Waake

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Waake
Waake
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Waake hervorgehoben
51.55527777777810.056388888889248Koordinaten: 51° 33′ N, 10° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Samtgemeinde: Radolfshausen
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 7,9 km²
Einwohner: 1315 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 166 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37136
Vorwahl: 05507
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ
Gemeindeschlüssel: 03 1 52 027
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hacketalstr. 5a
37136 Waake
Webpräsenz: www.waake.de
Bürgermeister: Johann-Karl Vietor (CDU)
Lage der Gemeinde Waake im Landkreis Göttingen
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Über dieses Bild
Waake mit Blick auf das Harzvorland
Tieplatz in Waake

Waake ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Radolfshausen im Landkreis Göttingen in Niedersachsen (Deutschland) mit einem der wenigen noch erhaltenen, einst für diese Region typischen Tieplätze.

Waake, das sich auf 7,9 km² Fläche erstreckt, hat insgesamt 1372 Einwohner, davon 968 in Waake und 404 im Ortsteil Bösinghausen.

Geografie[Bearbeiten]

Waake liegt etwa 9 km ost-nordöstlich von Göttingen im Nordostteil des Göttinger Walds. Durch die Gemeinde fließt der Bach Aue, ein westlicher Zufluss der Suhle. Sie ist von einem Abschnitt der B 27 durchzogen, die in West-Ost-Richtung Göttingen und Ebergötzen miteinander verbindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Waake 1013 als Gutsbesitz des Marienklosters zu Hildesheim.

Im 12. Jahrhundert war es Teil des Herzogtums Sachsen, später ging es in das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg über.

Die Herren von Uslar verpfändeten im 14. Jahrhundert das Dorf. Abgaben waren von der Bevölkerung jedoch auch an Herren von der Plesse und an den Landgrafen von Hessen zu zahlen.

Ein Konflikt zwischen der nach Autonomie strebenden Stadt Göttingen und Waake ergab sich im 14. Jahrhundert, als sich Göttingen von Waake als landesherrlichen Stützpunkt bedroht sah. In einem anschließenden Versöhnungsbrief an den Rat der Stadt erscheint 1312 Konemundus dictus de Hilckerode, der als Inhaber des Gutes und Hauses zu Waake (in villa Wakene), gilt und damit über Güterbesitz in Waake verfügte. 1385 wird in den Urkunden von Bertold von Hildekerode berichtet, einem vermeintlichen Nachfolger des Konemundus. In ebendieser Zeit benannte sich auch die Familie von Waken nach dem Dorf. Ein Vertreter dieses Geschlechtes, Cunemund von Waken, stiftete 1341 gemeinsam mit dem Scholaster Heinrich von Grone die Magdalena-Vikarie zu Nörten-Hardenberg[2].

1700 wurde das Rittergut Waake mit allen Nutzungsrechten von den Herren von Uslar-Gleichen an den hannoverschen Oberforst- und Jägermeister Hartmann Ludwig von Wangenheim als Lehen übertragen. Gutsverwalter in Waake und Gerichtsverwalter aus Göttingen vertraten den in Hannover ansässigen Adel. Das Gut mit seinen Stallungen und dem Schloss (heute zu sehen an der B 27 Ortsausgang Richtung Göttingen) war also herrschaftlicher und administrativer Mittelpunkt des Dorfes. Das Rittergut umfasste im 18. Jahrhundert knapp 480 Morgen Ackerland und 40 Wiesen. In den weiteren Jahren wurde das Gut allmählich vergrößert, so kamen 1820 das Vorwerk Neuwaake und 1823 das Gut Kescheroe, welches 285 Morgen Ackerland und drei Wiesen besaß, hinzu. Weiterhin wurde der Zehnt vom Gut Kescheroe beansprucht, die ein Ausmaß von 3500 Bauernland hatte. Das gesamte Areal des Rittergutes Waake erreichte seine maximale Ausdehnung mit 750 Morgen Land und 35 Morgen Wiesen, ohne das Gut Kescheroe, durch stetige Gebietserwerbungen in der Mitte des 18. Jahrhunderts[3]. Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Gemüse wurden angebaut und daneben eine intensive Viehzucht betrieben. Der Ort Waake besaß zu dieser Zeit den Charakter eines Spinner- und Tuchmacherdorfes, welcher es mit sich brachte, dass man auf den Wirtschaftsareal zur Wollgewinnung auch durchgehend eine tausendköpfige Schafherde hielt. Eine Brauerei und Brennerei sind ebenfalls für diese Zeit bezeugt, die jedoch nicht von Erfolg gekrönt, ihren Betrieb schnell wieder einstellten.

