Cyberattacke

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Eine Cyberattacke oder ein Cyberangriff ist der gezielte Angriff auf größere, für eine spezifische Infrastruktur wichtige Computernetzwerke von außen.[1]

Zur Prävention von Cyberattacken hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein Informationsportal eingerichtet.[2]

Bekannte Cyberattacken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hubert Lamb Building an der University of East Anglia, in dem die Climatic Research Unit ihren Sitz hat
  • Operation Shady RAT (engl.; etwa „zwielichtige Ratte“ oder „verborgener Fernzugriff“) werden Hackerangriffe genannt, bei denen von etwa 2006 bis 2011 weltweit mindestens 72 Unternehmen, Organisationen und Regierungen systematisch ausgespäht wurden.
  • Am 27. April 2007 begannen die Internetangriffe auf Estland, die sich gegen estnische Organisationen richteten, darunter das estnische Parlament, Banken, Ministerien und Rundfunksendeanstalten. Die Attacken waren vorwiegend Denial-of-Service-Angriffe mit Verwendung des Botnetzes und legten praktisch das ganze Land lahm. Estland gilt als das internetaffinste Land Europas. Am 20. März 2009 erklärte sich Konstantin Goloskokow, ein Funktionär der regierungsnahen russischen Jugendorganisation Naschi, als Drahtzieher der Angriffe. Die Wahrheit dieser Aussage ist jedoch umstritten.
  • 2011 brach die deutsche Gruppe No-Name-Crew (auch: n0n4m3 cr3w) in die IT-Systeme der Bundespolizei (Deutschland) und des Zolls ein. Die deutsche Gruppe behauptete, sie hätte bereits Monate zuvor die komplette Kommunikation der beiden Behörden belauscht. Am 7. Juli 2011 gegen 23:40 Uhr erschienen auf der Webseite der „No-Name-Crew“ Softwarepakete und dazugehörige Anwendungshinweise sowie Einsatzdaten aus dem Zielverfolgungssystem „Paip-Tracking-Server“ (PATRAS). Aus dem Bereich des Zollfahndungsdienstes konnten anonyme GPS-Tracking-Daten, die Anwahlnummern der eingesetzten Peilsender, Verzeichnisnamen sowie die Bezeichnung der sachbearbeitenden Dienststellen eingesehen werden. Dadurch wurde bekannt, dass unter anderem ein Beamter das System nutzte, um seine Tochter zu überwachen.
  • Am 20. März 2013 kam es zu einer Cyberattacke gegen südkoreanische Banken und Fernsehsender. Zur gleichen Zeit um etwa 14:00 Uhr (6:00 Uhr MEZ) kam es zu massiven Netzwerkstörungen. Das Verteidigungsministerium Südkoreas in Seoul erhöhte die Alarmstufe für Cyber-Bedrohungen auf den Wert drei einer fünfstufigen Skala.
  • 2016 versuchten Kriminelle mehrfach, in den Datenverkehr des globalen Zahlungssystems SWIFT einzubrechen. Bei einem erfolgreichen Versuch stahlen sie im Februar 2016 mindestens 81 Millionen Dollar von der Zentralbank Bangladeschs.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cyberangriff: Hacker erbeuten Tausende Pentagon-Geheimdaten. Spiegel Online, abgerufen am 20. März 2013.
  2. BSI: Cybersicherheit
  3. Der polemisch gebrauchte Begriff Climategate verwendet das seit der Watergate-Affäre bei Skandalen im englischen Sprachraum gebräuchliche Suffix -gate (vgl. Nipplegate, Zippergate).
  4. Björn Staschen: Tagesschau online: Forscher-E-Mails gehackt – Datenklau lässt Klimaskeptiker jubeln. 4. Dezember 2009, archiviert vom Original am 11. Juli 2010, abgerufen am 12. November 2012.
  5. Klima-Gate nährt Klimawandelskepsis. Deutschlandfunk, 4. Dezember 2009.
  6. Stefan Bühler, Andreas Schmid: Russische Hacker enttarnen geheime Schweizer Elitetruppe. NZZ vom 8. Mai 2016
  7. Hacker greifen globales Zahlungssystem Swift an. Standard.at vom 13. Mai 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Cyberattacke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen