Glockengießerei Otto (Saarlouis)

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Annonce der Glockengießerei Otto von 1954
Neue Glocken der Kirche St. Josef in Sankt Ingbert, bei deren Guss das Material des früheren Otto-Geläutes mitverarbeitet wurde

Die Saarlouiser Glockengießerei Otto war eine Glockengießerei in der saarländischen Kreisstadt Saarlouis, im Stadtteil Fraulautern. Sie wurde von Karl Otto von der Glockengießerei Otto, Bremen, gegründet. Mit der Saarlouiser Glockengießerei führten die Glockengießer Otto die Kontakte zu den Kirchengemeinden im Saarland aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg fort und intensivierten diese. Seit Ende 1960 ist die Gießerei in Saarlouis geschlossen. Die Marienstatue zum Brunnen auf dem Saarlouiser Marktplatz wurde auch hier geformt und gegossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarlouiser Glockengießerei wurde 1953 durch Karl Otto und Aloys Riewer gegründet. Die Gießerei bestand bis 1960 in Saarlouis-Fraulautern und goss hauptsächlich Bronzeglocken. Von den über 500 Glocken hängen die meisten in den Kirchen des Saarlandes. Aber schon vor dem Zweiten Weltkrieg lieferten die Glockengießer Otto aus Hemelingen/Bremen Glocken ins Saarland, von denen über 60 % im Zweiten Weltkrieg vernichtet und zu Rüstungszwecken eingeschmolzen wurden. Die Saarlouiser Glockengießerei goss Geläute im gesamten Saarland, jedoch auch in Teilen von Rheinland-Pfalz und ganz Deutschland. So sind nahezu alle Bronzegeläute der Stadt Saarlouis von Otto gegossen worden.

In den Jahren 1953 bis 1960 goss die Gießerei über 50 % der in diesen Jahren im Saarland hergestellten und in Kirchen aufgehängten Glocken. Da die meisten Kirchen des Saarlandes Anfang der 1960er Jahre über Glocken verfügten und damit die Nachfrage zurückging, aber auch weil Karl Otto im Jahr 1960 verstarb, wurde die Gießerei in Saarlouis Ende 1960 geschlossen. In den letzten Monaten gehörte die Saarlouiser Glockengießerei Dieter Otto, der auch die Glockengießerei Otto in Bremen-Hemelingen von seinem Vater erbte und diese bis 1974 führte.

Heute befindet sich auf dem ehemaligen Firmengelände die Produktionsstätte des zur Liqui Moly-Gruppe gehörenden Mineralölwerks Méguin.

Gegossene Geläute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto goss hauptsächlich Bronzeglocken, welche im saarländischen Raum verwendet werden. Es existieren viele Geläute mit der Tonanordnung b0–d1–f1–g1–a1, dem Eingangsmotiv der marianischen Antiphon Salve Regina (Salve-Regina-Geläut).

Beispiele der von Otto gegossenen Geläute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Ort Tonanordnung Sonstiges
St. Ludwig Saarlouis c1–d1–f1–g1–a1 Besonders guter Klang durch den vor der Kirche befindendlichen Großen Markt
Maria Himmelfahrt Roden (Saar) gis0–h0–cis1–e1–fis1 gis1 Größtes Geläut im gesamten Saarland
Hl. Dreifaltigkeit Fraulautern b0–d1–f1–g1–a1 Eines der klangstärksten Geläute von Otto
Apollonia-Kapelle Fraulautern a2 Ausschließlich per Seil zu läuten; diese Glocken wurde 1930 durch F. Otto, Hemelingen/Bremen gegossen!
St. Hildegard St. Ingbert gis0–h0–dis1–fis1–gis1 Läuten per Seil ist möglich
St. Josef St. Ingbert a0–cis1–e1–fis1–a1 Geläut bei Brand 2007 zerstört, Material bei neuem Geläut mitverarbeitet.
Stiftskirche St. Arnual Saarbrücken b0–d1–f1–g1–a1 An einer Erweiterung mit einer b1 wird gearbeitet
St. Josef Homburg d1–fis1–a1–h1 Gehört zu den klanglich weichesten Geläuten der Gießerei
Adventskirche Homburg e1–g1–h1–d2–e2 läutet auch an gewöhnlichen Sonntagen mit allen Glocken
Maria vom Frieden Homburg h0–dis1–fis1–gis1–ais1 Die tontiefste Glocke h0 stammt von der Glockengießerei Otto, Bremen