Renk AG

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RENK Aktiengesellschaft
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007850000
Gründung 1873
Sitz Augsburg, Deutschland
Leitung Florian Hofbauer (Vorstandssprecher)

Christian Hammel (Verwaltung und Produktion)

Mitarbeiter 2.205 (31. Dezember 2016)[1]
Umsatz 496 Mio. Euro (2016)[1]
Branche Maschinenbau
Website www.renk.de

Die Renk AG mit Hauptsitz in Augsburg ist ein börsennotiertes Tochterunternehmen der MAN SE, welche dabei 76 % Kapital der Gesellschaft hält. Das Unternehmen ist ein wesentlicher Anbieter hochwertiger Getriebe und Antriebstechnik für unterschiedlichste Anwendungsbereiche mit weltweiter Ausrichtung [2] und gehörte 2010 gemessen am Umsatz zu den Top 10 der deutschen Rüstungsindustrie.[3] Große Produktionsstandorte befinden sich in Augsburg, Rheine, Hannover und in Winterthur (Schweiz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Unternehmens geht auf Johann Julius Renk (* 4. Januar 1848; † 3. November 1896) zurück. Er gründete 1873 in Augsburg eine Werkstatt zur Herstellung von Zahnrädern. Nach seinem Tod wurde der Betrieb 1897 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 1923 kam das Unternehmen als neues Mitglied zum GHH-Konzern, aus dem der heutige MAN-Konzern hervorging. Seit 1987 lautet der Firmenname Renk Aktiengesellschaft. Durch die mehrheitliche Übernahme der MAN SE durch die Volkswagen AG ist die Renk AG seit 2011 auch Mitglied der Volkswagen-Gruppe.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meilensteine in der Entwicklung[4]
1916 Weltweit größte Zahnradhobelmaschine (Durchmesser 7 Meter)
1926 Erstmals Zahnräder mit geschliffenen Zahnflanken
1939 „Schnellstes“ Getriebe der Welt für die Luftfahrt-Industrie (36.000 U/min)
1943 Entwicklung der hydrostatischen Überlagerungslenkung für Kettenfahrzeuge
1956 Erstes Turbinengetriebe mit einer Wälzkreisgeschwindigkeit von 185 m/s
1961 Weltweit erste elektronische Steuerung für automatische Fahrzeuggetriebe
1964 Erste Synchronkupplung (20.000 kW)
1965 Entwicklung eines hydrostatisch-hydrodynamischen Lenkantriebes für Kettenfahrzeuge
1971 Erstes in einem Fahrzeuggetriebe integriertes Bremssystem mit Reibungs- und Strömungsbremse
1976 Weltweit erstmaliges Härten und Schleifen von Zahnrädern mit über 3 Metern Durchmesser
1982 Fertigung eines der größten Schiffsgetriebe für eisgehende Schiffe (Dieselmotor mit 40.000 kW)
1989 Herstellung eines Turbogetriebes mit der höchsten je in einem Zahneingriff übertragenen Leistung (75.000 kW)
1992 Leistungsstärkstes Planetengetriebe für Schiffsantrieb mit gegenläufigen Propellern (20.600 kW)
1994 Erstausführung des weltweit leistungsstärksten Turbogetriebes (Gasturbinenleistung 90 MW)
1997 Erstausführung des weltweit leistungsstärksten Turbogetriebes (Gasturbinenleistung von 100 MW)
1998 Kegelrad-Planetengetriebe für eine der größten vertikalen Rohmehlmühlen mit einer Leistung von 4.800 kW und einer Drehzahl von 21 U/min
1999 Erstausführung des weltweit leistungsstärksten Turbogetriebes mit einer Gasturbinenleistung von 140 MW; Auslieferung eines 110 Tonnen schweren Kegelrad-Planetengetriebes (Leistung bis zu 5.400 kW) für den Antrieb der leistungsstärksten Rollenmühle in einem argentinischen Zementwerk
2000 Präsentation des neu entwickelten etaX-Getriebes für höheren Wirkungsgrad
2001 Erste Codag-Anlage weltweit für den Hauptantrieb einer Fregatte (Gesamtleistung 38 MW)
2002 Entwicklung eines 5-MW-AeroGear für Windkraftanlagen
2004 Erstausführung des weltweit spezifisch leichtesten Hochleistungs-Marinegetriebes (3,6 Tonnen) in Codag-Anordnung (Gesamtleistung 6.300 kW)
2010 Entwicklung eines Mehrfachverzweigungsgetriebes für ein Abtriebs-Drehmoment von 15.000.000 Nm
2011 Abnahme des weltweit erstmals gebauten Getriebesystems für den Hybridantrieb einer Fregatte Codelag mit 30.000 kW Leistung; Lieferung einer 65-MW-Getriebeanlage für die weltweit größte Megayacht
2012 Lieferung der Elektro-Hybridgetriebe für die weltweit größte Segelyacht
2013 Bau des weltweit größten Planetengetriebes für einen Windkraftgondel-Prüfstand mit 15.000.000 Nm Drehmoment
2015 Erstausführung Zementmühlengetriebe Cope mit 8-Motoren-Antrieb und einer Leistung von 10 MW; Bau des ersten Elektro-Antriebsmoduls AED für leise Schiffsantriebe; Konstruktion des weltweit größten Stirnradgetriebes (290 Tonnen) für den Antrieb des Schneidkopfes eines Schneidkopfsaugbaggers mit 2.500.000 Nm Drehmoment; Inbetriebnahme des bislang größten WEA-Prüfstandes für komplette Windkraftgondeln; erster vollelektrischer Hubschraubergetriebe-Prüfstand für Doppel-Rotor-Anwendungen
2016 Lieferung des größten Prüfstandes für Propeller (100 MW) und des größten Lager-Prüfstandes für Windenergieanlagen; Bau des bislang weltweit größten Lager-Prüfstandes für Wälzlager; Erstausführung des schnellstlaufenden, gradverzahnten Turbogetriebes (Verzahnungsgeschwindigkeit 156 m/s, Achsabstand 1,73 m)

