Gideon Böss

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Gideon Böss (* 17. Februar 1983 in Mannheim) ist ein deutscher Schriftsteller und Kolumnist.

Publizistische und literarische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 erschien das Buch Auf ein Gläschen mit Helmut Schmidt, an dem Böss als einer von drei Autoren beteiligt war. Es handelt sich um eine Satire auf die Interviewreihe Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt, die Helmut Schmidt in Zusammenarbeit mit Giovanni di Lorenzo publiziert hat.[1] Im Oktober 2014 folgte der Roman Die Nachhaltigen, der sich am Beispiel eines schwarzen Schauspielers, der aufgrund seiner Hautfarbe für die Rolle des Adolf Hitler abgelehnt wird, mit dem Thema der politischen Korrektheit und Inkorrektheit beschäftigt.

2016 kam es zur Veröffentlichung von Deutschland, deine Götter – Eine Reise zu Tempeln, Kirchen, Hexenhäusern, einem Sachbuch über die religiöse Vielfalt in Deutschland. Dafür reiste der selbsterklärte Agnostiker Böss zu 26 verschiedenen Gemeinschaften, wobei sowohl etablierte Religionen wie die katholische Kirche, das Judentum und der Islam auf dem Programm standen als auch kleinere wie die Heilsarmee, der Hinduismus und das Mormonentum sowie Exoten wie die Mandäer oder Quäker. Positiv wurde in der Presse hervorgehoben, dass die Themen Religion und Glauben zwar kurzweilig und unterhaltsam dargestellt würden, jedoch ohne dass es ins Respektlose abdriftete. So schrieb Doris Akrap in der taz: „Böss liefert hier kein Sammelsurium kurioser Freaks, die sich schrägen Ritualen unterziehen. Er berichtet vielmehr von Teilen der deutschen Gesellschaft, die vielleicht die wichtigste Basis der international so gefeierten deutschen Willkommenskultur 2015 war.“[2]

2019 folgte mit Schatz, wir werden reich (vielleicht) - Ein Paar und 20 Anläufe zum großen Geld ein weiteres Sachbuch, für das zwanzig verschiedene Versuche gestartet wurden, um reich zu werden. Dabei ging die Spannweite von Aktien und Bitcoins, über Pferdewetten, Kofferversteigerungen und Kunsthandel bis hin zur Teilnahme an der Deutschen Schatzsuchermeisterschaft und einem Wochenendseminar bei einem Motivationsguru. Sophie Dannenberg schrieb im Cicero, dass es sich bei diesem Werk um eine „irrwitzige Butterfahrt durch den Kapitalismus“[3] handelt.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit schrieb Böss von 2008 bis 2017 den Weblog Böss in Berlin,[4] in dem er sich zumeist auf ironische und satirische Art mit Themen rund um Kultur und Gesellschaft beschäftigte. Seit Mai 2017 ist er regelmäßiger Kolumnist bei Spiegel Daily, einer Online-Zeitung des Spiegel. Außerdem veröffentlicht er regelmäßig in weiteren Medien wie Focus,[5] Welt am Sonntag,[6] Cicero,[7] der Welt[8] und im RBB[9].

Böss lebt in Berlin.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Osel: Helmut Schmidt: Die Groupies des Altkanzlers - Politik - Süddeutsche.de. In: sueddeutsche.de. 11. Februar 2014, abgerufen am 9. November 2019.
  2. Doris Akrap: Wimmelbild Hohes Freakpotenzial und Willkommenskultur – Gideon Böss’ Reportagen „Deutschland, deine Götter“: Heilkraft von Quark - taz.de. In: taz.de. 23. April 2016, abgerufen am 9. November 2019.
  3. Sophie Dannenberg: Frankfurter Buchmesse - Auf Butterfahrt durch den Kapitalismus. In: cicero.de. 8. Oktober 2019, abgerufen am 9. November 2019.
  4. Böss in Berlin. In: boess.welt.de. Archiviert vom Original am 31. Dezember 2017; abgerufen am 9. November 2019.
  5. Autoren - Impressum - FOCUS Online intern - FOCUS Online. Alle Artikel von GIDEON BÖSS. In: focus.de. Abgerufen am 9. November 2019.
  6. Gideon Böss: Kirchen: Die Deutschen glauben alles - WELT. In: welt.de. 8. Januar 2017, abgerufen am 9. November 2019.
  7. Gideon Böss. In: cicero.de. Abgerufen am 9. November 2019.
  8. Gideon Böss: Schluss mit der Trollfütterung im Internet! - WELT. In: welt.de. 29. Januar 2016, abgerufen am 9. November 2019.
  9. Der olympische Funke. Ein Kommentar von Gideon Böss. In: kulturradio.de. 5. August 2016, archiviert vom Original am 31. Oktober 2016; abgerufen am 9. November 2019.