Gewehr über

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Filmdaten
Deutscher Titel Gewehr über
Originaltitel Shoulder Arms
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1918
Länge 45 Minuten
Stab
Regie Charles Chaplin
Drehbuch Charles Chaplin
Produktion Charles Chaplin
Kamera Roland Totheroh
Schnitt Charles Chaplin
Besetzung

Gewehr über ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Charles Chaplin aus dem Jahre 1918.

Handlung[Bearbeiten]

Charlie wird Rekrut in der US-Army während des Ersten Weltkriegs und kommt in ein Ausbildungslager. Erste schwierige Übung für ihn ist das Marschieren im Gleichschritt, wo ihm sein typischer Chaplin-Gang erste Schwierigkeiten mit dem Ausbildungssergeanten bringt. Der Sergeant verlangt von ihm, dass er seine Füße gerade ausrichtet und nicht nach außen. Das Marschieren wird Charlie dadurch erschwert. Übermüdet fällt er in sein Zelt und schläft ein.

Charlie kommt an die Front nach Frankreich. Ausgerüstet mit dem Gewehr, einer Mausefalle und eine Küchenreibe. Die Reibe hängt er im Unterstand an die Wand und reibt sich den von Ungeziefer juckenden Rücken. Er muss im Schützengraben Wache halten. Der einsetzende Regen setzt ihm nicht nur bei der Wache zu, sondern auch nach dem Wachwechsel im Unterstand, der sich allmählich mit Wasser füllt. Die Soldaten sind jedoch mittlerweile so gleichmütig, dass sie selbst dies nicht mehr vom Schlaf zurückhält. Charlie benutzt einen Trichter, um während des Schlafs atmen zu können.

Ein Angriff wird befohlen. Die Soldaten machen sich im Schützengraben fertig für den Angriff. Für Charlie scheint der Tag jedoch keine guten Omen bereitzuhalten. Seine Erkennungsmarke trägt die Nummer 13. Als er sich Mut machen möchte und sich gegen die Brust schlägt, zerbricht sein Handspiegel in der Brusttasche. Doch Charlie kehrt vom Angriff als Held zurück und hat 13 deutsche Soldaten gefangen genommen. Als sein Vorgesetzter ihn darauf anspricht, wie ihm dies gelungen sei, behauptet er, er habe sie umzingelt.

Charlie bekommt die Aufgabe den Feind auszuspionieren. Als Baum verkleidet begibt er sich ins Niemandsland zwischen den Fronten. Deutsche Soldaten laufen ihm mit einem amerikanischen Gefangenen über den Weg. Sie machen Rast und möchten Feuer machen. Ein deutscher Soldat sucht Brennholz und entdeckt Charlie den Baum. Nach und nach erledigt Charlie die Soldaten mit Schlägen seiner Äste und befreit den amerikanischen Kameraden.

In einem zerbombten Haus entdeckt Charlie ein französisches Mädchen, das von deutschen Soldaten bedroht wird. Er befreit das Mädchen. Der Kaiser erscheint mit Hindenburg auf der Bildfläche. Er besucht die Front. Charlie verkleidet sich als deutscher Offizier und kann so seinen amerikanischen Kameraden erneut befreien und den Kaiser entführen. Mit dem Auto des Kaisers fährt er quer durch die Linien zurück an die amerikanische Front und wird als Held, der den Krieg beendet, gefeiert. Schließlich erwacht Charlie in seinem Zelt im Ausbildungslager aus seinem Traum.

Hintergrund[Bearbeiten]

Schützengraben an der Westfront

Chaplin begann am 27. Mai 1918 mit der Produktion des Films. Der größte Teil der Dreharbeiten fand im Sommer 1918 statt. Die sehr realistischen Schützengräben und Unterstände wurde auf dem Studiogelände von Chaplins Studio in Hollywood gebaut. Die Szenen im kargen Niemandsland entstanden im ländlichen Teil Hollywoods hinter Beverly Hills. Als Chaplin den Film fast ein halbes Jahrhundert später neu veröffentlichte, setzte er dem Film Dokumentarszenen aus dem Ersten Weltkrieg voran, die zeigen wie realistisch die Bauten für die Schützengräben gelungen waren. Der Film erhielt außerdem eine Musik, die Chaplin komponiert hatte.

Als der Film im September 1918 fertiggestellt war, kamen Chaplin Zweifel, ob eine Filmkomödie der richtige Umgang mit den Schrecken des Krieges sei. Er wollte ihn zunächst vernichten, doch die Reaktion seines Freundes Douglas Fairbanks nach einer privaten Vorführung des Films, überzeugte ihn den Film herauszubringen. Die Uraufführung fand schließlich am 20. Oktober 1918 statt. Der Film wurde zu einem der größten Erfolge Charlie Chaplin und kam besonders gut bei den Frontsoldaten an.[1]

Kritiken[Bearbeiten]

„Eine legendäre Satire auf das Militär im allgemeinen und den deutschen Kaiser im besonderen. Sie vereinigt herrliche Szenen mit einigen formalen Schwächen, die daraus resultieren, daß trotz der Übersteigerung ins Groteske der konzentrierte Naturalismus des Beginns und damit Chaplins vehemente Anklage gegen den Krieg zunehmend abgeschwächt wird.“

Lexikon des internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. David Robinson: Chaplin. Sein Leben, seine Kunst. Diogenes, Zürich 1993, ISBN 3-257-22571-7. S. 290–292