Grunwald

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Grunwald
Grunwald führt kein Wappen
Grunwald (Polen)
Grunwald
Grunwald
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ostródzki
Gmina: Grunwald
Geographische Lage: 53° 29′ N, 20° 6′ OKoordinaten: 53° 29′ 0″ N, 20° 6′ 0″ O
Einwohner: 420
Postleitzahl: 14-110
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOS



Grunwald [ˈgrunvalt] (deutsch Grünfelde) ist das namensgebende Dorf der gleichnamigen Landgemeinde in Masuren (Powiat Ostródzki, Woiwodschaft Ermland-Masuren), Polen. Grunwald ist ein Schulzenamt dieser Gemeinde mit etwa 5600 Einwohnern, ihr Sitz ist das zentraler gelegene Dorf Gierzwałd (Geyerswalde).

Der nur drei Kilometer von Tannenberg (polnisch Stębark) entfernte Ort war, wie auch das benachbarte Ludwigsdorf (Łodwigowo), einbezogen in den Ablauf der Schlacht bei Tannenberg (1410), die in der polnischen Geschichtsschreibung als Schlacht bei Grunwald bekannt ist. Nach der polnischen Besetzung 1945 erhielt Grünfelde den Namen Grunwald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Preußen gelegene Ort Grünfelde wurde im 15. Jahrhundert in lateinischen Urkunden als „Grunenvelt“ dokumentiert.[1]

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Grünfelde gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Grünfelde (Dorf und Gut) stimmten 120 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[2]

Schlacht bei Tannenberg (1410)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Juli 1410 erlitt das Heer von Ulrich von Jungingen des Deutschen Ritter-Ordens eine Niederlage gegen das polnisch-litauische Heer unter Führung von König Jogaila, Władysław II. Jagiełło und Großfürst Vytautas. Der König nannte später den Ort der Schlacht „loco conflictus nostri … dicto Grunenvelt“.[3] In der Jahrzehnte später abgefassten Chronik des polnischen Chronisten Longinus (Jan Długosz) wurde daraus Grunwald; in der polnischen Geschichtsschreibung wird sie deswegen als Bitwa pod Grunwaldem bezeichnet. In die deutsche Geschichtsschreibung ist der Kampf als Schlacht bei Tannenberg eingegangen, da die Ordensritter-Truppen nahe zum Ort Tannenberg aufgestellt wurden.

Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1960 wurde zwischen Stębark (Tannenberg) und Grunwald auf dem Gelände der Gedenkstätte Grunwald das Grunwald-Denkmal für die Schlacht von 1410 errichtet.

Neben dem Museumsgebäude, auf dem sich eine dreidimensional in Stein nachgebildete Schlachtaufstellung befindet, steht ein Obelisk mit Gesichtern der Krieger und eine aus verbundenen Metallstäben errichtete Stele, die als ein Symbol für die Lanzen des polnischen und litauischen Heeres steht.

Die Steine des 1910 von dem polnischen Komponisten und Politikers Ignacy Paderewski gestifteten und 1939 während der Hitler-Diktatur von den Nationalsozialisten gesprengten Grunwald-Denkmals aus Krakau wurden nach dem Zweiten Weltkrieg nach Grunwald gebracht und in einiger Entfernung zum neuen Denkmal teilweise wieder zusammengesetzt.

Das Krakauer Denkmal, ein Reiterstandbild des polnischen Königs Władysław II. Jagiełłos auf dem Matejko-Platz vor dem Barbakan, wurde 1976 von dem polnischen Künstler Marian Konieczny nachgestaltet und wiedererrichtet.

In Polen gibt es zahlreiche Orte, die durch Namensgebungen an die Schlacht von Grunwald erinnern: plac Grunwaldzki (Warschau, Stettin, Breslau, Kattowitz und andere), most Grunwaldzki (Breslau), pasaż Grunwaldzki (Breslau), ulica Grunwaldzka (Bydgoszcz, Allenstein, Posen), aleja Grunwaldzka (Danzig).

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde Grunwald mit fast 180 km² Fläche gehören 20 Dörfer mit einem Schulzenamt sowie eine Reihe kleinerer Ortschaften.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Buch:The Military Orders, Victor Mallia-Milanes 2008, Seite 175 S. Ekdahl: The Battle of Tannenberg-Grunwald-Zalgiris 1410
  2. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 101
  3. On 16 September … the Polish King made his intentions clear in a letter to the bishop of Pomesania to have a Brigittine cloister and church built on the battlefield at Grünfelde, literally in loco conflictus nostri, quem cum Cruciferis de Prusia habuimus, dicto Grunenvelt. Sven Ekdahl: The Battle of Tannenberg-Grunwald-Žalgiris (1410) as reflected in Twentieth-Century monuments (Memento vom 26. Mai 2009 im Internet Archive), S. 175ff, in: Victor Mallia-Milanes, Malcolm Barber et al.: The Military Orders. Volume 3: History and Heritage. Ashgate Publishing, Ltd., 2008, ISBN 0-7546-6290-X, ISBN 978-0-7546-6290-7 [1]