Gigabit Passive Optical Network

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Gigabit Passive Optical Network (GPON) ist eine shared-medium-Technologie auf Basis von passiven optischen Netzen (PON). Sie ermöglicht es, dem Nutzer Datenraten von bis zu 2,5 Gigabit/s in Downstream- und 1,25 Gigabit/s Upstreamrichtung pro Zelle bereitzustellen.

GPON arbeitet mit einer generischen Verkapselung (GEM), mit der Ethernet-Frames und Daten im Zeitmultiplex (TDM) über eine GPON-Verbindung übertragen werden können. Im Gegensatz zu BPON könnten mit GPON in beiden Richtungen Datenraten im Gigabit-Bereich realisiert werden. So definiert die ITU-Empfehlung G.984 für den Downlink Datenübertragungsraten von 1,25 Gbit/s und 2,5 Gbit/s. Das Uplink wird mit Geschwindigkeiten von 125 und 622 Mbit/s sowie mit 1,25 und 2,5 Gbit/s unterstützt. Für die Übertragung von Video hat die ITU separate Wellenlängen definiert. Da aber Videosignale auch mittels IP-Protokoll über GPON übertragen werden können, ist es denkbar, dass die separaten Wellenlängen ungenutzt bleiben.

Verbreitung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen eines Pilotprojektes begann die Deutsche Telekom 2009, GPON auf Basis der FTTB-Netztopologie in den Dresdner Stadtteilen Striesen und Blasewitz einzuführen, um DSL beziehungsweise VDSL-Internetzugänge mit Breitbandformat anbieten zu können. 75 Prozent der Haushalte in dem Gebiet wurden mit dieser Technik ans Breitbandnetz angeschlossen. Für Gebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten wurden jedoch zunächst lediglich die Glasfaserkabel verlegt, die zugehörige GPON-Anschlusstechnik aber wegen zu hoher Investitionskosten nicht installiert. (Diese neu verlegten Leitungen sollten erst später – im Rahmen von FTTH-Anschlüssen, sobald technisch verfügbar – Verwendung finden.[1]) Somit blieben ca. 25 Prozent der Haushalte in dem Gebiet noch mehrere Jahre ohne Breitbandanschluss.[2] Erst ab 2013 wurden diese restlichen Wohnungen angeschlossen.[3]

GPON wird bisher bei allen FTTH-Ausbauten der Deutschen Telekom verwendet. Auch die FTTB-Ausbauten des Kölner Anbieters NetCologne basieren auf GPON.

Verbreitung in Österreich und der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kabelnetzbetreiber UPC Austria (mittlerweile Magenta Telekom) und UPC Schweiz bieten die Technologie seit 2019 auf ihren Netzen in Teilen des Gebiets an[4][5]. Ebenso bietet die teilstaatliche A1 Telekom Austria hauptsächlich in Ballungsgebieten, aber auch bei Neubauten FTTH auf GPON Basis an.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. T-Home startet Rollout für GPON-Technik in Dresden. In: teltarif.de, 12. November 2008 – die Telekom beantwortete die Frage „Nach Abschluss des Pilotbetriebs wird die Deutsche Telekom […] eine grundsätzliche Entscheidung zum künftigen Einsatz von GPON treffen. Ein wesentliches Entscheidungskriterium ist die Frage, ob sich durch die neue Technik die Anschlussbereiche mit Glasfaser-Infrastruktur unter vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand mit DSL-Breitbandtechnik versorgen lassen.“ mit „Nein“ und stellt die GPON-FTTB-Entwicklung (zugunsten von FTTH) ein.
  2. DSL-Ausbau Striesen/Blasewitz – AF0954/11 (PDF; 110 kB) – Antwort der Dresdner Oberbürgermeisterin auf die Anfrage eines Stadtrats, 13. April 2011
  3. Bürgerinitiative DSL für Striesen – Aktuelles zu DSL in Striesen. Bürgerinitiative DSL für Striesen, 24. Oktober 2013
  4. Glasfaser- & Kabelnetz mit Hochleistung. Abgerufen am 5. April 2021 (österreichisches Deutsch).
  5. Schnellstes Internet mit Glasfaserkabel | 1 Gbit/s | UPC. Abgerufen am 5. April 2021.
  6. Das A1 Glasfasernetz wächst um 6.500 Kilometer. In: A1 #ConnectLife. 24. Februar 2021, abgerufen am 4. April 2021.