Gesunde Ernährung und Bewegung

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„Gesunde Ernährung und Bewegung“ oder „Fit statt Fett“ ist ein nationaler Aktionsplan des deutschen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des Bundesministeriums für Gesundheit zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten, gestartet im Jahre 2007. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt seit 2012 die Gesundheitsaktion „Fit statt Fett“ der Bundesregierung mit dem Ziel, gegen Krebserkrankungen aller Art vorzubeugen.

Handlungsbedarf der Bundesregierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland sind 37 Millionen Erwachsene und 2 Millionen Kinder übergewichtig oder adipös.[1] Etwa eine Million Erwachsene und eine halbe Million Kinder und Jugendliche sind krankhaft übergewichtig (morbide Adipositas). Die Kosten durch ernährungsbedingte Krankheiten (Herz-Kreislauf-Erkrankung, chronische Rückenschmerzen, etc. pp.) werden auf 70 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Hinzu kommen die nicht quantifizierbaren Kosten durch Bewegungsmangel. Auf Grund dieser Zahlen sah sich das Bundesministerium für Gesundheit 2007 veranlasst, mit einer Kampagne über die Folgen von Bewegungsarmut und falscher Ernährung aufzuklären.

Mehr Eigeninitiative statt klagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem Kampf gegen die Volkskrankheit Krebs appelliert die Deutsche Krebshilfe immer wieder an die Bevölkerung, mehr Eigeninitiative in der Gesundheitsvorsorge zu zeigen. In der im Januar 2012 gestarteten Dauer-Kampagne „Schritt für Schritt – Bewegung“ betont die Hilfsorganisation die große Bedeutung regelmäßiger Bewegung zur Krankheitsvorbeugung. Zugleich bietet die Deutsche Krebshilfe den Bürgern neu erstelltes Informationsmaterial kostenlos an, wie sich „ein Mehr an Bewegung“ ganz einfach in den Alltag integrieren lasse: Häufiger zu Fuß gehen, öfter das Fahrrad nutzen und Treppen steigen, anstelle den Aufzug zu nehmen.[2] Dies sind Beispiele für kurze tägliche Bewegungseinheiten, die ebenfalls dazu beitragen, die körperliche Fitness insgesamt zu stärken.

Aktionsplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorbildfunktion der öffentlichen Hand
    Gesundheit als Faktor für Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit für Industrie und den Standort Deutschland
  2. Bildung und Information über Ernährung, Bewegung und Gesundheit
    Vorbeugung in Familie, Kindergarten, Schule, Berufsausbildung, Betrieb, Universität
    ausgewogene Kost in Kantinen und Bewegungsangebote in Betrieben
    Verbesserung der Produktinformation und Kennzeichnung von Lebensmitteln
  3. Bewegung im Alltag
    durch Ausbau attraktiver Bewegungsmöglichkeiten im Wohnumfeld, am Arbeitsplatz, in Kindergärten und Schulen oder in Seniorenheimen (Spielplätze, Fuß- und Fahrradwege, wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten) und für alle zugängliche Angebote im Schul-, Betriebs- und Breitensport, mehr Sport und Bewegung in den Alltag integrieren
  4. Qualitätsverbesserung bei der Verpflegung außer Haus
    26 % der Bevölkerung essen mindestens einmal täglich außer Haus. Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen, Schulen und Kindergärten, aber auch die Angebote in Gaststätten und Imbissbuden soll ernährungstechnisch verbessert werden
  5. Impulse für die Forschung

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktion wird von Verbraucherverbänden und Gesundheitsorganisationen kritisiert: Die Ziele seien nicht messbar formuliert. Die Kennzeichnung von Lebensmitteln müsse gesetzlich vorgeschrieben sein (wie z. B. in England die farbliche „Ampelkennzeichnung grün gelb rot“, rot für Zucker und Fett). So benutze die Industrie statt des Begriffs „Zucker“ immer noch verschleiernd den Begriff „Kohlenhydrate“. Die Organisation „Foodwatch“ fordert die Darstellung von zwei Würfelzucker-Pyramiden, einmal für den Zuckerinhalt des Lebensmittels und einmal für den täglichen Bedarf als bildhaften Vergleich. Das Ganze sei wieder einmal nichtssagende politische Propaganda. Ähnlich äußerte sich der Klinikmanager und Buchautor Edmund Fröhlich im Juni 2008 im Umweltjournal,[3] in dem er das Eckpunktepapier als unzureichend einstufte. Die tatsächlich bereits erkrankten adipösen Patienten seien in dem Plan nicht berücksichtigt. Fröhlich bezeichnete den Aktionsplan als einen weiteren untauglichen Versuch „eine der größten volkswirtschaftlichen Herausforderungen in den Griff zu bekommen.“ Kritische Stimmen gab es auch bei einer Expertenanhörung am 6. Juni 2007 im Bundestagsausschuss für Landwirtschaft und Ernährung.[4] Gefordert wird z. B. eine regelmäßige Pflichtuntersuchung in der Schule, Werbeverbot während TV-Kindersendungen sowie verpflichtende „Gesundheitserziehung“ im Kindergarten und der Grundschule.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundes-Gesundheitssurvey 1998
  2. Krebshilfe-Präsident Fritz Pleitgen in seiner Projektbeschreibung am 27. Dezember 2011
  3. Edmund Fröhlich: Stellungnahme zum „Nationalen Aktionsplan Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht“ (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)
  4. bundestag.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]