Adolf Adam (Theologe)

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Adolf Adam (* 19. März 1912 in Dietesheim; † 16. Dezember 2005 in Mainz-Finthen) war ein deutscher Prälat, Pastoraltheologe und Liturgiewissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolf Adam studierte Theologie in Mainz und empfing am 6. Januar 1937 im Mainzer Dom durch Bischof Albert Stohr die Priesterweihe, in einer Zeit der Kirchenverfolgung durch das nationalsozialistische Regime. Seine erste Stelle als Kaplan war in Mainz-Kostheim, es folgten während des Zweiten Weltkriegs Tätigkeiten in Ober-Mörlen, Heppenheim (Bergstraße) und Lorsch. Kaplan Adam wurde mehrfach wegen seiner Jugendarbeit und regimekritischer Äußerungen verhört. 1941 wurde Adolf Adam für drei Wochen in „Schutzhaft“ genommen. Vor der Überführung aus dem Gießener Gefängnis ins KZ Dachau bewahrte Adam der in Darmstadt inhaftierte Kaplan Josef Gremm aus Viernheim, der dessen Akten unter hohem persönlichen Risiko verbrannte.

Nach der Beendigung des Krieges war er zunächst 14 Jahre als Religionslehrer am Schlossgymnasium in Mainz tätig. Im Nebenamt engagierte sich Adolf Adam ehrenamtlich als Gefängnisseelsorger, Stadtjugendpfarrer, Diözesankaplan im Bund Neudeutschland und als Seminarleiter für Lehramtskandidaten.

1956 wurde er mit der dogmengeschichtlichen Arbeit „Das Sakrament der Firmung nach Thomas von Aquin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz promoviert. 1959 habilitierte sich Adam an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn mit der Arbeit „Firmung und Seelsorge: Pastoraltheologie und religionspädagogische Untersuchungen zum Sakrament der Firmung“.

Von 1960 bis 1977 war Adolf Adam Professor und Ordinarius für Praktische Theologie mit den Fächern Liturgiewissenschaft und Predigtlehre (Homiletik), von 1963 bis 1965 auch Dekan, an der Katholischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. 1967 bis 1969 war er Rektor der Universität Mainz.

Adolf Adam hat zahlreiche Publikationen veröffentlicht, insbesondere „Sinn und Geschichte der Liturgie“ und „Grundrisse der Liturgie“ gehören zu den Standardwerken der modernen katholischen Priesterausbildung.

1985 wurde Adolf Adam für seine Verdienste mit dem Titel Päpstlicher Ehrenprälat ausgezeichnet. 1990 wurde ihm der Ehrenring des Deutschen Liturgischen Instituts verliehen.

Schwerpunkte seiner Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolf Adam bemühte sich vor allem um eine wissenschaftliche Erschließung und Vermittlung des christlichen Gottesdienstes, seine Schriften, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil die erneuerte Liturgie erschlossen, erreichten eine breite Leserschaft und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Er setzte sich, vor allem in den letzten Jahren seines Lebens, für zwei besondere Anliegen ein: für einen festen Ostertermin und für die Einführung eines Festes zur Bewahrung der Schöpfung.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Messe in neuer Gestalt, 1973
  • Sinn und Gestalt der Sakramente, 1975
  • Grundriß Liturgie, 1985
  • Ethik der Jagd, 1995

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]