Giovanni Bonalumi

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Giovanni Bonalumi (* 5. April 1920 in Muralto; † 8. Januar 2002 in Locarno) war ein Schweizer Schriftsteller und Literaturhistoriker aus dem Kanton Tessin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giovanni Bonalumi wurde 1920 in Muralto als Sohn eines italienischstämmigen Bahnbeamten und einer Bauerntochter geboren. Nach dem Tod seines Vaters trat er als Elfjähriger in das Internat des bischöflichen Priesterseminars von Lugano ein. Die Maturität erlangte er am Kollegium in Einsiedeln. Ab 1943 studierte er Literaturwissenschaft an der Universität Freiburg (Schweiz) und promovierte 1947 zum Doktor in französischer und italienischer Literatur. Nach Studien in Florenz und London unterrichtete er von 1950 bis 1973 am Lehrerseminar Locarno. Von 1973 bis 1990 war er zusätzlich Ordinarius für italienische Literatur an der Universität Basel.

Daneben verfasste er mehrere, zum Teil autobiografische Romane und Erzählungen. Für seinen Roman Gli ostaggi (1954), der seine Jugenderlebnisse im Priesterseminar thematisierte, erhielt er den Charles-Veillon-Preis zugesprochen. Neben seinen belletristischen Arbeiten veröffentlichte er auch mehrere literaturwissenschaftliche Schriften. Für seine Übersetzertätigkeit von Gedichten aus dem Englischen und Französischen wurde ihm 2001 der Übersetzerpreis der italienischen Stadt Monselice verliehen. Im Jahr 1971 war er Präsident des Schweizerischen Schriftstellerverbandes. Bonalumi starb 2002 in Locarno[1].

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gli ostaggi. Romanzo. Florenz 1954, Bellinzona 1979/1986, Bergamo 1997. (Les otages. Genf 2002; Die Geiseln. Frauenfeld 2010)
  • Per Luisa. Romanzo. Chiasso 1972, Bergamo 1995. (Pour louise, Genf 2002)
  • Coincidenze. Bellinzona 1986.
  • Il profilo dell'eremita e altri racconti. Erstausgabe: Florenz 1996.
  • Album, quattordici poesie. Bellinzona 1990.
Übersetzungen
  • Album inglese. Quaderno di traduzioni (1948-1998). Bergamo 2000

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles-Veillon-Preis (1954)
  • Festschrift: A Giovanni Bonalumi. Per il suo sessantesimo dal Seminario di romanistica di Basilea. Basel 1980
  • Übersetzerpreis der Stadt Monselice (2001)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ottavio Lurati, Renato Martinoni (Hgg.): Itinerari europei. Letteratura, lingua, società; per Giovanni Bonalumi (mit Werkverzeichnis). Locarno 1991.
  • Renato Martinoni: Ricordo di Giovanni Bonalumi. In: Versants 41 (2002), S. 205–206.
  • Danielle Benzonelli: Aus der klerikalen Enge in die weite Welt der Literatur. In: Giovanni Bonalumi: Die Geiseln. Frauenfeld 2010. ISBN 978-3-7193-1544-3.
  • Antonio Stäuble: Giovanni Bonalumi. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Giovanni Bonalumi auf ticinarte.ch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]