1991 war er Vorsitzender der Gesellschaft für Regionalforschung und von 1990 bis 1994 deutscher Vertreter in der Assoziation der Europäischen Planerschulen (AESOP).

In der Akademischen Selbstverwaltung der RWTH Aachen war er Abteilungsleiter der Abteilung Architektur, Dekan der Fakultät für Architektur sowie zeitweise Mitglied des Hochschulfinanzausschusses, des Umweltforums und Mitglied des Senats der RWTH Aachen.

Curdes war Fachpreisrichter in zahlreichen Wettbewerben, Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Berater der Stadt Köln zur Vorbereitung der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas.

Seit seiner Emeritierung 1998 beschäftigt er sich u.a. mit dem Aufbau eines Portals zur Stadtgeschichte Aachens

  • Portal Stadtgeschichte Aachen[1]. Darunter auch

Seit 2009 Entwicklung des Portals zu Klimawandel und Städtebau des Umweltforums der RWTH Aachen:

  • Portal CO2 neutrales Aachen 2050[2]

Curdes ist seit 2005 Mitglied des Arbeitskreises Denkmalpflege bei der Stadt Aachen. Der Arbeitskreis gab die Anregung zur Einrichtung des Centre Charlemagne im Rahmen der Route Charlemagne der Stadt Aachen und zur Bildung des Geschichtsnetzwerkes Euregio Maas-Rhein. Curdes organisierte 2014 für das Geschichtsnetzwerk zusammen mit der Stadt Aachen Veranstaltungen zur Erinnerung an die Weltkriege in der Region Aachen.

Curdes hat zwei Söhne und lebt mit seiner Frau in Aachen.

Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Juni 2016 überreichte die Landesgruppe NRW der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung in einem Festakt an Gerhard Curdes für seine Lebensleistung den Halstenberg-Preis (Halstenberg-Medaille). Die Laudatio hielt Ministerialdirigent i.R. Dr. Wolfgang Roters.

Publikationen / Auswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad Stahl, Gerhard Curdes: Umweltplanung in der Industriegesellschaft. Lösungen und ihre Probleme. Hamburg 1970.
  • Curdes, Oehmichen: Künstlerischer Städtebau um die Jahrhundertwende. Köln 1981. (Der Beitrag von Karl Henrici)
  • Curdes, Fester, Helmer: Entwicklungszentren. Köln 1980. (= Schriftenreihe Politik und Planung, Band 8)
  • G. Curdes: Bürgerbeteiligung, Stadtraum, Umwelt. Köln 1985. (= Schriftenreihe Politik und Planung, Band 14)
  • Curdes, Haase, Rodriguez-Lores: Stadtstruktur: Stabilität und Wandel. Köln 1989.
  • G. Curdes: Vorlesungen zum Städtebau. Perioden, Leitbilder und Projekte des Städtebaus vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Lehrstuhl für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen. Aachen 1993.
  • Montanari, Curdes, Forsyth: Urban Landscape Dynamics. A Multi-Level Innovation Process. Aldershot (UK) 1993.
  • G. Curdes: Stadtstruktur und Stadtgestaltung. Kohlhammer, Stuttgart 1993. 2. Auflage 1996. Chinesische Ausgabe: China Architecture and Building Press 2008
  • G. Curdes: Stadtstrukturelles Entwerfen. Kohlhammer, Stuttgart 1995. Chinesische Ausgabe 2008. China Architecture and Building Press
  • G. Curdes, M. Ulrich: Die Entwicklung des Kölner Stadtraumes. Der Einfluß von Innovationen und Leitbildern auf die Form der Stadt. Dortmund 1997.
  • G. Curdes: Die Entwicklung des Aachener Stadtraums. Der Einfluß von Innovationen und Leitbildern auf die Form der Stadt. Dortmund 1999. Digital unter: [1] oder [2]
  • G. Curdes: Die Abteilung Bauen an der hfg Ulm – eine Reflexion zur Entwicklung, Lehre und Programmatik. Schriftenreihe club off ulm, e.v., Ulm 2001. Digital: PDF
  • G. Curdes (Hrsg.): HFG Ulm: 21 Rückblicke. Bauen – Gemeinschaft – Doktrinen. Schriftenreihe club off ulm e.V., 2006. Digital: PDF
  • G.Curdes: HfG – IUP – ZPI 1969–1972. Gestaltung oder Planung? Zum Paradigmenwechsel der 1960er und 70er Jahre am Beispiel der Hochschule für Gestaltung Ulm, des Instituts für Umweltplanung Ulm und des Planungsinstituts der Universität Stuttgart. Oktober 2015. Rohn-Verlag

Projekte / Auswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trassenstudie B 6 Neu im Bremer Westen. Untersuchung im Auftrag der Stadt Bremen. Aachen, Institut für Straßenwesen + ISL 1979 mit W. Leins; F.W.Oellers; W.Mesenholl; St.Winter und J.Meyer-Brandis
  • Stadtteilerneuerung Trier-Süd mit Büro für Stadt- und Verkehrsplanung. 1982
  • 3 Bebauungspläne Stadtmitte Herzogenrath, mit A.Haase. ISL 1986
  • Platzgestaltung Herzogenrath-Mitte, mit B.Borghoff; A.Classen. ISL 1987
  • Verkehrsberuhigung und Innenstadtentwicklung Hückelhoven, mit G. Bruchhaus; M. Grönhagen. ISL 1988
  • Städtebauliches Entwicklungskonzept zur Erneuerung des Aachener Raumes. Arbeitsgemeinschaft ISL/HMS, mit P. Helmer; A. Kranefeld; H. Kummer; R. Westerheide. ISL 1988
  • Platzgestaltung Herzogenrath-Kohlscheid, mit M. Grönhagen. ISL 1989–1990
  • Integriertes Städtebau- und Verkehrskonzept für Bremen-Nord. In Zusammenarbeit mit dem Büro Harloff/Hensel Aachen. Im Auftrage der Stadt Bremen. ISL 1990–1991. Bearbeiter: G. Curdes; H. Hensel; L. Forsyth; B. Pechan-Fillah; R. Migenda; B. v. Byern.
  • Vier Bebauungspläne mit Gestaltungssatzung für den gesamten Kernbereich des Kurortes Rengsdorf/Westerwald (Mitarbeit cand.arch. Moijsisch) 1989–1993
  • Städtebaulicher Rahmenplan für Krefeld-Oppum mit Büro raumplan, Aachen, U.Wildschütz 1993
  • G. Curdes u. A.: GRÜN-RAUM-STRUKTUR: Zur Komplementarität von Bebauungs- und Grünsystem im Innenbereich der Stadt Aachen. Untersuchung des Instituts für Städtebau und Landesplanung im Auftrag des Umweltamtes der Stadt Aachen. Aachen 1997
  • Entwurf zum Umbau der Domplatte zwischen Hauptbahnhof und der Dom-Nordseite in Köln 1998
  • G. Curdes, Westerheide, R., Wildschütz, U.: Alsdorf 2015 – Handlungsprogramm Stadtentwicklung und Stadtmarketing 2004–2015. Aachen 2004

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Portal Stadtgeschichte Aachen
  2. Klimaportal Aachen 2050 (Memento vom 23. August 2014 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]