Global Climate Coalition

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Die Global Climate Coalition (GCC, deutsch: Globale Klima-Koalition) war ein Interessenverband mehrerer Weltkonzerne vor allem der Automobilindustrie und der Mineralölindustrie, dessen Ziel es war, staatliche Maßnahmen zur Senkung der Emission von Kohlendioxid zu verhindern. Sie wurde als ein früher Vertreter einer Frontgruppe der organisierten Klimaleugnerbewegung gegründet. Sie hatte das Ziel, Belege für die menschengemachte globale Erwärmung bekämpfen und Klimaschutzmaßnahmen zu verhindern, ohne dass direkte Rückschlüsse auf die sie finanzierenden Unternehmen, vorrangig aus der Energie- und Autobranche, geschlossen werden konnten.[1]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GCC wurde 1989 als Reaktion auf die Errichtung des Weltklimarates gebildet und war bis 2002 operativ tätig. Ihr gehörten unter anderem die Mineralölkonzerne Exxon Mobil, Royal Dutch Shell, BP und Texaco sowie die Autobauer Ford, General Motors und DaimlerChrysler an.[2] 2002 löste sie sich auf, nachdem die Mitglieder davon überzeugt waren, dass die Regierung George W. Bush ihre Ziele verfolgte.[1]

Ihre Ziele verfolgte die GCC, indem sie Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur globalen Erwärmung säte.[3] Hierzu zog sie einerseits grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich in Zweifel und gab andererseits die tatsächlich bestehenden Unsicherheiten des Forschungsstandes in Detailfragen als grundlegende Unsicherheiten aus. Es gelang ihr, sogenannte Klimaskeptiker in öffentlichen medialen Diskussionen zu platzieren und dadurch in der Öffentlichkeit den irrigen Eindruck zu erwecken, es handele sich bei der globalen Erwärmung nicht um einen Konsens in der Wissenschaft, sondern um eine wissenschaftliche Kontroverse. Besonders aktiv war die GCC in ihrem Widerstand gegen die amerikanische Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls, zudem spielte sie eine wichtige Rolle bei den Angriffen auf den Klimaforscher Benjamin Santer, dem sie die Manipulation eines Kapitels des Zweiten Sachstandsberichtes des IPCC vorwarf. Ziel dieser unbegründeten Attacken war es, den Report und damit den IPCC insgesamt zu diskreditieren.[1]

Ihre Lobby- und PR-Aktivitäten gegen die Klimaforschung führten sie trotz des Wissens der Mitgliedergesellschaften aus, dass deren Ergebnisse wissenschaftlich fundiert waren. So hatte unter anderem eine interne Sachstandsbewertung ergeben, dass die Behauptungen von Klimaskeptikern "keine überzeugenden Argumente gegen das konventionelle Modell des durch Treibhausgase verursachten Klimawandels boten". [4] Auf diese Weise täuschte die GCC Entscheidungsträger jahrelang über die wissenschaftlichen Fakten und verzögerte entschlossene Klimaschutzmaßnahmen immer weiter.[5] Al Gore hat der GCC vorgeworfen, „einen schwereren Betrug als Madoff begangen zu haben. Die GCC habe Personen angelogen, die ihnen vertraut haben, um Geld einzunehmen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spencer R. Weart: The Discovery of global warming. Harvard University Press, Cambridge 2008

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial, in: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.). The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press 2011, S. 144-160, 150.
  2. Christiane Frantz, Annette Zimmer: Zivilgesellschaft international: alte und neue NGOs, Verlag Leske + Budrich, 2002, ISBN 3810030090, Seite 219ff.
  3. Pascal Bader: Europäische Treibhauspolitik mit handelbaren Emissionsrechten: Empfehlungen für die Umsetzung der Kyoto-Verpflichtung vor dem Hintergrund US-amerikanischer Lizenzierungserfahrungen, Verlag Duncker & Humblot, 2000, ISBN 3428101154, Seite 32.
  4. David Miller, William Dinan: Resisting meaningful Action on Climate Changes. Think tanks, ‘merchants of doubt’ and the ‘corporate capture’ of sustainable development. In: Anders Hansen, Robert Cox (Hrsg.), The Routledge Handbook of Environment and Communication. London 2015, 86-99, S. 90.
  5. Stefan Rahmstorf: Wie viel CO2 ist zu viel?, 29. April 2009.
  6. Washington Post: Industry Group Excised Own Experts' Climate Findings From Report, 25. April 2009.