Hünstollen

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Hünstollen
Höhe 423,7 m ü. NHN
Lage Landkreis Göttingen, Niedersachsen, Deutschland
Gebirge Göttinger Wald, Leinebergland
Koordinaten 51° 34′ 45″ N, 10° 3′ 5″ OKoordinaten: 51° 34′ 45″ N, 10° 3′ 5″ O
Hünstollen (Niedersachsen)
Hünstollen
Besonderheiten Hünstollenturm (AT)

Der Hünstollen ist ein 423,7 m ü. NHN[1] hoher Berg im Nordosten des Göttinger Waldes im Landkreis Göttingen in Südniedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hünstollen ist ein bewaldeter Berg knapp 1,7 km nordwestlich von Bösinghausen, einem nördlichen Ortsteil von Waake. Sein Gipfel liegt auf der Gemarkung von Bovenden. Er sticht aus der steilen Schichtstufenkante des Göttinger Walds, einem südlichen Teil des Leineberglands, spornartig nach Osten vor. Der Berg ist, zum Beispiel von Bösinghausen kommend, nur auf Wanderwegen zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Steilhänge an drei Stellen geschützt, bot sich das Gelände des Hünstollen für die Errichtung einer Befestigung hervorragend an. Die ungeschützte Westseite wurde durch drei hintereinander gestaffelte Ringwall-Graben-Linien abgeriegelt, wobei der innerste Wall aus dem Versturzmaterial einer Natursteinmauer besteht. Der geschützte großflächige Innenraum diente der Bevölkerung der Umgebung des Bergs mit ihrer Habe als Fluchtburg in unsicheren Zeiten.

Wie die Ergebnisse kleinerer Grabungen von 1905 und 1959 zeigen, finden sich hier nur sporadische Besiedlungsreste. Die zum Teil in der Anlage der Befestigungswälle während der Grabungen erkannte Zweiphasigkeit bestätigte sich durch geborgene Funde: Keramikreste und wenige Metallfunde lassen sich zum einen in die ältere vorrömische Eisenzeit (ca. 500 v. Chr.) zum anderen in das hohe Mittelalter (9.–12. Jahrhundert) datieren.

Tourismus und Aussichtsturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aussichtsturm auf dem Bergsporn des Hünstollen

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts dient der Hünstollen mit seiner Waldlandschaft der Erholung im Göttinger Stadtwald, weshalb der Göttinger Verschönerungsverein 1882 auch eine Schutzhütte auf dem Gipfel errichtete. Bereits ein Jahr später wurde diese durch den Gastwirt Finke vom Struthkrug um ein weiteres Häuschen ergänzt und es wurde jeweils sonntags ein Ausschank durchgeführt. 1913 hatte bereits der Holzeroder Gastwirt Heinrich Degenhardt den Ausschank übernommen. Er beteiligte sich am Bau eines Aussichtsturmes durch den Göttinger Verschönerungsverein, indem er die Kosten für die Fundamentierung des Sockels übernahm. Der Bau erfolgte durch die Zimmerei Heinrich Kolle aus Holzerode, welche auch 1924 und 1934 Renovierungen von Schutzhütte und Turm durchführte. Eine weitere Renovierung erfolgte 1950. 1972 wurde dann noch einmal kräftig in den Turm investiert.[2] Er wurde um 7 Meter erhöht, um den Ausblick über die hochgewachsenen Baumwipfel zu erhalten. Des Weiteren wurde er mit einem Dach versehen. Nachdem die Bewirtschaftung aufgegeben wurde, verfiel die Schutzhütte. Heute sind nur noch der Turm und einige Sitzbänke und Tische vorhanden.

Von der Aussichtsplattform des Turms lassen sich in Richtung Osten Teile des Untereichsfelds sowie Teile des Harzes (einschließlich Brocken) überblicken. Nach Südosten blickt man zum Ohmgebirge, in Richtung Süden zum Aussichtsturm Harzblick nahe der Mackenröder Spitze, nach Südwesten zum Kaufunger Wald, nach West-Südwesten zum Gaußturm auf dem Hohen Hagen im Dransfelder Stadtwald und nach Nordwesten zum Solling.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Meyer, Katja Lorenz, Andreas Mölder, Roland Steffens, Wolfgang Schmidt, Thomas Kompa, Anne Wevell von Krüger: Naturwälder in Niedersachsen. Schutz und Forschung. Band 2 - Niedersächsisches Bergland. Leinebergland-Druck, Alfeld 2015, ISBN 978-3-00-050091-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. siehe Infotafel am Turm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]