Glashofen

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Glashofen
Stadt Walldürn
Wappen von Glashofen
Koordinaten: 49° 37′ 25″ N, 9° 21′ 58″ O
Höhe: 396 m ü. NN
Fläche: 9,8 km²
Einwohner: 310
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 74731
Vorwahl: 06282

Glashofen ist ein Stadtteil von Walldürn im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg. Es liegt im östlichen Odenwald 5 Kilometer nördlich der Kernstadt. Zum Stadtteil Glashofen gehört die Waldhufensiedlung Neusaß.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung Glashofen wird im Südwesten durch das Marsbachtal begrenzt und erstreckt sich bis in die Nähe von Walldürn. Im Westen liegt etwas tiefer Gerolzahn, im Nordwesten grenzt im sich einschneidenden Kaltenbachtal Reinhardsachsen an. Nordöstlich im benachbarten Eichelbachtal liegt Wettersdorf und im Osten am Übergang zum Muschelkalk Höpfingen. An den südlichen Seiten dehnen sich weite Waldflächen in den Distrikten Großer Wald und Neusaßer Berg aus. Der Distrikt Neusaßer Berg steigt vom tiefsten Punkt der Gemarkung mit 270 m ü. NN auf die höchste Erhebung mit 448 m an. Der Naturpark Neckartal-Odenwald umfasst die Gemarkung teilweise.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In römischer Zeit verlief der Obergermanisch-Raetische Limes bei Neusaß in Nord-Süd-Richtung durch die Stadtteilgemarkung von Glashofen. Dessen Siedlungsbereich wiederum liegt östlich des Limes, also außerhalb der ehemaligen Begrenzung. Die Überreste von vier römischen Wachtürmen wurden in der Gemarkung gefunden. Neben dem Wachturm „Wp 7/31“ entdeckte man im Flurdistrikt Steinernes Haus die Grundmauern eines römischen Verwaltungs- oder Vorratsgebäudes. Im 19. Jahrhundert wurde Wp 7/31 auch – nicht zu verwechseln mit dem wenige Kilometer entfernten Kleinkastell Hönehaus – als Hönehaus bezeichnet. Dort spielt die lokal bekannte Sage vom Riesenfräulein.[2]

Die erste erhalten gebliebene Erwähnung des Ortes als Glasofen weist in das Jahr 1286. Der Ortsname ist wahrscheinlich vom Namen Nikolaus abgeleitet: ‚Hof des Klas‘. Die Gemarkung wurde vermutlich im Zuge der Kolonisation des Odenwaldes von der großen fränkischen Urmark Dürn abgetrennt.

1935 wurden Reinhardsachsen, Kaltenbrunn, Gerolzahn und Gottersdorf nach Glashofen eingemeindet, 1945 aber wieder abgetrennt.[3]

Bei der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurde Glashofen am 1. Januar 1975 in die Stadt Walldürn eingemeindet.[4]

Ehemaliges Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glashofen war am 14. August 1959 auf Basis eines Vorschlags des Generallandesarchivs aus dem Jahr 1909 ein Wappen verliehen worden. „In geteiltem Schild oben in Rot eine rotgefütterte silberne (weiße) Mitra, schräggekreuzt mit einem goldenen (gelben) Krummstab, unten in Blau ein rotbewehrter silberner (weißer) Adler.“ Das Wappen erlosch 1975 mit der Eingemeindung nach Walldürn.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verkehrsnetz liegt die Gemarkung im nordwestlichen Winkel zwischen den Bundesstraßen 27 und 47.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verordnung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten Baden-Württemberg über den Naturpark „Neckartal-Odenwald“ vom 6. Oktober 1986 (GBl. v. 23. Dezember 1986, S. 446). § 2, Abs. 2. LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg; abgerufen am 13. März 2015.
  2. Ernst Fabricius in: Ernst Fabricius, Felix Hettner, Oscar von Sarwey (Hrsg.): Der obergermanisch-raetische Limes des Roemerreiches. Abteilung A, Band 4. Strecken 7 bis 9, Verlag von Otto Petters, Heidelberg, Berlin und Leipzig 1931. S. 75.
  3. Landeskunde entdecken online, Glashofen. LEO-BW; abgerufen am 12. November 2014.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 485.
  5. Die Wappen von Walldürn und seinen Stadtteilen. Webseite von Walldürn; abgerufen am 25. Februar 2015.