Google Play Dienste

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Google-Play-Dienste
Basisdaten

Maintainer Google LLC
Betriebssystem Android
Lizenz proprietär
developer.android.com/distribute/play-services

Die Google-Play-Dienste (engl. Google Play Services) sind ein Bündel an proprietären Hintergrunddiensten und APIs für Android-Geräte[1], entwickelt und bereitgestellt von Google. Bei der Erstvorstellung im Jahr 2012 boten die Play-Dienste Zugang zu den Google+-APIs und OAuth 2.0. Seitdem hat sich das Spektrum der verfügbaren Google-Dienste stark erweitert.

Funktionalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Google Play Game“-Dienste können benutzt werden, um soziale Interaktion mit anderen Mitspielern zu ermöglichen, unter anderem mit Punktetabellen, Achievements und Multiplayer-Funktionalität. Die API „Saved Games“ kann verwendet werden um gespeicherte Spielstände über Googles Cloud-Infrastruktur zu synchronisieren.[2] Die Location-APIs abstrahieren die verwendete Ortungstechnologie weg, und bieten Geofencing-APIs zum Auslösen bestimmter Aktionen beim Betreten oder Verlassen spezifischer geographischer Gebiete. Außerdem kann auch der „Fused Location Provider“ adressiert werden, um mit weniger Akkuverbrauch geortet zu werden. Zusätzlich kann Aktivitätserkennung benutzt werden, um zu erkennen welche Aktivität die Nutzer gerade ausüben (z. B. Fahrradfahren, Laufen usw.)[3].

Die Google+-Plattform bietet Single Sign-on (SSO), was Nutzern ermöglicht automatisch in Applikationen angemeldet zu werden, meistens zur Personalisierung des Nutzererlebnis. Zusätzlich ermöglicht es auch das Teilen von Inhalten über Google+.[4] Die API „Google Maps Android“ erlaubt das native Einbinden von Google Maps oder Street View in Applikationen, mit optionalen Overlays oder eigenen Markierungen.[5] Die API „Google Drive Android“ gibt Zugang zu Google Drive als Speichermedium, mit Werkzeugen zum Suchen und Manipulieren von Dateien und Dokumenten.[6] Die API „Google Cast Android“ fügt Streaming-Funktionalität via Chromecast zu Apps hinzu, mit Helferfunktionen für übliche Audio-, Video- und Bildformate.[7]

„Google Mobile Ads“ integriert Werbung in Apps und erlaubt die Monetarisierung durch Googles Werbenetzwerk, mit Zugang auf Googles Targeting-Werkzeuge.[8] Google Wallet Instant Buy erlaubt das Einkaufen über Google Wallet, was den Kaufprozess vereinfachen soll.[9] Die Google-Play-Dienste enthalten auch noch weitere Schnittstellen wie z. B. die Google Fit, Authentifizierungsmethoden für den Google-Account und Google Analytics. Die Google-Play-Dienste werden von nahezu allen Google-Apps verwendet, und haben erhöhte System-Zugriffsberechtigungen, um interne Features anzubieten.[10]

„Google Play Protect“ ist eine Sammlung von Googles Android Sicherheitssystemen.[11][12][13]

Updates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Google-Play-Dienste erhalten automatisch über Google Play Updates, auf Geräten mit einer Android-Version 4.0 oder neuer.[1] Das bedeutet Google kann schnelle, unbemerkbare Versionsupdates auf allen unterstützten Geräten machen, ohne dass Gerätehersteller die Android-Firmware selbst anpassen müssen.[14] Das umgeht die bekannte Android-Fragmentierung.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Android Open Source Project (AOSP) wurde im Jahr 2007 angekündigt, und diente als Grundlage für alle OEMs und Custom-ROMs, wie CyanogenMod und LineageOS. Verschiedene Apps aus ASOP wurden eingestellt, und stattdessen von Google als proprietäre Apps neu veröffentlicht. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Applikationen, die nur noch mit den Google-Play-Diensten funktionieren (darunter natürlich die Apps von Google selbst, wie Gmail, YouTube und Google Maps).

Jede Organisation, die die Google-Play-Dienste auf ihre Geräten oder in ihrer Software ausliefern möchte, muss eine Lizenz von Google erwerben, welche oft zu einem Vertrag führt, der sie an Googles Android bindet. Zusätzlich werden Enthusiasten, die keinen solchen Vertrag eingehen können oder wollen, aber trotzdem interessiert in der Modifikation des Android-Systems sind, dazu gezwungen auf die Apps, die diese Dienste voraussetzen, zu verzichten oder das Google-Apps-Paket aus inoffiziellen Quellen zu installieren.[14] Es gibt Custom-ROMs, die ohne Google-Play-Dienste angeboten werden. Ziel ist mehr Kontrolle darüber zu erhalten, welche Daten an Google gesendet und auch um die benötigten Ressourcen (Batterie, Speicherplatz) zu reduzieren[15] Außerdem besteht mittlerweile die Möglichkeit des spoofens der Play Dienste, wobei den Applikationen vorgetäuscht wird, dass die Dienste installiert sind, mithilfe des opensource Projekts microG[16].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seite der Google-Play-Dienste auf developers.google.com (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Overview of Google Play Services  | Google APIs for Android. Abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  2. Saved Games in Android. In: Google Developers. Abgerufen am 30. November 2014.
  3. Location and context overview. Abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  4. Add sign-in workflow. Abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  5. Add maps. Abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  6. Drive API for Android. Abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  7. Cast. Abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  8. Ads. Abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  9. Google Pay. Abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  10. Balky carriers and slow OEMs step aside: Google is defragging Android. In: Ars Technica. (arstechnica.com [abgerufen am 26. Juni 2018]).
  11. Google’s security suite ‚Play Protect‘ rolling out to Android phones. In: Android Authority. Abgerufen am 20. September 2017. 
  12. Google’s Play Protect didn’t catch obfuscated malware with up to 20 million installs on the Play Store. In: Android Police. Abgerufen am 20. September 2017. 
  13. Keeping you safe with Google Play Protect. In: Google. 17. Mai 2017 (blog.google [abgerufen am 26. Juni 2018]).
  14. a b Google’s iron grip on Android: Controlling open source by any means necessary. In: Ars Technica. (arstechnica.com [abgerufen am 26. Juni 2018]).
  15. Thorsten Leemhuis: LineageOS-Ableger vermeidet Google-Code. In: heise.de. 4. November 2017, abgerufen am 30. Juni 2018.
  16. microG Team: microG Project. Abgerufen am 5. Juli 2018 (englisch).