Germano Almeida

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Germano Almeida

Germano Almeida, auch Germano de Almeida, (* 31. Juli 1945 auf der Insel Boa Vista, Portugiesisch-Kap Verde) ist ein kap-verdischer Schriftsteller, Verleger und Rechtsanwalt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Germano Almeida wurde am 31. Juli 1945 auf der Insel Boa Vista der portugiesischen Kolonie Kap Verde als eines von zehn Kinder der Eltern Anacleto Dias Almeida und Eugenia da Cruz Almeida geboren. Sein Vater, Anacleto, arbeitete als Zimmermann, seine Mutter als Hausfrau. Sein Vater Anacletro starb als Germano Almeida 16 Jahre alt war, sodass dieser begann als Zimmermann zu arbeiten, um die Familie zu unterstützen. Er galt als ehrgeiziger Schüler, obwohl es für die Familie schwierig war, Almeida weiter in seiner Ausbildung zu unterstützen. Nach dem Abschluss der Grundschule auf Boa Vista, besuchte er verschiedene Sekundarschulen in der Hauptstadt Praia (auf der Insel Santiago) sowie auf der Insel São Vicente.[1]

Studium und Tätigkeit als Anwalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 18 Jahren wurde Almeida zum portugiesischen Militär eingezogen und leistete seinen Wehrdienst in der portugiesischen Kolonie Angola ab. Dank seines Ehrgeizes gewann er ein Stipendium für ein Studium in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. 1972 zog er dorthin, um an der Universität von Lissabon (Universidade Clássica) Rechtswissenschaft zu studieren. Nach Abschluss seines Studiums kehrte er nach Kap Verde zurück.[1]

Nachdem Kap Verde sich 1975 von Portugal im Zuge der Nelkenrevolution für unabhängig erklärt hatte, wurde Almeida 1976 zum Generalstaatsanwalt der Inselgruppe ernannt. Dieses Amt übte er bis 1979 aus, danach zog er nach Mindelo (Insel São Vicente), um dort als Anwalt zu praktizieren.[1]

Literarisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz seiner Tätigkeit als Anwalt entwickelte Almeida ebenfalls eine Vorliebe fürs Schreiben. 1983 gründete Almeida die Zeitschrift Ponto & Vírgula und veröffentlichte im gleichen Jahr sein erstes Werk Estórias (Geschichten) unter dem Pseudonym „Romualdo Cruz“. 1989 stieg Almeida in das Verlagshaus Ilhéu ein, worüber er daraufhin die meisten seiner Werke veröffentlichte. Im gleichen Jahr gab er auch seinen ersten und bis heute bekanntesten Roman, O testamento do Senhor Napomuceno da Silva Araújo (Deutsch: „Das Testament des Herrn Napumoceno“), heraus.[1] Ein auf diesem Roman basierender Film des portugiesischen Regisseurs Francisco Manso erhielt 1997[2] einen ersten Preis auf dem größten brasilianischen Filmfestival Festival de Cinema de Gramado.

1990 veröffentlichte Almeida seinen zweiten Roman, O Meu Poeta („Mein Poet“), über das politische Leben von Mindelo, ebenso wie zahlreiche weitere Werke im Laufe der 1990er Jahre. Almeidas Werke sind in zahlreiche Sprachen übersetzen worden. Er gehört zu den bekanntesten Schriftstellern des portugiesischensprachigen Raumes außerhalb Portugals und Brasiliens, insbesondere auch für seinen einzigartigen Schreibstil, bei dem er reale bzw. autobiographische Elemente mit fiktionalen und humoristischen Elemente ineinander verwebt. 2010 ehrte ihn der damalige kapverdische Staatspräsident Pedro Pires mit einer Auszeichnung für literarische Exzellenz.[1]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Manuela Lopes Guerreiro: Germano de Almeida e a nova escrita cabo-verdiana : um estudo de O Testamento do Sr. Napomuceno da Silva Araújo. Centro Cultura Português, Praia/Mindelo 1998.
  • Paula Gândara: Construindo Germano Almeida : a consciência da desconstrução. Vega, Lisboa 2008, ISBN 978-972-699-875-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Terza Silva Lima-Neves: Almeida, Germano de. In: Emmanuel K. Akyeampong und Henry Louis Gates, Jr (Hrsg.): Dictionary of African Biography. Oxford Press, Oxford 2012, ISBN 978-0-19-538207-5, S. 183 f.
  2. Johanna Puyol: Entrevista con Germano Almeida: Cabo Verde, entre el humor y el compromiso. In: La Jibarilla. La Habana, Jg. 5, Nr. 271, 2006., spanisch, abgerufen am 17. Mai 2011