Johann Renk absolvierte seine Schlosser- und Dreher-Lehre bei der Maschinenfabrik Augsburg und arbeitete ab 1866 als Dreher bei der Maschinenfabrik L.A. Riedinger. In diesen Jahren dachte Renk über eine Maschine nach, mit der man Verzahnungen komplett mechanisch herstellen konnte. Üblich war damals maschinelles Vorarbeiten und dann mühsames Fertigfeilen der Zähne nach Schablonen. Am 1. Mai 1873 gründete Johann Renk im Augsburger Lechviertel (Am Brunnenlech 19 Standort) eine kleine mechanische Werkstatt zur maschinellen Herstellung von Zahnrädern.[5] Zunächst gelang ihm der Bau einer halbautomatischen Stirnrad-Hobelmaschine, die nach Schablonen arbeitete. Johann Renk konstruierte 1877 eine Bearbeitungsmaschine, mit der man konische Zahnräder für Kegelradgetriebe komplett herstellen konnte. 1879 erhielt er für dieses Verfahren das Patent DRP 8000/79,[5] das damals in der Fachwelt großes Aufsehen erregte. Im selben Jahr zog der Betrieb auf das Gelände einer stillgelegten Ziegelei an der Gögginger Straße. Noch heute befindet sich dort der Stammsitz des Unternehmens.

