Guardians of Peace

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Guardians of Peace (GOP) ist eine Hackergruppe, die im Zusammenhang mit einer Cyberattacke auf Sony 2014 bekannt wurde.

Guardians of Peace startete Ende November einen Cyberangriff auf Sony und veröffentlichte interne Dokumente und E-Mails. Bei dem Angriff wurden die Sozialversicherungsnummern von 47.000 Sony-Mitarbeitern, diverse Passwörter und andere Unternehmens-Interna im Umfang mehrerer Terabyte gestohlen. Sie stieß Drohungen gegen die Filmkomödie The Interview aus, in dem es um ein Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geht.[1] Daraufhin entschieden mehrere US-Kinoketten, den Film aus dem Programm zu nehmen. Als Reaktion sagte Sony den Kinostart des Films zunächst ab. Schließlich wurde der Film dennoch in einigen unabhängigen Kinos sowie online veröffentlicht.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeit veröffentlichte verschiedene Theorien, wer sich hinter den Guardians of Peace verbirgt:

Nach einer Theorie handelt es sich bei den Drohungen um eine Erpressung. Nach dieser Theorie sind die Erpresser nicht unbedingt identisch mit den GOP und verfolgen schlicht monetäre Interessen. Eine Woche nach dem Cyber-Angriff hatten Unbekannte mehrere Sony-Mitarbeiter bedroht und erpresst. Die Gruppe rief sie auf, die Fehler des Unternehmens einzuräumen, „um keinen Schaden zu erleiden“. Was die Hacker bisher getan hätten, sei nur ein kleiner Teil eines größeren Plans. Sony bestätigte die Existenz der E-Mails. Allerdings distanzierten sich die GOP davon: „Wir wissen nichts von drohenden Mails gegenüber Sony-Mitarbeitern“, heißt es in einer Nachricht von GOP.

Eine zweite Theorie besagt, der Angriff drehe sich um die Actionkomödie The Interview. Schon die Ankündigung des von Sony produzierten Films sorgte bei der Führung Nordkoreas für Unmut. Als der Sony-Hack bekannt wurde, mutmaßten deshalb einige Beobachter, dass der Angriff von Nordkorea aus initiiert wurde. In einer Nachricht, die auf der Plattform GitHub veröffentlicht wurde, fordern angebliche Mitglieder von GOP Sony auf, der folgenden Forderung nachzukommen: Das Unternehmen solle die Veröffentlichung des „Terrorismus-Films“ stoppen, welcher „den regionalen Frieden bedroht“. Es war das erste Mal, dass die Hacker von GOP explizit den kommenden Film The Interview erwähnten. Die Tatsache, dass die Täter den angeblich so schlimmen Film selbst im Netz veröffentlichten, lässt Zweifel an der Theorie aufkommen, dass staatliche Stellen in Nordkorea den Hack eines Films befohlen haben. Die Sprecher der nordkoreanischen Regierung bestritten eine Beteiligung, nennen die Aktion aber gleichzeitig eine „gerechte Tat“.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. tagesschau.de. Archiviert vom Original am 21. Dezember 2014; abgerufen am 21. Dezember 2014.
  2. zeit.de: Getrollt, gehackt, erpresst. Abgerufen am 21. Dezember 2014.