Mit finanzieller Unterstützung der Wangenheims wurde 1714 das Waaker Kirchenschiff neu gebaut.

1851 wurde das Gut freies Eigentum der Familie Wangenheim, zehn Jahre später Familienfideikommiss.

Waake ist seit der kommunalen Neugliederung von 1973 eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Radolfshausen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurde die Nachbargemeinde Bösinghausen eingegliedert. Am 1. Januar 1973 wurde Falkenhagen in die Gemeinde Landolfshausen eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten]

Die letzten drei Gemeinderatswahlen am 11. September 2011,[5] am 10. September 2006 und am 9. September 2001[6] führten zu folgenden Ergebnissen:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Gemeinderatswahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
46,04 %
28,51 %
25,45 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-2,88 %p
+9,92 %p
+1,09 %p
-8,12 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 46,04 5 48,92 5 63,77 7
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 28,51 3 18,59 2
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,45 3 24,36 3 25,06 3
FDP Freie Demokratische Partei 8,12 1 11,17 1
gesamt 100,0 11 100,0 11 100,0 11
Wahlbeteiligung in % 69,05 64,06

Sehenswertes[Bearbeiten]

Aussichtsturm und Fluchtburg Hünstollen[Bearbeiten]

Der nordwestlich von Bösinghausen im Göttinger Wald auf dem Berg Hünstollen, auf dem früher eine von einer Ringwallanlage umgebene Fliehburg existierte, stehende Aussichtsturm ist ein herausragender Aussichtspunkt, weil von dort Teile des Untereichsfelds sowie des Harzes (einschließlich des Brockens) einzusehen sind.

Aussichtsturm Harzblick[Bearbeiten]

Auch der Aussichtsturm Harzblick, der unweit vom benachbarten Landolfshausen-Mackenrode nahe der Mackenröder Spitze im Göttinger Wald steht, stellt einen guten Aussichtspunkt ebenfalls mit Blick zum Harz dar.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort ist über die Bundesstraße 27 (Abschnitt Braunlage–Göttingen) erreichbar, die seit August 2015 Waake nördich umgeht. Die alte Straße ist über die Anschlussstellen Waake-West und Waake-Ost an die dreispurige autobahnähnliche Ortsumgehung angeschlossen. Die Anschlussstellen sind jeweils nur in eine Richtung angelegt, sodass es nicht möglich ist, von Waake aus auf die Ortsumgehung zu gelangen. Bösinghäuser müssen in Richtung Göttingen, wo Anschluss an die Bundesautobahn 7 besteht, weiterhin Waake durchfahren.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Oscar Döring (1844–1917), deutsch-argentinischer Mathematiker und Agrarmeteorologe
  • Adolf Döring (1848–1925), deutsch-argentinischer Chemiker, Geologe und Zoologe

Literatur[Bearbeiten]

  • Michaela Fenske: Ein Dorf in Unruhe. Waake im 18. Jahrhundert. Bielefeld 1999.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waake – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Georg Heinrich Klippel: Göttingen und seine Umgebungen. Ein Taschenbuch vorzüglich fuer Studirende und Reisende. 2, Rosenbusch, Göttingen 1824, S. 81.
  3.  Hans-Jürgen Gerhard, Hans-Jürgen Gerhard / Alexander Engel (Hrsg.): Preise im vor- und frühindustriellen Deutschland : Nahrungsmittel - Getränke - Gewürze - Rohstoffe und Gewerbeprodukte. Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07291-8, S. 44.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 208.
  5. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/152403_000043/index.html
  6. http://wahlen.kds.de/2006kw/Daten/RAD/6_MAIN_E_GRW_WAAKE_2006.html