Um die Aufträge termingerecht ausliefern zu können, wurde in den folgenden Jahren stets in zwei Schichten gearbeitet. 1888 beschäftige Renk 37 Mitarbeiter und besaß neben anderen Werkzeugmaschinen 15 selbstgebaute Räderhobelmaschinen.[5]

Als Johann Renk im November 1896 im Alter von nur 48 Jahren starb, hinterließ er einen Betrieb mit über 100 Mitarbeitern, die jährlich etwa 12.000 Zahnräder aller Art herstellten. Der Umsatz betrug rund 500.000 Mark.[5]

Nach dem Tod des Gründers wurde sein Unternehmen am 11. März 1897 in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen Zahnräderfabrik Augsburg vorm. Joh. Renk (Act.-Ges.) umgewandelt. Die neu gegründete Gesellschaft erwarb von den Erben Johann Renks das Unternehmen einschließlich Grundbesitz, Einrichtungen und Maschinen zu einem Preis von 666.391,51 Mark.[6]

Im ersten Geschäftsjahr der Aktiengesellschaft bestand die Belegschaft aus 130 Mitarbeitern. Die normale Arbeitszeit betrug 60 Stunden pro Woche: werktäglich von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr mit einer Mittagspause von 1 Stunde und 20 Minuten; Brotzeit vormittags und nachmittags je 15 Min. Mit den Überstunden wurde von 5.00 früh bis 8.30 Uhr abends gearbeitet, bei einem Stundenlohn von durchschnittlich 40 Pfennig.[7]

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren nach der Jahrhundertwende baute das Unternehmen die Produktion aus und festigte seinen guten Ruf. Im Geschäftsjahr 1913/14 waren bereits 842 Mitarbeiter beschäftigt, die Wochenarbeitszeit betrug 58 Stunden.[7]

Um die Folgen des Ersten Weltkrieges abzuschwächen und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, erfolgte 1923 die Eingliederung in den Maschinenbau-Konzern Gutehoffnungshütte aus Oberhausen. Renk erhielt in den folgenden Jahren auf diese Weise sowohl wirtschaftlichen Rückhalt durch bedeutende Kunden innerhalb des Konzerns als auch durch günstige Bezugsquellen für Brennstoffe, Roheisen und Stahl.[8] Ab 1930 konzentrierte sich Renk auf die Fertigung von Großgetrieben für Walzwerksanlagen und Schiffe. In den Jahren vor und während des Zweiten Weltkrieges war das Unternehmen ein bedeutender Lieferant für die deutsche Wehrmacht.[9]

Zu den wichtigsten Kunden nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten stahlverarbeitende Betriebe, wie etwa die Konzernschwester Schloemann. Ende der 1950er Jahre konnte der Umsatz auf etwa 50 Mio. DM gesteigert werden. Zu dieser Zeit waren bei Renk rund 1.400 Arbeiter beschäftigt.[8] In den darauffolgenden Jahrzehnten erweiterte das Unternehmen sein Produktprogramm durch die Übernahme von Konkurrenzbetrieben.[8] So kam 1975 der Produktbereich „Gleitlager und Kupplungen“ der Eisenwerke Wülfel in Hannover zu Renk. 1986 erfolgte dann eine Beteiligung an der Tacke GmbH in Rheine mit Eingliederung der Produktbereiche „Industrie- und Schiffsgetriebe“. Im gleichen Jahr wurde der Produktbereich „Regel- und Prüfsysteme“ gegründet.

1987 erhielt das Unternehmen den Namen Renk Aktiengesellschaft und wurde in die Produktbereiche „Automatische Fahrzeuggetriebe“, „Antriebselemente“ und „Prüfsysteme“ gegliedert. Die französischen Unternehmen Société Européenne d’Engrenages und Société d’Equipements, Systèmes et Mécanismes kamen 1989 zu Renk. 1995 wurde schließlich die Verschmelzung der Renk Tacke GmbH auf die Renk AG vollzogen.[10]

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renk übernahm im Jahr 2000 für die Geschäftseinheit „Prüfsysteme“ die Prüfstandsaktivitäten der US-amerikanischen Firma Labeco. Zur gleichen Zeit kam die Produktsparte „Gleitlager“ der A. Friedr. Flender AG zum Unternehmen. Die Umfirmierung des Bereichs „Prüfsysteme“ zu Renk Test System GmbH erfolgte 2004.

