Gorzów Śląski

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Gorzów Śląski
Wappen von Gorzów Śląski
Gorzów Śląski (Polen)
Gorzów Śląski
Gorzów Śląski
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Olesno
Fläche: 18,68 km²
Geographische Lage: 51° 2′ N, 18° 26′ OKoordinaten: 51° 2′ 0″ N, 18° 26′ 0″ O
Einwohner: 2497
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 46-310
Telefonvorwahl: (+48) 34
Kfz-Kennzeichen: OOL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KluczborkWieluń
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 154,12 km²
Einwohner: 7228
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1608023
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Artur Tomala
Adresse: ul. Wojska Polskiego 15
46-310 Gorzów Śląski
Webpräsenz: www.gorzowslaski.pl



Gorzów Śląski [ˈgɔʒuf ˈɕlõsci] (deutsch: Landsberg in Oberschlesien) ist eine Stadt in Polen. Sie liegt 16 Kilometer nordöstlich von Kluczbork am linken Ufer der Prosna und gehört der Woiwodschaft Oppeln an. Die Stadt und ihr Umland haben eine deutsche Minderheit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist vermutlich schon vor 1270 gegründet worden, da seit dieser Zeit ein Kastellan nachweisbar ist, wobei die genaue Lage der alten Burg, die 1241 als Vorposten im Kampf gegen die Goldene Horde errichtet wurde, nicht bekannt ist. Der Fluss Prosna bildete die historische Grenze zwischen Schlesien und Großpolen, das Gebiet um Landsberg am westlichen Ufer war zu dieser Zeit Teil des Herzogtums Breslau.

Die erste Erwähnung der Stadt Landesberch stat unde hus stammt aus dem Jahre 1294, als Herzog Heinrich V. von Breslau diese Gegend an Herzog Heinrich III. von Glogau abtreten musste. Landsberg kam 1312 zum Herzogtum Oels, 1323 zum Herzogtum Brieg und schließlich 1368 zum Herzogtum Oppeln. Durch seine Grenzlage hatte Landsberg oft unter Kämpfen zu leiden, 1394 und 1446 fielen die Polen ein und verwüsteten die seit 1329 als ein Lehen zur Krone Böhmen gehörige Stadt.

Im Jahre 1499 erwarb Hans Frankenberg von Proschlitz die Herrschaft, die neben der Stadt noch acht weitere Orte umfasste, aus dem Besitz des Herzog Johanns von Oppeln. Bis 1717 gehörte Landsberg dieser Familie.

Das Städtchen, das in regelmäßigen Zügen um einen zentralen Ring angelegt war, besaß wahrscheinlich zu keiner Zeit eine Stadtmauer. Seine Einwohner waren Ackerbürger und Handwerker. 1585 gründeten die Töpfer ihre Zunft, 1630 taten dies auch die Schuhmacher und 1700 die Schneider. Neben diesen Gewerken waren in Landsberg auch mehrere Leinewebermeister ansässig. In der Stadt bestand eine Eisenhütte, die den in der Umgebung abgebauten Keuper-Eisenstein verarbeitete und 1914 stillgelegt wurde.

1696 und 1734 fielen große Teile Landsbergs Stadtbränden zum Opfer. 1742 kam Landsberg zu Preußen. 1804 erwarb Friedrich Ludwig Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen die Herrschaft. 1816 wurde Landsberg Teil des neu errichteten Landkreises Rosenberg.

Die evangelische Kirchgemeinde errichtete 1857 eine Kirche, 1895 ersetzte die katholische Gemeinde die hölzerne Trinitatiskirche durch einen festen Bau.

Landsberg lebte vor allem vom Grenzhandel mit Polen und besaß 1830 das Recht zur Abhaltung von sechs Jahrmärkten. 1896 nahm die Rasende Pauline genannte Schmalspurbahn nach Rosenberg ihren Betrieb auf, die 1916 in die andere Richtung bis in das polnische Wieluń ausgebaut wurde. 1899 entstand die Eisenbahngrenzstation Zawisna vier Kilometer nördlich von Landsberg gegenüber der polnischen Grenzstadt Praszka. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Stadt an Bedeutung, der Durchzug von Saisonarbeitern ging deutlich zurück und der Grenzhandel kam zum Erliegen.

In den Jahren 1926 bis 1928 erfolgte der Umbau der Eisenbahnverbindung auf Normalspur. Das angrenzende Dorf Landsberg wurde 1929 in die Stadt eingemeindet. 1930 erwarb die Oberschlesische Landgesellschaft das südlich der Stadt gelegene Rittergut Landsberg von den Fürsten zu Hohenlohe und errichtete dort eine Siedlung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Stadt unter die Verwaltung Polens. Auf Polnisch trägt sie den Namen Gorzów Śląski. Zur Stadt gehört der Stadtteil Więckowice Nowe (Wienskowitz, 1936–1945: Wiesbach O.S.).

Laut der letzten Volkszählung in Polen von 2002 gehören 17,0 % der Gemeindebevölkerung der deutschen Minderheit an, weitere 2,6 % bezeichneten sich als Schlesier. Der Anteil der Deutschstämmigen liegt aber wohl deutlich höher nicht zuletzt da 489 Personen (6,2 %) keine Angaben zu ihrer Nationalität machten.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1787 663
1825 818
1828 848
1905 1.107
1939 3.049
1961 2.461
1970 2.600

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Gorzów Śląski umfasst ein Gebiet von 154,12 km² mit 7.750 Einwohnern (2005). Dazu gehören die Ortschaften: Budzów (Busow, 1936–1945: Forstfelde), Dębina (Dupine, 1936–1945: Kostberg), Goła (Gohle), Jamy (Jamm, 1936–1945: Weidental), Jastrzygowice (Jastrzigowitz, 1936–1945: Hartwigsdorf), Kobyla Góra (Wesendorf), Kozłowice (Koselwitz, 1936–1945 Josefshöhe), Krzyżanowice (Krysanowitz, 1936–1945: Kreuzhütte), Nowa Wieś Oleska (Neudorf), Pakoszów (Donnersmark), Pawłowice Gorzowskie (Paulsdorf), Skrońsko (Skronskau, 1936–1945: Buchental), Uszyce (Uschütz, 1936–1945: Wittenau), und Zdziechowice Dolne (Seichwitz, 1936–1945: Richterstal) mit Dobijacz (Dobiatz, 1936–1945: Berghütte).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gorzów Śląski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Vgl. Polnisches Haupt-Statistikamt (GUS) (Memento vom 17. Dezember 2012 im Internet Archive)