Goma

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Dieser Artikel behandelt die Stadt in der Demokratischen Republik Kongo, für weitere Bedeutungen siehe Goma (Begriffsklärung)
Goma
Goma (Demokratische Republik Kongo)
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Koordinaten 1° 41′ S, 29° 14′ O-1.67529.225Koordinaten: 1° 41′ S, 29° 14′ O
Basisdaten
Staat Demokratische Republik Kongo

Provinz

Nord-Kivu
Einwohner 500.000 (2007)
Goma an den Ufern des Kivusees

Goma ist eine Großstadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo und Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu. Goma liegt im Territorium Nyiragongo.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt zwischen dem Vulkan Nyiragongo im Norden und den Ufern des Kivusees im Süden am Ostafrikanischen Grabenbruch (Zentralafrikanischer Graben). Unmittelbar östlich von Goma liegt die Staatsgrenze zu Ruanda und die zu Ruanda gehörende Stadt Gisenyi. Die Einwohnerzahl ist in den letzten Jahren durch Bürgerkriegsflüchtlinge stark gestiegen und lag 2007 bei rund 500.000 Einwohnern.

Geschichte[Bearbeiten]

Während des Bürgerkrieges und Völkermords im nahe angrenzenden Ruanda 1994 war Goma eines der Hauptziele für Flüchtlinge. Unter diesen waren nebst Zivilisten auch Mittäter des Genozids. Nachdem über eine Million Flüchtlinge die Stadt erreicht hatten, brach in den Lagern eine Cholera-Epidemie aus, die mehrere Tausend Opfer forderte. In den Jahren 1997 und 1998, als der Bürgerkrieg im Kongo nach dem Sturz von Präsident Mobutu Sese Seko eskalierte, eroberten ruandische Regierungstruppen Goma. Im Zuge der Verfolgung von Hutu, die in der Stadt Zuflucht gesucht hatten, töteten sie auch Hunderte Unbeteiligte.

Im Jahre 2002 wurde die Stadt von einem Lavastrom aus dem etwa 14 km entfernten Nyiragongo im Norden zu großen Teilen zerstört. Viele Gebäude gerade im Stadtzentrum sowie der Flughafen Goma International Airport waren betroffen. Von den 3.000 Metern der Start- und Landebahn sind bis heute noch fast 1.000 Meter unter einer Lavaschicht begraben, so dass der internationale Verkehr ihn meidet. Rund 250.000 Einwohner der Stadt mussten flüchten. Es gab 147 Todesopfer, viele Flüchtlinge blieben obdachlos oder haben sich am Rande der Lavafelder Notunterkünfte gebaut. Seit April 2009 wird unter Führung der Welthungerhilfe das Rollfeld des Flughafens von der Lava befreit. Die Bedrohung, dass sich bei einer erneuten Eruption Lavamassen aus dem innerhalb des Vulkankraters befindlichen Lavasee erneut ins Tal und auf die Stadt ergießen, besteht nach wie vor.[1]

Am 15. April 2008 raste nach dem Start vom Flughafen Goma eine Douglas DC-9 mit 79 Passagieren und 6 Besatzungsmitgliedern über das südliche Startbahnende hinaus in das Wohn- und Marktgebiet Birere. Etwa 40 Personen aus dem angrenzenden Siedlungsgebiet kamen ums Leben, mindestens 53 Passagiere und die 6 Besatzungsmitglieder überlebten jedoch. Das Feuer aus dem brennenden Wrack konnte sich aufgrund des starken Regens nicht ausbreiten, Anwohner konnten das Feuer zusätzlich eindämmen.

Zehntausende Menschen flohen Ende Oktober 2008 aufgrund einer Offensive von Tutsi-Rebellen aus der Stadt.[2]

Am 21. November 2012 wurden große Teile der Stadt von der gegen die Zentralregierung unter Präsident Joseph Kabila kämpfenden Rebellenbewegung M23 eingenommen. Dort stationierte UNO-Friedens-Truppen griffen im Gegensatz zu früheren Aktivitäten nicht mehr ein.[3] Am 1. Dezember begannen sie nach Überschreitung eines Ultimatums der Internationalen Konferenz der Großen Seen Afrikas und zwei Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, sich aus der Stadt zurückzuziehen.

Goma ist Sitz des Bistums Goma.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Goma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Riesiger Lavasee bedroht afrikanische Großstadt. Spiegel online vom 17. Februar 2011
  2. Tagesschau:Tutsi-Truppen stehen vor Goma (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  3. Rebellen rücken in Goma ein. Spiegel online vom 20. November 2012