2007 geriet das Unternehmen aufgrund einer Schmiergeldaffäre in die Schlagzeilen: Ein Berufungsgericht in Paris sprach Bewährungsstrafen gegen Renk-Vorstandssprecher Hirt und seinen früheren Stellvertreter Schulze aus (Details Abschnitt „Kritik“).

Im gleichen Jahr erfolgte auch die Gründung der Renk-Maag GmbH. Sie integrierte die Geschäftstätigkeiten Turbo-Getriebe und Ersatzteile (auch für maritime Anwendungen) sowie Synchron-, Schalt- und Zahnkupplungen aus der Maag Gear AG.

2012 erfolgte die Gründung der Renk Shanghai Service and Commercial Ltd. Co. und damit die Eröffnung eines Renk-Servicestützpunktes in Shanghai.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umstrittene Rüstungsexporte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wesentlicher Teil des Umsatzes der Renk AG wird mit der Produktion von Getrieben für Panzer und Kriegsschiffen erwirtschaftet.[11][12] In der Vergangenheit wurde immer wieder Kritik laut, dass die von deutschen Unternehmen hergestellten Rüstungsgüter entgegen gesetzlicher Bestimmungen auch in Krisen- und Konfliktregionen exportiert werden. Insbesondere die Ausfuhr in Länder wie beispielsweise Saudi-Arabien oder Algerien wurde dabei kritisch gesehen.[11][13]

Schmiergeldaffäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Renk AG schloss am 29. November 1993 einen Vertrag mit der Firma GIAT über die Lieferung von Getrieben für 436 Panzer vom Typ Leclerc ab.[14][15] Der Umsatz aus diesem Geschäft belief sich auf etwa 100 Millionen Euro. Die Panzer wurden für die Vereinigten Arabischen Emirate hergestellt.[16] Um diesen Auftrag zu bekommen, haben Manfred Hirt und sein Stellvertreter Norbert Schulze Bestechungsgelder in Höhe von insgesamt 5,13 Millionen DM an Jean-Charles Marchiani und dessen „Freund und Nachbar“ Yves Manuel gezahlt.[17] Marchiani war in diesem Zeitraum Berater des französischen Innenministers Charles Pasqua und später Präfekt des Départments Var. Als Deckmantel für die Geldzahlung diente ein Beratervertrag vom 19. September 1993 mit der Firma Irish Euro Agencies Ltd. Das Geld wurde zunächst auf ein Konto bei der Westminster Bank in London eingezahlt und dann auf zwei Schweizer Konten bei Banken in Genf geleitet.[14]

Marchiani wurde wegen Bestechlichkeit zu drei Jahren Haft ohne Bewährung und 150.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Yves Manuel erhielt wegen Komplizenschaft bei der Bestechung einer Person im öffentlichen Dienst drei Jahre Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe über 150.000 Euro.[18] Den Renk-Vorstandssprecher Hirt und seinen früheren Stellvertreter Schulze verurteilte das Pariser Berufungsgericht im März 2007 zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und zu Geldstrafen in Höhe von je 100.000 Euro. Manfred Hirt gab zum 31. August 2007 die Funktion des Sprechers des Vorstands der Renk AG an Florian Hofbauer ab und schied zum 31. Dezember 2007 aus dem Vorstand aus.[19][20]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renk ist in vier selbstständige strategische Geschäftseinheiten eingeteilt: Spezialgetriebe (Industrie- und Schiffsgetriebe), Fahrzeuggetriebe, Standardgetriebe und Gleitlager.[21] Darüber hinaus werden seit 1960 Prüfsysteme hergestellt; für diesen Produktbereich wurde im Jahr 2004 die Tochtergesellschaft Renk Test System GmbH gegründet.

Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand ist das Leitungsorgan der Renk AG und besteht zum 31. Dezember 2016 aus zwei Mitgliedern. Die Mitglieder des Vorstandes führen alle Geschäfte des Unternehmens in gemeinschaftlicher Verantwortung. Bestellt wird der Vorstand durch den Aufsichtsrat. Grundlage der Vorstandsarbeit bildet eine Geschäftsordnung. Den Vorstand bilden Florian Hofbauer (Sprecher des Vorstands, seit 2007) und Christian Hammel (Verwaltung und Produktion, seit 2015).[22]

Aufsichtsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufsichtsrat der Renk AG setzt sich aus folgenden Personen zusammen: Dr. Ingrun-Ulla Bartölke (Vorsitzende des Aufsichtsrats), Roberto Armellini (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats), Michael Behrendt, Hardy Brennecke, Joachim Drees, Rainer Handschuh (Arbeitnehmervertretung), Christiane Hesse, Frank Hoffmann (Arbeitnehmervertretung), Thorsten Jablonski, Herbert Surmann (Arbeitnehmervertretung), Walter Vogt und Ingo Weidner (Arbeitnehmervertretung).[23]

Arbeitnehmervertretung/Betriebsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Betriebsrat der Renk AG und der Renk Test System GmbH besteht insgesamt aus 15 Mitgliedern, wovon drei freigestellte Betriebsräte sind. Die Aufgaben des Betriebsrates sind:

  • Renk im Konzern vertreten (MAN/VW)
  • im Wirtschaftsausschuss einen Vertreter für den Aufsichtsrat stellen
  • sich um personelle und soziale Angelegenheiten kümmern
  • Gesamtbetriebsrat der Standorte Hannover und Rheine

Standorte und Niederlassungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renk hat Fertigungswerke in Augsburg (Fahrzeug-, Industrie- und Schiffsgetriebe, Prüfsysteme), Rheine (Industrie- und Schiffsgetriebe, Kupplungen), Hannover (Gleitlager, Kupplungen) und in Winterthur, sowie weitere Niederlassungen in Frankreich, USA, Brasilien, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Shanghai und Indien. Weltweit ist die Renk AG in über 100 Ländern über Vertretungen vorzufinden.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Renk France S.A.S., Saint-Ouen-l'Aumône, Frankreich
  • Renk Corporation, Duncan, Vereinigte Staaten
  • Renk Test System GmbH, Augsburg, Deutschland
  • Renk-Maag GmbH, Winterthur, Schweiz
  • Renk Systems Corporation, Camby, Vereinigte Staaten
  • Renk Shanghai Services Commercial Co. Ltd, Shanghai, Volksrepublik China
  • Renk Transmisyon Sanayi A.S., Istanbul, Türkei
  • Renk UAE LLC, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate
  • Cofical Renk Mancais do Brasil LTDA, Guaramirim, Brasilien

Produktbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Renk AG lassen sich sechs Produktbereiche abgrenzen: Automatgetriebe für Kettenfahrzeuge, Industriegetriebe, Schiffsgetriebe, Kupplungen, Gleitlager und Prüfsysteme. Diese Produktbereiche sind nicht deckungsgleich mit den vier Geschäftsbereichen des Unternehmens, bei denen zwischen Fahrzeugggetrieben, Standardgetrieben und Spezialgetrieben unterschieden wird.

Automatgetriebe für Kettenfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Automatgetriebe für Kettenfahrzeuge werden in Augsburg hergestellt. Sie sind für Dieselmotoren- und Gasturbinenantrieb geeignet, je nach Typ für Leistungen von 300 bis 1200 kW, und werden als sogenannte „T“-, „L“- oder „U“-Konfigurationen für Heck- oder Fronteinbau angeboten. Die Getriebe sind elektronisch gesteuert und beinhalten neben den lastschaltbaren Fahrgängen auch das komplette Lenk- und Bremssystem. Zusätzlich zu den Grundfunktionen eines Kettenfahrzeuggetriebes können auch andere Komponenten des Antriebsstrangs geliefert werden.[24]

Industriegetriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industriegetriebe werden in Augsburg und Rheine sowie bei der Tochtergesellschaft Renk-Maag in Winterthur für viele Anwendungen entwickelt und gebaut: unter anderem Turbo-Stirnradgetriebe in Schweiß- und Gussgehäusen, verschiedene Planetengetriebe, Getriebe für Wasserkraft- und Windkraftanlagen sowie für Rollenpressen und Förderbänder. Spezialgetriebe werden auch in Einzelfertigung hergestellt, zum Beispiel für Kraftwerke, Zementfabriken, die Gummi- und Kunststoffindustrie, die Tagebau-Industrie oder für Transport- und Förderanlagen.[25]

Schiffsgetriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiffsgetriebe werden in Augsburg und Rheine gebaut. Das Spektrum umfasst Wendegetriebe ab 1.000 kW bis zu komplexen Getriebeanlagen für Marineschiffe mit 100.000 kW und mehr Übertragungsleistung, mit allen erforderlichen Steuerungs- und Überwachungssystemen. Hinzu kommen Sonderbauformen sowie Anlagen für Antriebe mit E-Motoren und Gasturbinen. Die Schiffsgetriebe kommen sowohl bei der Marine zum Einsatz als auch in Behördenschiffen, Yachten, Forschungsschiffen, Baggerschiffen und anderen Spezialschiffen.[26]

Kupplungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renk-Kupplungen werden in Rheine, Hannover und Winterthur für alle Industriebereiche produziert. Zum Bauprogramm gehören unterschiedlichste Kupplungsformen, die für Drehmomente von 21 bis 1.500 kNm angeboten werden.[27]

Gleitlager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleitlager werden sowohl in Standard- als auch in Spezialausführungen im Renk-Werk in Hannover hergestellt. Mithilfe von teils bei Renk weiterentwickelten Berechnungsprogrammen werden die Gleitlager kalkuliert und Betriebsparameter überprüft. 3D-CAD-Programme machen es möglich, auch auf besondere Anforderungen einzugehen.[28]

Prüfsysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochtergesellschaft Renk Test System GmbH liefert Prüfsysteme für die Bereiche Forschung/Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung. Zum Leistungsspektrum gehören auch Service und Wartung, die Modernisierung bestehender Anlagen, Prüfstandskomponenten und eine Automatisierungssoftware für Prüfsysteme.[29]

Geschäftszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angaben aus dem Lagebericht des Renk-Konzerns für das Geschäftsjahr 2016:[30]

  • Auftragseingang: 486 Mio. Euro (Vorjahr: 483 Mio. Euro)
  • Umsatz: 496 Mio. Euro (Vorjahr: 487 Mio. Euro)
  • Operatives Ergebnis: 67 Mio. Euro (Vorjahr: 68 Mio. Euro)
  • Operative Rendite: 13,5 % (Vorjahr: 14,0 %)
  • Ergebnis je Aktie: 6,50 Euro (Vorjahr: 6,14 Euro)
  • Netto-Cashflow: 32 Mio. Euro (Vorjahr: 60 Mio. Euro)
  • Dividendenvorschlag: Ausschüttung je Aktie 2,20 Euro (Vorjahr: 2,20 Euro)

Ausblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renk plant für Anfang 2019 ein Wareneingangs- und Prüfzentrum im neu entstehenden Gewerbegebiet Oberottmarshausen. Die Grundstücksgröße beträgt dafür 6,7 ha und beinhaltet bereits Platz für Erweiterungsmöglichkeiten. Die Verkehrsanbindung nach Augsburg erfolgt über einen direkten Anschluss an der B 17 und liegt in einer Entfernung von 17 km zum Firmensitz an der Gögginger Straße in Augsburg.

