NetCologne

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NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
Rechtsform GmbH
Gründung 31. Oktober 1994
Sitz Köln, Deutschland
Leitung Timo von Lepel, Mario Wilhelm
Mitarbeiter 912 (2017) (inkl. Auszubildende/Dualstudenten)[1]
Umsatz 249,7 Millionen EUR (Geschäftsjahr 2014)[1]
Branche Telekommunikation, Internet Service Provider, Kabelnetzbetreiber
Website www.netcologne.de

Netcologne (Eigenschreibweise NetCologne) ist ein regionaler Telekommunikationsdienstleister, Kabelnetzbetreiber und Internet Service Provider mit eigenem Telekommunikationsnetz im Wirtschaftsraum Köln/Bonn, das heißt die Stadt Köln und umliegende Kreise und Gemeinden (Beispielsweise Bonn, Euskirchen, Leverkusen, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis sowie Rhein-Sieg-Kreis), sowie im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NetCologne Netzabschluss FTTB

NetCologne wurde am 31. Oktober 1994 von GEW Köln (heutiger Name Rheinenergie), Stadtsparkasse Köln (heutiger Name Sparkasse KölnBonn) und den Kölner Verkehrs-Betrieben in Köln gegründet. Seit 2004 ist die Holdinggesellschaft GEW Köln zu 100 Prozent Gesellschafter des Unternehmens. Anfang 2006 bezog NetCologne den von Bolwin Wulf Architekten geplanten neuen Firmensitz am Medienstandort Köln-Ossendorf „Am Coloneum“. Am 1. April 2009 wurde das Schwesterunternehmen NetAachen gegründet, als Joint Venture mit den Stadtwerken Aachen und NetCologne.

Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NetCologne hat in den vergangenen Jahren den Ausbau des eigenen Glasfasernetzes weiter vorangetrieben. Ende 2012 waren über 45.000 Gebäude betriebsbereit an das eigene Breitbandnetz angeschlossen (Vorjahr: 41.000). Bis zum 31. Dezember 2016 verzeichnete die NetCologne: 386.000 Festnetzanschlüsse (Telefon & Internet) über TAL, 200.000 Breitband-Anschlüsse über das eigene Netz, 16.000 Mobilfunkkunden und 227.000 TV-Kunden.[1] Damit ist NetCologne einer der größten regionalen Telekommunikationsdienstleister in Deutschland. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2015 belief sich auf 249,7 Millionen Euro, das Investitionsvolumen lag bei 32 Millionen Euro und das Stammkapital bei 9.210.000 Euro. Jahresergebnis 2015: 12,3 Millionen Euro (vor Steuern und außerordentlichem Ergebnis). 2012 hat die NetCologne ihr operatives Ergebnis um 7,6 Prozent auf 56,9 Millionen Euro bei einer Umsatzrendite von 8,5 Prozent (2011: 7,9 Prozent) erhöht. Das Unternehmen beschäftigte zum 2. Dezember 2016 912 Mitarbeiter (inkl. Auszubildende bzw. Dualstudenten).[1]

Zusätzlich zum Eigenausbau führt NetCologne auch eine Reihe von Kooperationsausbauprojekten in der Region durch. Durch Partnerschaften mit Städten, Kommunen und Energieversorgern wird somit das Glasfasernetz für Kunden beständig erweitert. Dabei übernehmen die Kooperationspartner den Ausbau der Infrastruktur, NetCologne installiert im Anschluss die aktive Technik. Zu den Ausbaugebieten gehören Windeck, Siegburg, Burscheid, Betzdorf und Niederkassel. Zudem wurden Projekte in Wesseling, Frechen, Pulheim, Kerpen und Hürth gestartet. Insgesamt umfassen die Projekte ein Potenzial von knapp 75.000 Haushalten und Gewerbebetrieben.

In Düsseldorf werden Häuser der Wohnungsgenossenschaft WOGEDO seit 2012 mit Kabel-TV und Internet versorgt.[2]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das firmeneigene Telekommunikationsnetz von NetCologne umfasst rund 23.500 Kilometer Glasfaserkabel, 857 Kilometer Koaxialkabel und 176 Kilometer Kupferkabel (Stand 2. Dezember 2016 für Glasfaser und 31. Dezember 2013 für Koaxial- und Kupferkabel).[1] NetCologne mietet teilweise das letzte Kabelstück, die so genannte letzte Meile, von der Deutschen Telekom an. Durch den Ausbau eines eigenen Glasfasernetzes kann NetCologne seine Kunden direkt und unabhängig von der Telekom ans Internet anschließen - 40 Prozent aller Anschlüsse werden bisher über das eigene Netz (FTTB, FTTC, HFC) realisiert. Die Schaltung der Kupferadern der Endkunden auf das Glasfasernetz von NetCologne erfolgt mittels Optical Network Units (ONU). Das Netz von NetCologne ist an den DE-CIX, LINX, AMS-IX und ECIX angeschlossen.

Beim Netzausbau verfolgt NetCologne unterschiedliche Anschlussstrategien: Um möglichst viele Menschen auch jenseits der Ballungsgebiete mit Highspeed-Anschlüssen versorgen zu können, setzt das Unternehmen auf einen Technologie-Mix. In Gebieten mit hoher Einwohnerdichte ist der Ausbau via FTTB (= Fibre to the Building, Glasfaser bis in die Häuser) oder HFC (Hybrid Fibre Coax) Strategie. Alternativ investiert NetCologne auch in den Ausbau des FTTC-Netzes (= Fibre to the Curb). Dort, wo ein Direktanschluss der Gebäude wirtschaftlich nicht möglich ist, wird die Glasfaser bis zum Kabelverzweiger vor Ort verlegt, somit wird die Leistung auf bis zu 50 Mbit/s erhöht.

Vermittlungsstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vermittlungstechnische Netz von NetCologne besteht derzeit aus fünf Vermittlungsstellen, die untereinander vollvermascht sind. Jede Vermittlungsstelle hat darüber hinaus Anbindungen an andere Netzbetreiber, hier vor allem an die Deutsche Telekom. Die Vermittlungsstellen stammen vom Systemhersteller Alcatel-Lucent.

Für den Netzausbau Richtung Rhein-Erft-Kreis, Aachen/Düren (NetAachen) sowie Lohmar, Rösrath und Overath setzte NetCologne in den letzten Jahren auf einen multifunktionalen und zukunftsorientierten Zugangsknoten (Multi Service Access Node = MSAN) namens AXH. Er macht den nahtlosen Übergang sowohl zu neuen Breitbandangeboten als auch zu IP-basierten Netzstrukturen möglich. Als Nebeneffekt werden Betriebsmittelkosten und Investitionen reduziert.

Seit Juli 2005 wurden die bestehenden DSLAMs von Alcatel-Lucent auf den aktuellen Stand gebracht, so dass mittlerweile praktisch im gesamten Ausbaugebiet ADSL2+ flächendeckend angeboten werden kann. Nach und nach baut NetCologne parallel zu dieser Technik diese Gebiete mit VDSL aus.

Eigene Netzinfrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NetCologne Highspeed für die Heimat
Ein Netcologne-Serviceladen in Köln

Seit 2006 baut NetCologne Schritt für Schritt in Köln ein neues Glasfasernetz aus. Dabei werden die Glasfasern bis in die Keller der Häuser gelegt (FTTB) und innerhalb der Häuser die vorhandene Verkabelung verwendet jedoch kein FTTH „Fibre to the Home“. Mit dieser Technologie sind Datenübertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s im Downstream möglich.

FTTH ist bereits in Planung.

Das Kabel-TV-Angebot von NetCologne wird über ein Hybrid-Fibre-Koax-Netz (kurz HFC) verbreitet.

VDSL Ausbaugebiete: Bergheim, Bornheim, Brühl, Burscheid-Grünscheid, Dormagen, Erftstadt, Euskirchen, Hennef, Hürth, Kerpen, Köln-Höningen, Köln-Libur, Köln-Meschenich, Köln-Roggendorf/Thenhoven, Leichlingen, Lorsbach, Niederkassel, Odenthal, Pulheim, Rommerskirchen, Wesseling.

NetCologne stellt das eigene Netz als Open Access anderen Wettbewerbern zur Verfügung.

Digitales Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1996 bietet NetCologne im Raum Köln/Bonn auch Kabelfernsehen an, seit Ende 2005 zusätzlich zu den analogen auch digitale Fernsehprogramme. Damit tritt NetCologne in Konkurrenz zum Kabelanbieter Unitymedia. Das Programmangebot von NetCologne stammt teilweise vom Anbieter KabelKiosk, Eutelsat, teilweise speist NetCologne die Programme selber ein. Insgesamt bietet NetCologne über 400 TV- und Radioprogramme an. Zusätzlich zu den unverschlüsselten, kostenfreien Sendern bietet NetCologne kostenpflichtige Programmpakete und den Kabelanschluss Premium +HD an. Der Kabelanschluss Premium +HD beinhaltet die Privatsender in HD.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Analoge Telefonanschlüsse (nur für Altkunden oder in Verbindung mit NetDSL)
  • ISDN-Anschlüsse
  • DSL-Anschlüsse
    • Privatkunden-DSL bis 18 Mbit/s in Empfangsrichtung und bis 1 Mbit/s in Senderichtung
    • Firmenkunden
      • DSL bis 18 Mbit/s in Empfangsrichtung und 192 kbit/s bis 1 Mbit/s in Senderichtung
      • G.SHDSL.bis 20Mbit/s in Empfangs- und Senderichtung
      • SVDSL bis 100Mbits/s in Empfangs- und Senderichtung
  • Glasfaser-DSL für Privatkunden von 25 Mbit/s bis 100 Mbit/s in Empfangsrichtung und 2,5 Mbit/s bis 40 Mbit/s in Senderichtung
  • Multikabel-Anschlüsse (HFC) für Privatkunden von 10 Mbit/s bis 400 Mbit/s in Empfangsrichtung und 1 Mbit/s bis 40 Mbit/s in Senderichtung
  • Mobilfunk (E-Plus oder wahlweise Vodafone-Netz, Privatkunden); (Vodafone-Netz, Geschäftskunden) mit LTE bis 375 Mbit/s
  • Kabelanschluss Premium
  • Programmpakete für Unterhaltung, Film, Sport...
  • Kabelanschluss Premium + HDTV
  • Domain- und Homepage-Services für Geschäfts- und Privatkunden
  • Für Geschäftskunden: Telefondienste – unter anderem Telefonanlagen, Internetdienste, Festverbindungen und Corporate Networks, Komplettlösungen inklusive Serverhousing

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Daten und Fakten. NetCologne, abgerufen am 28. Januar 2016.
  2. Wir wechseln zu NetCologne. WOGEDO, 30. Januar 2012, archiviert vom Original am 20. September 2016, abgerufen am 28. Januar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: NetCologne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien