Ohmgebirge

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Ohmgebirge
Nordausläufer des Ohmgebirges direkt südlich von Holungen

Nordausläufer des Ohmgebirges direkt südlich von Holungen

Höchster Gipfel Birkenberg (533,4 m ü. NN)
Lage Landkreis Eichsfeld, Thüringen, Deutschland
Teil der Haupteinheit Unteres Eichsfeld, Weser-Leine-Bergland
Einteilung nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Ohmgebirge (Thüringen)
Ohmgebirge
Koordinaten 51° 28′ N, 10° 20′ OKoordinaten: 51° 28′ N, 10° 20′ O
Gestein Muschelkalk
Fläche 80 km²
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p5

Das Ohmgebirge ist ein bis 533,4 m ü. NN[1] hoher und etwa 80 km² großer Muschelkalk-Tafelberg[2] des Untereichsfelds im Landkreis Eichsfeld, Nordthüringen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ohmgebirge, dessen südöstliche Ausläufer die Bleicheröder Berge sind, liegt im Landkreis Eichsfeld an der Nahtstelle zum Landkreis Nordhausen. Es befindet sich zwischen Weißenborn-Lüderode im Norden, Bleicherode im Südosten, Worbis im Süden und Teistungen im Westen und breitet sich zwischen den Oberläufen der Helme im Norden und der Wipper im Süden aus. Im Norden und Westen schließt sich das Untereichsfeld an, weiter im Süden der Höhenzug des Dün und im Südwesten der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Die wellige Hochfläche des Ohmgebirges wird für Ackerbau und Weidewirtschaft genutzt, der größte Teil, besonders die steilen Randbereiche, sind mit Kalkbuchenwäldern bewachsen. Außerdem finden sich Kalkmagerrasenflächen und wildwachsende Eiben.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der naturräumlichen Gliederung Deutschlands wird das Ohmgebirge nach Blatt Kassel wie folgt zugeordnet:[3][4]

Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie benutzt eine etwas gröbere eigene, nur landesweit existierende Gliederung, innerhalb derer die Landschaft Ohmgebirge-Bleicheröder Berge in der Einheit Nordthüringer Buntsandsteinland liegt.[5]

Die Muschelkalk-Höhenzüge Ohmgebirge und Bleicheröder Berge sind in beiden Einteilungen als ein zusammenhängender Einzelnaturraum ausgewiesen. Sie stellen eher eine durch das Untere Eichsfeld unterbrochene Fortsetzung der nordwestlichen Randplatte des Thüringer Beckens dar.

Benachbarte Naturräume sind im Uhrzeigersinn betrachtet:

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ohmgebirge (und die südöstlich anschließenden Bleicheröder Berge) sitzen als Zeugenberge mit einer Muschelkalkschichtstufe der umgebenden Buntsandsteinhügellandschaft auf. Die Schichtstufe leitet häufig mit Felsabbrüchen zur welligen Ohmgebirgs-Hochfläche über. Beispiele sind der Hübelstein bei Breitenworbis und die 30 m hohe Hauröder Klippe. Im Bereich der Ohmgebirgs-Grabenzone zwischen Worbis und Holungen liegen verschiedene Gesteine vor, unter anderem auch Kreide. Die Grabenzone ist der zentrale Teil der Ohmgebirgsmulde, die das Thüringer Becken nach Nordwesten begrenzt.[6] Den Sockel des Ohmgebirges bildet der Röt mit seinem lehmig-tonigen und wasserundurchlässigen Charakter, jene Erhebungen auf der Hochfläche bestehen aus Oberem Muschelkalk, während zwischen Worbis, Kirchohmfeld und Kaltohmfeld Keuper- und Kreidesedimente zu finden sind. Jene Muschelkalkschichten zeigen sich äußerst zerklüftet und wasserdurchlässig, aufgrund dessen nur wenige kleine Fließgewässer existieren, welche zum Teil noch auf der Hochfläche wieder versickern. Die ausgewaschenen Gipslager im Stufenbildner Röt führen häufig zu Einbrüchen, Erdfällen und Suberosionen in den oberen Deckenschichten.

Berge und Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Birkenberg, von Kaltohmfeld aus gesehen, höchste Erhebung auf der Hochfläche des Ohmgebirges.
Der Ohmberg (links) und die Sonder (rechts) am Nordostrand des Ohmgebirges
Die Hasenburg bei Haynrode

Zu den Bergen und Erhebungen des Ohmgebirges im engeren Sinne und dessen Ausläufer nach Norden und Osten, die bereits benachbarten Naturräumen zugerechnet werden, gehören − mit Höhe in Meter über Normalnull (NN):[1]

