HMS Southampton (C83)

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HMS Southampton (C83)
HMS Southampton.jpg
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Leichter Kreuzer
Klasse Town-Klasse
Bauwerft John Brown, Clydebank
Baunummer 542
Bestellung l. Juni 1934
Kiellegung 21. November 1934
Stapellauf 10. März 1936
Indienststellung 6. März 1937
Verbleib am 11. Januar 1941 östlich Malta versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
180,6 m (Lüa)
178,3 m (KWL)
170,4 m (Lpp)
Breite 18,9 m
Tiefgang max. 5,2 m
Verdrängung 9100 ts Standard
11350 ts maximal
 
Besatzung 748 Mann
Maschine
Maschine 4 Admiralty-Dreitrommel-Kessel
4 Parsons-Turbinen
Maschinen-
leistung
75.000 PS (55.162 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
32 kn (59 km/h)
Propeller 4
Bewaffnung
Panzerung

Gürtel 76-102 mm, Deck 51 mm,
Drillingstürme 25-51 mm

Sensoren

1940: Type-279-Radar

Die HMS Southampton (C83) war ein Leichter Kreuzer der neuen Town-Klasse von 1936 und gehörte zur ersten Gruppe von fünf Schiffen dieser Klasse, die nach ihr auch als Southampton-Klasse bezeichnet wurden. Ursprünglich sollte das Schiff wie die vorangegangenen kleinen Kreuzer einen Namen aus der griechischen Mythologie erhalten und nach einem Kyklopen Polyphemus genannt werden. Sie war das fünfte Schiff der Royal Navy, das nach der Stadt Southampton benannt wurde. Ihre Namensvorgängerin Southampton war ein Kreuzer der vorangegangenen Town-Klasse, der sich 1914 bis 1916 in der Nordsee auszeichete und das Ende seiner Dienstzeit als Flaggschiff 1921 bis 1924 auf der East Indies Station verbrachte.

Der neue Kreuzer wurde wie der Namensvorgänger bei John Brown in Clydebank gebaut und am 6. März 1937 mit der Kennung C83 einen Tag nach dem Schwesterschiff Newcastle von der Royal Navy abgenommen.

Die Southampton nahm im Weltkrieg an vielen Operationen teil. Am 11. Januar 1941 wurde sie östlich von Malta von mehreren Bomben getroffen. Das schwer beschädigte und antriebslose Schiff wurde schließlich von begleitenden Schiffen versenkt.

Geschichte der Southampton[Bearbeiten]

Der Entwurf der Kreuzer der neuen Town-Klasse war von den Bestimmungen der Londoner Flottenkonferenz von 1930 beeinflusst, die die Zahl der Schweren Kreuzer limitierte. Die drei Vertragsstaaten von 1930 (Großbritannien, Japan, USA) versuchten in der Folge, Leichte Kreuzer mit einer erlaubten Hauptbewaffnung von höchstens 6,1-Zoll-(15,5-cm)-Geschützen zu bauen, die Schweren Kreuzern an Größe und Kampfkraft gleichkamen. In Japan wurden geplante Schwere Kreuzer mit fünf 155-mm-Drillingstürmen als Mogami-Klasse fertiggestellt. Die US Navy entwickelte die neue Brooklyn-Klasse mit ebenfalls fünfzehn 6-Zoll-Geschützen. Diese Kreuzer sollten durch die erhöhte Zahl der Geschütze, die leichteren Geschosse ausgleichen. Die Royal Navy setzte bei der neuen Town-Klasse auf vier 6-Zoll-Drillingstürme gegenüber den zuvor gebauten Leichten Kreuzern der Leander-Klasse mit vier Zwillingstürmen und den Kreuzern der zuletzt bestellten Arethusa-Klasse mit nur drei Zwillingstürmen dieses Kalibers.

Der neue Kreuzer wurde am 1. Juni 1934 bestellt und wie der Namensvorgänger bei John Brown in Clydebank gebaut. Der Neubau mit der Baunummer 542 wurde am 21. November 1934 begonnen und lief am 10. März 1936 als zweites Schiff der neuen Klasse vom Stapel. Am 6. März 1937 wurde die Southampton mit der Kennung C83 einen Tag nach dem Schwesterschiff Newcastle von der Royal Navy abgenommen.

Einsatzgeschichte[Bearbeiten]

Die in Dienst gestellte Southampton kam als Flaggschiff zur 2nd Cruiser Squadron bei der Home Fleet. Dieses Kreuzergeschwader nahm 1937 auch noch die Schwesterschiffe Newcastle, Sheffield und Glasgow in Dienst und wurde 1939 noch mit den beiden Kreuzern der dritten Untergruppe der Town-Klasse (Edinburgh und Belfast) verstärkt.

