Gerhard Stolze

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Gerhard Stolze (* 1. Oktober 1926 in Dessau; † 11. März 1979 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutscher Opernsänger (Charaktertenor). Seine zahlreichen Aufnahmen zeugen von seiner sehr flexiblen Stimme, die er sowohl lyrisch, als auch dramatisch einsetzen konnte, ebenso wie von seiner großen schauspielerischen Begabung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 17 Jahren wurde er zum Militär einberufen und geriet in belgische Gefangenschaft. Dort lernte er Erich kennen, einen homosexuellen Regisseur. Im Lager spielten sie ihre ersten Stücke, gingen gemeinsam nach dem Krieg nach Zwickau ans Theater[1]. Als Stolze sich in die Malerin Gabriele Gretschel verliebte und sie heiratete, nahm Erich sich das Leben[2]. Aus dieser langjährigen Ehe stammen die Töchter Lena und Franziska, beide Schauspielerinnen.

Der Künstler studierte Gesang in Dresden bei Rudolf Dittrich und debütierte dort 1949. 1953 bis 1961 sang er an der Staatsoper Unter den Linden, verließ Berlin jedoch kurz nach Vollendung des Mauerbaus und zog nach Wien. Er avancierte zum besten Wagner- und Strauss-Charaktertenor seiner Generation, was er unter anderem durch häufige Gastspiele in Bayreuth (ab 1951) und Salzburg (ab 1959) immer wieder bewies. Mit der Staatsoper Stuttgart, der Hamburger Staatsoper und dem Nationaltheater München hatte er langjährige Gastverträge. Er gastierte an großen internationalen Opernhäusern (Covent Garden London, Metropolitan Opera New York etc.). Stolze sang in den Uraufführungen der Opern Jakobowski und der Oberst von Giselher Klebe, Der Revisor von Werner Egk und Oedipus der Tyrann von Carl Orff.

Der Sänger war an Kinderlähmung erkrankt. Diese Situation erschwerte seinen weiteren Lebensweg:

Er begann zu trinken, versuchte einen Neuanfang, ließ sich scheiden, nahm den Namen seiner zweiten Frau an, eröffnete mit ihr eine Pension in Garmisch-Partenkirchen und servierte den Gästen das Frühstück[3].

Stolze war seit 1977 in zweiter Ehe mit der Opernsängerin Gerda Prochaska[4][5]verheiratet. Er starb 1979 im Alter von 52 Jahren und wurde in Garmisch beigesetzt[6].

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sven Siedenberg: Mein Vater. 'Ich höre seine Stimme heute noch', in: Focus 1000/Nr. 26, S. 106

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siedenberg 2016, S. 106
  2. Siedenberg 2016, S. 106
  3. Siedenberg 2016, S. 106
  4. http://www.klassischemusik-barockepferde.de/?page_id=9
  5. http://www.merkur.de/lokales/regionen/star-opernwelt-8222emanzipierter8220-ehemann-290386.html
  6. http://www.zeit.de/1979/13/der-sing-schauspieler