Hans-Dieter Arntz

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Hans-Dieter Arntz (2008)

Hans-Dieter Arntz (* 24. Juni 1941 in Königsberg) ist ein ehemaliger Lehrer und deutscher Regionalhistoriker. Seit 1975 erforscht er zeitgeschichtliche Fragestellungen des Rheinlandes mit dem Schwerpunkt Eifel und nördliche Voreifel.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arntz besuchte in Bonn das staatliche Beethoven-Gymnasium und studierte nach dem Abitur an den Universitäten Bonn und Köln Sozialwissenschaften, Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaft. Seine Pensionierung erfolgte als Oberstudienrat im Juni 2006 nach 40-jähriger Lehrtätigkeit in der Kreisstadt Euskirchen.

Hans-Dieter Arntz veröffentlicht vor allem in historischen Jahrbüchern sowie Tageszeitungen und hält Vorträge. Seine Bücher konzentrieren sich auf die rheinische Landeskunde sowie Zeitgeschichte und befassen sich hauptsächlich mit dem Nationalsozialismus, der Judenverfolgung und dem Kriegsende 1944/45.

Er gab Empfehlungen zur Benennung von Straßen und Errichtung von Mahnmalen, die an die Opfer des Holocaust und des Zweiten Weltkrieges erinnern. Wegen seiner deutsch-jüdischen Versöhnungsarbeit, die u. a. in Form von Besorgung von vervollständigten Rentenbescheiden, der Zusammenführung jüdischer Familien und Organisation von Treffen mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern erfolgte, erhielt Arntz nationale und internationale Auszeichnungen.

Seine bisherigen Forschungsergebnisse zu den Projekten Josef Weiss aus Flamersheim, der Judenälteste von Bergen-Belsen und Religiöses Leben der Kölner Juden im Ghetto von Riga wurden vom Leo Baeck Institut und Yad Vashem in Jerusalem übernommen.

Mit seinem Buch Ordensburg Vogelsang 1934–1945 – Erziehung zur politischen Führung im Dritten Reich machte Arntz 1986 auf die als „Ordensburg“ bezeichneten Kaderschmieden des Nationalsozialismus aufmerksam. Sein Hauptwerk ist die regionalhistorische Dokumentation Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet. Hier wurden u. a. Gerichtsakten exemplarischer Synagogenbrand-Prozesse und bisher unbekannte Fluchthelfer-Organisationen dargestellt, die bis 1943/44 Flüchtlinge über die Grüne Grenze brachten.

Internationale Anerkennung brachte 2012 das umfangreiche Buch Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen, das als Biographie des Josef Weiss einen neuen Teilaspekt des Holocaust dokumentiert und zusätzlich den gegenwärtigen Stand der diesbezüglichen Bergen-Belsen-Forschung zusammenfasst.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Religiöses Leben der Kölner Juden im Ghetto von Riga. In: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins e.V. Nr. 53, S. 127–152, Köln 1982.
  • Separatismus in der Eifel – Der jüdische Getreidehändler Levano aus Kommern gerät in die Mühlen der deutschen Politik, in: Eifeljahrbuch 1983, S. 34–39, ISSN 0424-687X.
  • JUDAICA – Juden in der Voreifel. Kümpel, Euskirchen 1983; 3., überarbeitete Auflage 1987, ISBN 3-9800787-0-1, 539 Seiten
  • Die Kuchenheimer Judengemeinde. In: Cuchenheim 1084-1984. Bd. 2 (Naturwissenschaftliche und Historische Beiträge). Veröffentlichung des Vereins der Geschichts- und Heimatfreunde des Kreises Euskirchen e.V., A-Reihe, Bd. 14.2, S. 415–432.
  • Kriegsende 1944/1945 – Zwischen Ardennen und Rhein. Kümpel, Euskirchen 1984; 3., ergänzte Auflage 1986, ISBN 3-9800787-1-X, 679 Seiten
  • Ordensburg Vogelsang 1934 - 1945. Erziehung zur politischen Führung im Dritten Reich. Kümpel, Euskirchen 1986, ISBN 3-935221-69-X; 6., überarbeitete und erweiterte Auflage: Helios, Aachen 2010, ISBN 978-3-86933-018-1, 254 Seiten
  • Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet. Kümpel, Euskirchen 1990, ISBN 3-9800787-6-0, 810 Seiten
  • Kriegsende 1944/1945 im Altkreis Euskirchen. Kümpel, Euskirchen 1994; 2., erweiterte Auflage 1995. ISBN 3-9802996-4-3, 358 Seiten
  • Kriegsende 1944/1945 im Altkreis Schleiden. Kümpel, Euskirchen 1995, ISBN 3-9802996-6-X, 368 Seiten
  • Ordensburg Vogelsang – Im Wandel der Zeiten. Helios, Aachen 2007, ISBN 978-3-938208-51-9.
  • Kriegsende – Durch die Voreifel zum Rhein. Helios, Aachen 2007, ISBN 978-3-938208-61-8, 162 Seiten
  • Vogelsang. Geschichte der ehemaligen NS-Ordensburg. Helios, Aachen 2008, ISBN 978-3-938208-71-7.
  • REICHSKRISTALLNACHT. Der Novemberpogrom 1938 in der Eifel und Voreifel. Helios, Aachen 2008, ISBN 978-3-938208-69-4, 196 Seiten
  • Josef Weiss, ein Held in der Zeit des Holocaust. In: Jahrbuch 2008 des Kreises Euskirchen. ISSN 1863-592X, S. 78–86.
  • Ordensburg Vogelsang 1934–1945. In: Deutschland-Archiv. Drittes Reich. Dokumente. Archiv-Verlag, Braunschweig 2009 (Loseblatt-Sammlung). Verlags-Art.- Nr.: 1202900
  • Die Reichskristallnacht in der Kreisstadt Euskirchen. Chronik des Pogroms vom 10. November 1938. In: Jahrbuch 2009 des Kreises Euskirchen. ISSN 1863-592X, S. 34–46.
  • Isidors Briefe. Über die Korrespondenz eines Juden aus Euskirchen. Helios, Aachen 2009, ISBN 978-3-86933-007-5.
  • Der Maler Otto Pankok als Lebensretter im Dritten Reich. Ein Beitrag zur Judenverfolgung in der Eifel. In: Eifel-Jahrbuch 2012, ISBN 978-3-921805-77-0, S. 71–81.
  • Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen. Josef Weiss – würdig in einer unwürdigen Umgebung. Helios, Aachen 2012, ISBN 978-3-86933-082-2, 710 Seiten
  • Dechant Joseph Emonds als „Gerechter unter den Völkern“ gewürdigt. Ehrung eines Judenretters und Pazifisten, in: Jahrbuch des Kreises Euskirchen 2015, S. 19–27.
  • Joseph Emonds - Judenretter und Pazifist aus Terheeg. Der Kirchheimer Dechant Joseph Emonds wird posthum von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ gewürdigt, in: Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V. Nr. 30 (Aus der Geschichte des Erkelenzer Landes.), Erkelenz 2015, S. 146–167, ISBN 978-3-9815182-8-3

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]