Kriegseinsätze[Bearbeiten]

Die Southampton stellte schon am 5. September 1939 mit ihren Begleitern den deutschen Frachter Johannes Molkenbuhr (Hugo-Stinnes-Linien, 5294 BRT) 17 Meilen westlich von Stadlandet. Die deutsche Besatzung hatte nach Erkennen der britischen Einheiten die Selbstversenkung des Schiffes eingeleitet, sodass der Zerstörer Jervis nur die Besatzung des Frachters übernehmen konnte und die Jersey die Johannes Molkenbuhr versenkte.[1]
Der Kreuzer war dann meist mit der Humber Force in der Nordsee im Einsatz und wurde am 26. September zum ersten Mal aus der Luft angegriffen [1]. Am 16. Oktober 1939 erhielt die Southampton erstmals einen Bombentreffer, als die I/KG 30 mit Junkers Ju 88-Bombern unter Hauptmann Helmut Pohle Schiffsziele im Firth of Forth angriff und der Kreuzer neben der Edinburgh und dem Zerstörer Mohawk von einem Blindgänger getroffen wurde [2]. Die schwere Bombe schlug nahe einem Pompom-Magazine ein und durchschlug dann drei Decks ehe sie das Schiff wieder verließ, um dann nahe dem Kreuzer im Wasser zu explodieren. Die elektrische Versorgung des Kreuzers fiel eine Weile aus, aber alle Schäden konnten innerhalb von drei Tagen repariert werden.[3] Die Deutschen verloren zwei Maschinen und ihr Befehlshaber Pohle wurde Kriegsgefangener.
Der Kreuzer war wieder einsatzbereit, um sich an den erfolglosen Abfangversuchen gegen die deutschen Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau zu beteiligen, als diese am 23. November 1939 den britischen Hilfskreuzer Rawalpindi südöstlich von Island versenkt hatten und nach diesem Vorstoß wieder in die Heimat zurückliefen. Um den Jahreswechsel wurde der Kreuzer überholt und dabei erstmals mit einem Radar vom Typ 279 für die Luftraumüberwachung ausgerüstet [1][A 1]. Seit der Teilung des 2. Kreuzergeschwaders war die Southampton Flaggschiff des der Home Fleet unterstellten Teils, der das 18. Kreuzergeschwader bildete.

Zwischen dem 7. und 9. April 1940 gehörte die Southampton zu den Überwasserschiffen der Royal Navy vor Norwegen, denen mit unklaren Befehlen keine organisierte Abwehr des deutschen Überfalls auf Norwegen gelang. Insbesondere der Angriff der deutschen Luftwaffe am 9. auf einen von Süden gegen Bergen entsandten Verband um die Kreuzer Southampton Manchester, Glasgow und Sheffield mit 47 Ju 88 des KG 30 und 41 He 111 des KG 26 bestimmte den Rückzug der britischen Einheiten, die nur den Zerstörer Gurkha verloren, aber an weiteren Schiffen Schäden erlitten [4] In der Folgezeit war der Kreuzer am Aufbau alliierter Gegenmaßnahmen in Norwegen beteiligt. Nach Versorgung in Scapa Flow lief er mit der Aurora am 14. April Harstad [A 2] an [5]. Vom 29. April bis zum 1. Mai gehörte der Kreuzer zu den britischen Einheiten die die Räumung von Åndalsnes und Molde unterstützten und übernahm einen Teil der zu evakuierenden alliierten Soldaten[6]. Ab dem 28. Mai unterstützte die Southampton mit ihrer Artillerie den Vormarsch einer polnischen Brigade auf Narvik [7]und dann auch im Juni die Räumung dieses so symbolträchtigen Ortes. Am 7. Juni sicherte das Flaggschiff des 18. Kreuzergeschwaders auch die Rückführung der alliierten Truppen aus Norwegen über Harstad und begleitete den zweiten großen Evakuierungskonvoi als letztes Flaggschiff des britischen Seebefehlshabers Admiral of the Fleet Lord Cork[8].

Ab dem 15. November 1940 verlegte die Southampton dann in das Mittelmeer und gehörte schon am 27. November zu den an der Seeschlacht bei Kap Teulada beteiligten Einheiten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c HMS SOUTHAMPTON - Town-type Light Cruiser
  2. Rohwer: Seekrieg, 16.10.1939 Nordsee
  3. Raven: TOWN Class Cruisers, S. 13
  4. Rohwer: Seekrieg, 9.4.1940 Norwegen
  5. Rohwer: Seekrieg, 13.– 15.4.1940 Norwegen
  6. Rohwer. Seekrieg, 29.– 30.4.1940 Norwegen
  7. Rohwer: Seekrieg, 27./28.5.1940 Norwegen Angriff auf Narvik
  8. Rohwer: Seekrieg, 4.– 10.6.1940 Norwegen Evakuierung von Narvik durch die Alliierten.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Alle frühen britischen Radargeräte wurden zur Luftraumüberwachung entwickelt.
  2. Die nordnorwegische Stadt Harstad auf der größten Insel Norwegens sollte in der Folgezeit das Zentrum des von den Briten und ihren Alliierten gestützten Widerstands gegen die deutsche Besetzung Norwegens werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Gardiner (Hrsg.): Conway's All the World's Fighting Ships. 1922–1946. Conway Press, London 1980, ISBN 0-85177-146-7.
  • Alan Raven: TOWN Class Cruisers, ENSIGN 5, Bivouac Books, London

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HMS Southampton (C83) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien