Fraulautern

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Historische Lage der Abtei und des Dorfes Fraulautern am Flandernweg auf dem "Plan de Sarlouis et de la Situation", Karte um 1740 mit der städtischen Befestigungsanlage; im Osten das Dorf Fraulautern mit seiner Abtei am Ufer der Saar (Stadtarchiv Saarlouis)

Fraulautern ist ein Stadtteil der Kreisstadt Saarlouis im Saarland. 1936 wurde das Dorf Fraulautern der Stadt Saarlouis eingemeindet. Fraulautern diente als Namenspate, als Saarlouis 1936 den Namen Saarlautern erhielt. Fraulautern hat etwa 7000 Einwohner.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Fraulautern, es wurde bereits zur Zeit des Abtei Fraulautern vom damaligen Damenstift verwendet

Während Saarlouis selbst links der Saar liegt, befindet sich der Stadtteil Fraulautern (ebenso wie die Stadtteile Roden und Steinrausch) auf der rechten Saarseite. Fraulautern grenzt an das ehemalige Kohlebergwerk der Nachbargemeinde Ensdorf.

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apolloniakapelle

Der Ort „Lutrea Wilre“ war zur Prozession nach Mettlach verpflichtet, die auf Erzbischof Ruotbert von Trier zurückgeht. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts ist hier eine Niederlassung regulierter Kanoniker oder Augustinermönche bezeugt, aus der mit dem Einzug eines Frauenkonvents die Abtei Fraulautern hervorging, ein Damenstift adliger Augustinerinnen.

Der Ortsname Fraulautern leitet sich von den Frauen, also den Nonnen des Klosters, ab sowie vermutlich von dem keltischen Wort „Lutra“ für „sumpfiger Bach“.[1] Gemeint wäre hier also eine Ortslage an der Einmündung des Fraulauterner Baches in die Saar.

Das erste Konventssiegel des Klosters trug das Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit als Schutzpatron des Klosters. Das Kloster selbst gehörte seit 1581 zum Herzogtum Lothringen, erstritt aber bezüglich seines Besitzes in Schwarzenholz 1765 vor dem Reichskammergericht die Reichsunmittelbarkeit. Und war bis 1815 dem Kanton Saarlouis zugeordnet, im Département Moselle.

1540 wurde die heutige Apollonia-Kapelle als Pfarrkirche konsekriert. Die 1739 gebaute Klosterkirche übernahm 1814 die Funktion als Pfarrkirche. Der Beschluss zum Bau einer neuen Pfarrkirche fiel 1884, die Grundsteinlegung fand 1893 statt, 1895 wurde das gewaltige Bauwerk konsekriert[2].

Der erste Bahnhof auf dem Territorium des heutigen Saarlouis wurde im Zuge des Baus der Saarstrecke am 16. Dezember 1858 in Fraulautern eröffnet.[3] Die Verlegung des heutigen Saarlouiser Hauptbahnhofs an den Standort im Stadtteil Roden geschah am 19. Dezember 1912.[4]

Am 1. Dezember 1944 zerstörten Luftangriffe große Teile Fraulauterns, darunter auch Pfarrkirche und Apollonia-Kapelle. Das heutige Gotteshaus, die Kirche Hl. Dreifaltigkeit, wurde am 16. November 1960 von Weihbischof Bernhard Stein konsekriert. Der Grundstein wurde 1949 gelegt.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in Fraulautern gesprochene Mundart gehört zu den moselfränkischen, saarländischen Dialekten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kulturelle Angebot ist umfangreich. So existieren beispielsweise mehrere über die Stadtgrenzen bekannte Chöre und Orchester sowie eine Theatergruppe.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit mit ihrem markanten Turm prägt das Ortsbild. Eine weitere Pfarrkirche befindet sich in der Siedlung Kreuzberg (St. Josef). Pfarrer beider Pfarrgemeinden ist seit dem 1. Juli 2011 Hans-Kurt Trapp. Die spätgotische Friedhofskapelle St. Apollonia von 1540 (ehemals Pfarrkirche St. Trinitatis) gehört zu den ältesten Gebäuden des Ortes.

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt den Sportverein SV 09 Fraulautern mit den Kategorien Fußball und Boxen. Die Fußballabteilung trägt ihre Spiele im Stadion „Großer Sand“ aus, wo neben einem Rasenplatz seit Juni 2011 auch eine Kunstrasenanlage zu finden ist.[5]

Des Weiteren existiert der HSV 1924 Fraulautern, in dem nur Handball gespielt wird.

Der Turnverein 1878 Saarlouis–Fraulautern mit seinen rund 700 Mitgliedern bietet in den Abteilungen Turnen, Leichtathletik, Volleyball, Ski, Fitness, Gesundheitssport und Wandern sowohl Leistungs- wie auch Breitensport an.

Darüber hinaus existiert der Tischtennisclub TTSV Saarlouis-Fraulautern, hervorgegangen aus der Tischtennisabteilung des SV 09. Die erste Damenmannschaft gewann in der Saison 2006/07 die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Süd und spielt zurzeit in der Regionalliga.

Die seit 1994 bestehende Tartanbahn nutzen die Leichtathletik-Startgemeinschaft Saarlouis, der auch der SV 09 Saarlouis-Fraulautern und der Turnverein Saarlouis-Fraulautern von 1878 angehören, sowie der LAC Saarlouis.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister des Ortes bis zur Eingemeindung im Jahre 1936 war Peter Neis, dessen Grab auf dem Alten Friedhof noch erhalten ist. Das Rathaus des Ortes war die heutige Grundschule Im Alten Kloster.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Versorgung mit Einzelhandelsgeschäften ist trotz spürbarer Abwanderung in die Stadt und auf die grüne Wiese gut. Zwei Betriebe der metallverarbeitenden Industrie (Verzinkerei Becker GmbH, Nedschroef Fraulautern GmbH) produzieren in Fraulautern. Ein weiterer großer Arbeitgeber ist die Schokoladenfabrik Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG (Trumpf).

Öffentliche Einrichtungen: Vereinshaus, Grundschule Im alten Kloster, Erweiterte Realschule Martin Luther King, zwei Kindergärten.

Sportliche Einrichtungen: Tennisplätze (TCF 1979), Fußballplätze (SV 09), eine Sporthalle (die Damen der 1. Tischtennis-Bundesliga spielen in der Steinrauschhalle).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die stark befahrenen Bundesstraßen B51 (Richtung Ensdorf / Bous) und B405 (Richtung Saarwellingen) sowie die Bahnstrecke Trier - Saarbrücken trennen den Ort zu Lasten der Bevölkerung in einzelne Sektoren.

Fraulautern ist durch die Anschlussstelle Saarwellingen-Mitte der A8 (Luxemburg - Salzburg) über das europäische Autobahnsystem erreichbar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Kirsch: Artikel „Warum heißt die Saar »Saar« oder wer war vor den Kelten da?“, in: Unsere Heimat, Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft, 41. Jahrgang, Heft Nr. 2, 2016, S. 45–56, hier S. 49.
  2. Zeittafel Hl. Dreifaltigkeit Fraulautern, abgerufen am 21. Februar 2014
  3. Geschichte von Fraulautern. Abgerufen am 24. Februar 2012
  4. Saarlouiser Bahnhof auf rodena.de
  5. Kunstrasenplatz beim SV 09 Fraulautern vom 5. Juni 2011. Abgerufen am 27. Juli 2011.

Koordinaten: 49° 20′ N, 6° 46′ O