Geschlossene Zeit

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Als geschlossene Zeit (lat. Tempus clausum, Tempus feriatum), werden die Bußzeiten im Kirchenjahr der katholischen Kirche bezeichnet, die Fastenzeit und der Advent.

In diesen Zeiten sollen sich die Gläubigen in ihrer persönlichen Lebensführung durch Fasten und Abstinenz und ein vertiefteres Gebetsleben auf die Hochfeste (Weihnachten und Ostern) vorbereiten. Auch sollten sie sich freiwillig „kleinere Abtötungen“ auferlegen und Almosen geben. In diesen geschlossenen Zeiten durfte nicht getanzt und aufwendig gefeiert werden. So erließ das Bistum Augsburg die Verlautbarung: „Verboten sind in der geschlossenen Zeit öffentliche Lustbarkeiten und Tanzvergnügungen. Auch von privaten Veranstaltungen dieser Art sich zu enthalten, ist Wunsch und Mahnung der Kirche.“[1] Auch feierliche Eheschließungen und große Feste durften in geschlossenen Zeiten nicht stattfinden, weil allzu großer Festaufwand nicht dem gebotenen Ernst der Zeit entsprechen würde, stille Trauungen konnten dagegen stattfinden.

Während der Schaffenszeit von Johann Sebastian Bach in Leipzig wurden vom zweiten bis vierten Adventssonntag sowie an den Sonntagen in der Fastenzeit – mit Ausnahme des Hochfestes der Verkündigung des Herrn – keine umfangreichen Kirchenmusiken aufgeführt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt Diözese Augsburg 1930, S. 52–54.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]