  • Birkenberg (533,4 m), höchster Berg des Ohmgebirges und guter Aussichtsberg nördlich von Kaltohmfeld
  • Bornberg (529,7 m), nördlich von Kirchohmfeld
  • Ohmberg (528,7 m), westlich von Hauröden
  • Kälberberg (524,7 m), südlich von Kaltohmfeld
    • Oberberg (496,5 m)
    • Mittelberg (449,9 m)
  • Ochsenberg (514,6 m), westlich von Kaltohmfeld
  • Sonder (512,9 m), südlich von Holungen
  • Trogberg (502,9 m), südöstlich von Wehnde
  • Oberberg (496,5 m), nordöstlich von Worbis
  • Schwarzenberg (491,4 m), südöstlich von Brehme
  • Hasenburg (487,4 m), südöstlicher Zeugenberg, nördlich von Buhla
  • Sonnenstein (485,6 m), nordwestlich von Holungen
  • Mittelberg (475,8 m), weiter nördlich von Wintzingerode
  • Heinrichsberg (478,4 m), nordwestlich von Kirchohmfeld
  • Himberg (474,0 m), westlich von Haynrode
  • Mittelberg (465,9 m), zwischen Kaltohmfeld und Breitenworbis
  • Fernstein (464,0 m), östlich von Ferna
  • Langenberg (462,6 m), nördlich von Kirchworbis
  • Ziegenrück (460,8 m), höchster Berg der Bleicheröder Berge, südlich von Buhla
  • Haferberg (460,7 m), östlich von Kirchohmfeld
  • Krantberg (455,6 m), nördlich von Holungen
  • Haarburg (453,1 m), südöstlicher Zeugenberg, südöstlich von Haynrode
    • Wehenberg (440,8 m)
  • Kanstein (435,5 m), nordwestlich von Worbis
  • Rottersberg (420,6 m), nordwestlich von Worbis
  • Winkelberg (415,2 m), östlich von Jützenbach
  • Die Hardt (400,9 m), nördlich von Worbis
  • Großer Heuberg (389,0 m), nordwestlich von Bischofferode
  • Steinberg (385,8 m), östlicher Ausläufer, westlich von Werningerode (OT von Steinrode)
  • Buchenberg (383,5 m), nordöstlich von Brehme
  • Bauerberg (361,6 m), östlicher Ausläufer, östlich von Werningerode (Grenzbereich zum Landkreis Nordhausen)
  • Stadtberg (351,2 m), nördlicher Ausläufer, südwestlich von Jützenbach
  • Hühnerberg (349,9 m), östlicher Ausläufer, südlich von Bischofferode
  • Sommerberg (342,1 m), nördlicher Ausläufer, nördlich von Brehme
  • Nonnecke (338,5 m), nordwestlicher Ausläufer, westlich von Wehnde

Für diese und weitere siehe Absatz Ohmgebirge des Artikels „Liste von Bergen und Erhebungen in Thüringen“.

Fließgewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ohmgebirge ist das Ursprungsgebiet von Hahle, Helme, Wipper, Brehme und Bode. Durch das Ohmgebirge verläuft die Elbe-Weser-Wasserscheide. Der Westteil des Gebirges entwässert über Hahle und Brehme zur Leine und Weser, die Bode und ihre Nebenbäche, sowie die Wipper entwässern den Ostteils des Ohmgebirges. Sie zählen zum Einzugsgebiet der Elbe.

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Kirchohmfeld im Winter

Zu den Ortschaften im und am Ohmgebirge gehören:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Bodenstein von Osten aus gesehen.

Bis zum Endes des 19. Jahrhunderts wurde das Ohmgebirge noch Ohmberg (auch Ohmberge) genannt, die Hochfläche wurde auch als Ohmfeld bezeichnet. Vom Ohmfeld sind die Ortsnamen Kalt- und Kirchohmfeld abgeleitet, sowie der mittelalterliche Ohmfeldgau. Am Nordrand des Ohmgebirges verlief die Stammesgrenze zwischen thüringischen und sächsischen Volksstämmen, welche vermutlich mit einer Landwehr geschützt wurde. Darüber hinaus existierten am Gebirgsrand mehrere Wallburgen und Befestigungsanlagen, von denen noch die Burg Bodenstein und die Wehnder Warte erhalten sind. Noch heute bildet diese Besiedlungsgrenze die Sprachgrenze zwischen dem Niederdeutschen und dem Mitteldeutschen im Eichsfeld.

Auf Grund seiner Höhenlage befand sich zu Zeiten der DDR auf dem Birkenberg eine Radarstation der Sowjetarmee, welcher mittlerweile abgerissen und renaturiert wurde. Erhalten geblieben sind lediglich der Schlagbaum zur ehemaligen Garnison und die bis zu sechs Meter hohen aufgeschütteten Fundamente der Radaranlagen.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Südwestrand des Ohmgebirges zum Hohen Meißner

Das Gebiet des Ohmgebirges bietet zahlreiche touristische Ausflugsmöglichkeiten. Sehenswürdigkeiten sind:

Die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren Buchenmischwäldern, ihrem Artenreichtum an Flora und Fauna ist ideal für Ausflüge und Wanderungen. Von den Aussichtspunkten Sonnenstein bei Brehme, Hauröder Klippen, Kälberberg bei Kaltohmfeld, der Burg Bodenstein und der Wehnder Warte sind weite Aussichten bis zum Harz, Kyffhäuser, oberes und unteres Eichsfeld sowie das obere Leinebergland möglich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Hiekel, W. u. a. (2004): Die Naturräume Thüringens, S. 160
  3. Hans-Jürgen Klink: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 112 Kassel – Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969 → Online-Karte
  4. Das Ohmgebirge ist im vorliegenden Blatt 112 nur am Randbereich erfasst, während der Hauptteil auf Blatt 113 Sondershausen gelegen hätte, dessen Nichterscheinen 1969 bereits beschlossen war.
  5. Walter Hiekel, Frank Fritzlar, Andreas Nöllert und Werner Westhus: Die Naturräume Thüringens. Hrsg.: Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG), Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt. 2004, ISSN 0863-2448.
    Naturraumkarte Thüringens (TLUG) – PDF; 260 kB
    Landkreisweise Karten (TLUG)
  6. Dietrich Franke: Regionale Geologie in Ostdeutschland – Ein Wörterbuch 2011 Regionalgeologie Ost

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ohmgebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien