Giovanni Antonio Boretti

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Giovanni Antonio Boretti (um 1640 in Rom17. Dezember 1672 in Venedig) war ein italienischer Opernsänger der Stimmlage Bass und Komponist, der hauptsächlich für seine acht Opern bekannt ist.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Boretti ist im Wesentlichen nur bekannt, was in den Vorreden zu den Libretti seiner Opern erwähnt wird. Gesichert ist seine römische Herkunft. Möglicherweise war Guid’Antonio Boretti aus Gubbio, tätig in Rom von 1619 bis 1646, erwähnt als Sänger der Oper La maga fulminata (Venedig 1638), sein Vater.[1]

Verbürgt ist seine Tätigkeit als Sänger, durch die Vorreden der Oper Le fortune di Rodope e Damira (Pietro Andrea Ziani, Turin 1662) und seines eigenen Werkes Alessandro Amante (1667). Er soll von 1659 bis 1661 an der Basilika Sant’ Antonio in Padua gesungen haben.[2]

Seine erste Oper – La Zenobia (1666) – war auch die erste des Librettisten Matteo Noris. Sie handelte von Septimia Zenobia, Königin von Palmyra, die im dritten Jahrhundert lebte. Die Uraufführung fand am Teatro San Cassiano statt, wo ab 1659 üblicherweise Komödien gespielt wurden.[2][3] Das Werk ist Filippo Giuliano Mazarin Mancini gewidmet. Dem Libretto ist zu entnehmen, dass Boretti in der Rolle des Satrapenkönigs auftrat und dass die Kulissen von Francesco Santurini (1627–1682) gemalt wurden.

Für die venezianische Karnevalsaison 1667/68 war am Teatro Santi Giovanni e Paolo die Oper Eliogabalo von Francesco Cavalli angekündigt, ein Drama über den römischen Kaiser Elagabal. Die Premiere wurde jedoch kurzfristig abgesagt.[4] Stattdessen wurde Borettis Eliogabalo mit einem neuen Libretto von Aurelio Aureli gegeben. Während bei Cavalli der wollüstige und ausschweifende Kaiser am Ende ermordet wird, überlebt er in Borettis Fassung und bereut seine Taten. Die Cavalli-Version wurde 1999 in Crema uraufgeführt und danach u. a. in Brüssel, Innsbruck, Paris und Amsterdam vorgestellt. Borettis Oper hingegen ist bislang vergessen.

Ab 3. April 1672 war Boretti als Vize-Kapellmeister am Hofe von Parma verpflichtet.[1] Er starb in Dezember desselben Jahres in Venedig während der Vorbereitung seiner letzten Opern – Domitiano und Claudio Cesare, die zehn Tage nach seinem Tod uraufgeführt wurden.

Postum gelangte seine Oper Eliogabalo auch in seiner Geburtsstadt Rom zur Aufführung, am 4. Januar 1673 im Teatro Tordinona.[1] Dieses Werk wurde 1687 erneut in Venedig gezeigt, allerdings unter einem anderen Titel.

Opern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Werke gelangten in Venedig zur Uraufführung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Luca Zoppelli, Lorenzo Bianconi: Boretti, Giovanni Antonio. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 3 (Bjelinski – Calzabigi). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2000, ISBN 3-7618-1113-6 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
  2. a b Eleanor Selfridge-Field: A New Chronology of Venetian Opera and Related Genres, 1660-1760, Stanford University Press, 2007, S. 84.
  3. In unserer Zeit wesentlich bekannter ist die Zenobia des Metastasio, erstmals vertont 1737 von Bononcini und in Wien uraufgeführt. Dieses Werk handelt allerdings von einer anderen historischen Persönlichkeit, nämlich der iberischen Zenobia, der Gattin des Rhadamistos.
  4. Mauro Calcagno (Übersetzung: Maja Kamprath): „Eliogabalo“ von Francesco Cavalli in Dortmund, aus [t]akte 2/2010