Gond

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Dieser Artikel behandelt das Volk der Gond; für das Rockfestival siehe unter G.O.N.D. Zum ungarischen Biathleten siehe Balázs Gond.
Gond-Frauen im indischen Distrikt Umaria

Die Gond sind eine Ethnie mit einer dravidischen Sprache. Das Volk mit etwa vier Millionen Angehörigen lebt in Zentralindien in der historischen Landschaft Gondwana, deren Name aus dem Dravidischen kommt und so viel wie „Land der Gond“ bedeutet.

Das hauptsächliche Siedlungsgebiet der Gond liegt im Staat Madhya Pradesh. Etwa zwei Millionen von ihnen sprechen die dravidische Sprache Gondi, die Gond-Bevölkerung im Bastar-Distrikt in Chhattisgarh spricht Bhatri, einen recht stark abweichenden Dialekt der indoarischen Sprache Oriya. Die Gond sind die größte Gruppe der Adivasis, der Ureinwohner Indiens, in Zentralindien.[1]

Die Gond stehen in einer sozialen und kulturellen Beziehung mit den Pardhan, deren Musiker in den Häusern der Gond epische Geschichten vortragen, die sie auf der Fiedel bana oder gelegentlich auf der Bogenharfe bin-baja begleiten. Bei den Gond von Bastar gehören Gruppengesänge und Gruppentänze zu festlichen Anlässen. Es gibt traditionelle Gesänge, um Regen zu machen, Gesänge und Tänze bei Jagdzeremonien, Erntefesten und Hochzeiten. Zu den begleitenden Rhythmusinstrumenten gehören die große, zweifellige Zylindertrommel dhol, die etwas kleinere Fasstrommel dholak, die kleine Kesseltrommel turimuri (turburi) und gelegentlich die glockenförmige, hölzerne Schlitztrommel dudra. Blasinstrumente sind eine etwa 80 Zentimeter lange Querflöte (bopur berod) und beim Bisonhorntanz ein entsprechendes Horn, das zwei Töne hervorbringt. Eine einfache professionelle Band, die bei Hochzeiten spielt, kann aus eine großen Kesseltrommel nissan, einer kleinen Kesseltrommel turburi und einer Kegeloboe mohori bestehen.[2]

Bhajju Shyam ist ein international bekannter bildender Künstler der Gonds.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verrier Elwin, Shamrao Hivale: Songs of the Forest. The Folk Poetry of the Gonds. Allen & Unwin, London 1935
  • Matthias Hermanns: Die religiös-magische Weltanschauung der Primitivstämme Indiens. Bd. 2. Die Bhilala, Korku, Gond, Baiga. Steiner, Wiesbaden 1966
  • Walter Kaufmann: The Songs of the Hill Maria, Jhoria Muria and Bastar Muria Gond Tribes. In: Ethnomusicology, Bd. 4, Nr. 3, September 1960, S. 115–128

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gond – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gondi people. nagpurpulse.com
  2. Jan Van Alphen: Begleitheft der CD Traditions musicales des Gond / Musical Traditions of the Gond. Archives Internationales de Musique Populaire (AIMP XX), Genf 1990 (Aufnahmen von 1978, 1980, 1981)