Ziel des geplanten Wareneingangs- und Prüfungszentrums ist zum einen die Konsolidierung der heute angemieteten Außenlager (ca. 20.000 m² Lagerfläche verteilt auf sechs Lager) in ein eigenes Außenlager, zum anderen eine flächenmäßige Entlastung des Werksgeländes. Hinzu kommt der Aspekt der Ermöglichung von Wachstum im Stammwerk.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Grünsteudel u. a. (Hrsg.): Augsburger Stadtlexikon. 2. Auflage. Perlach-Verlag, 1998, ISBN 3-922769-28-4, S. 749.
  • Victor-Georg Hohmann: Augsburger Wirtschaftsalmanach. Archiv Verlag, 1952.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b RENK Aktiengesellschaft Geschäftsbericht 2016. Abgerufen am 26. Juni 2017.
  2. Bundesanzeiger: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016
  3. Das sind Deutschlands größte Ballermänner. Handelsblatt, 19. November 2010, abgerufen am 5. November 2017.
  4. Unternehmensbroschüre „Daten, Fakten und Produkte 2017“ (Download hier), S. 6–7.
  5. a b c d RENK Aktiengesellschaft, Geschäftsbericht 2002 (PDF), S. 75 f.
  6. RENK Aktiengesellschaft, Geschäftsbericht 2002 (PDF), S. 77 f.
  7. a b RENK Aktiengesellschaft, Geschäftsbericht 2002 (PDF), S. 79.
  8. a b c 125 Jahre Getriebe aus Augsburg – Firmenportrait der Renk AG, in der Zeitschrift Antriebstechnik, 1998, ISSN 0722-8546, Seiten 8–9.
  9. RENK Aktiengesellschaft, Geschäftsbericht 2002 (PDF), S. 80.
  10. Renk-Standorte: Rheine
  11. a b Tödliche Puzzlestücke, DIE ZEIT vom 6. Juni 2013, abgerufen am 29. Oktober 2017.
  12. Großauftrag aus den USA, b4b-Nachrichten vom 20. Mai 2011, abgerufen am 29. Oktober 2017.
  13. Deutsche Waffen für Nahost, Deutschlandfunk-Magazin vom 16. März 2017, abegrufen am 29. Oktober 2017.
  14. a b M. Marchiani a été doublement condamné en appel à de la prison ferme. Le Monde, 1. März 2007, abgerufen am 2. Januar 2017.
  15. Urteil 07-82.124 des französischen Kassationsgerichtshofs vom 19. März 2008. (abgerufen am 2. Januar 2017)
  16. Renk sieht trotz roter Zahlen wieder Land. In: Süddeutsche Zeitung. 6. Dezember 1993, S. 32.
  17. Prison ferme pour Jean-Charles Marchiani. Le Monde, 15. Dezember 2005, abgerufen am 2. Januar 2017.
  18. 123recht.net: Bewährungsstrafen für Renk-Manager in Korruptionsaffäre bestätigt: Hauptangeklagter in Panzer-Skandal zu Gefängnis verurteilt (Memento vom 19. Juli 2012 im Internet Archive)
  19. Geschäftsbericht 2007. Renk AG, archiviert vom Original am 4. März 2013; abgerufen am 2. Januar 2017.
  20. Jahres- und Konzernabschluss 2007. Bundesanzeiger – Bundesministerium für der Justiz und für Verbraucherschutz, 13. Mai 2008, abgerufen am 2. Januar 2017.
  21. Bundesanzeiger: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016.
  22. Der Vorstand – RENK AG. Abgerufen am 14. Juni 2017.
  23. Der Aufsichtsrat – RENK AG. Abgerufen am 14. Juni 2017.
  24. Unternehmensbroschüre „Daten, Fakten und Produkte 2017“ (Download hier), S. 10.
  25. Unternehmensbroschüre „Daten, Fakten und Produkte 2017“ (Download hier), S. 11–16.
  26. Unternehmensbroschüre „Daten, Fakten und Produkte 2017“ (Download hier), S. 17–19.
  27. Unternehmensbroschüre „Daten, Fakten und Produkte 2017“ (Download hier), S. 20–23.
  28. Unternehmensbroschüre „Daten, Fakten und Produkte 2017“ (Download hier), S. 24.
  29. Unternehmensbroschüre „Daten, Fakten und Produkte 2017“ (Download hier), S. 25.
  30. Geschäftsbericht 2016 – Finanzberichte – RENK AG. Abgerufen am 14. Juni 2017.

Koordinaten: 48° 21′ 10″ N, 10° 53′ 3″ O