NS-Ordensburg Vogelsang

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Übersicht über die Ordensburg.
Blick von Westen von Wollseifen auf die Hundertschaftshäuser (Nr. 17 auf Geländeplan) mit dahinter liegendem Hauptgebäude (Nr. 6) und dem Turm (Nr. 11). Eines der Kameradschaftshäuser (das am höchsten gelegene, links neben Nr. 16) ragt links unterhalb des Hauptgebäudes hervor.
Geländeplan der Burganlage, Stand 2009
Vogelsang ip 2015
Erster Spatenstich zum Bau der Ordensburg Vogelsang
Ankunft zur Kreisleitertagung auf der Ordensburg Vogelsang vom 22. bis 29. April 1937, Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Die NS-Ordensburg Vogelsang ist ein von den Nationalsozialisten in der Eifel oberhalb der Urfttalsperre auf dem Berg Erpenscheid[1] errichteter Gebäudekomplex bei Schleiden-Gemünd in Nordrhein-Westfalen. Die Anlage diente, im Gegensatz zur SS-Junkerschule und zur Reichsführerschule, der NSDAP zwischen 1936 und 1939 als Schulungsstätte für den Nachwuchs des NSDAP-Führungskaders. Der unter Denkmalschutz stehende Teil der Bauwerke umfasst eine Bruttogeschossfläche von mehr als 50.000 Quadratmeter und gilt nach den Parteitagsbauten in Nürnberg mit fast 100 ha bebauter Fläche als die größte bauliche Hinterlassenschaft des Nationalsozialismus in Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Komplex von britischen Streitkräften übernommen, die im umliegenden Gelände einen Truppenübungsplatz einrichteten.[2] Von 1950 bis Ende 2005 wurde die Infrastruktur von belgischen Militärstreitkräften übernommen, die unter dem Namen „Camp Vogelsang“ dort eine Kaserne einrichteten und den Truppenübungsplatz nutzten bzw. verwalteten.

vogelsang ip[Bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2006 ist die Anlage wieder der Öffentlichkeit als „Internationaler Platz vogelsang ip[3] zugänglich, nachdem in dem erweiterten Militärgelände der Nationalpark Eifel, der erste in Nordrhein-Westfalen, errichtet worden war. Nachdem zunächst nur kleinere Baumaßnahmen durchgeführt wurden, läuft seit dem 23. April 2012 bis voraussichtlich Ende 2015 (Ausstellungseröffnung) der Umbau der ehemaligen Ordensburg zu einem Ausstellungs- und Bildungszentrum mit einer NS- und einer Nationalparkausstellung sowie einem neuen Besucherzentrum. Das temporäre Besucherzentrum befindet sich heute im Kulturkino vogelsang ip, dem ehemaligen belgischen Truppenkino auf dem Gelände. Derzeit befindet sich die Anlage Vogelsang noch im Besitz des Bundes, soll aber mit Unterstützung der Landesregierung auf den Kreis Euskirchen übergehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Planung und Bau[Bearbeiten]

1933 forderte Adolf Hitler in einer Rede an der „Reichsführerschule der NSDAP und der Deutschen Arbeitsfront”[4] in Bernau bei Berlin den Bau von neuen Schulen für den „Führernachwuchs“ der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Mit dem Bau wurde der „Reichsorganisationsleiter“ Robert Ley betraut. Ley gab den Bau dreier „Schulungslager“ (NSDAP-Ordensburgen) in Auftrag:

Finanziert wurde der Bau, der größtenteils auf der Gemarkung der Gemeinde Schleiden vollzogen wurde, aus Geldern der enteigneten Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände.

Den Planungsauftrag für Crössinsee und Vogelsang bekam der Kölner Architekt Clemens Klotz. Am 16. März 1934 erfolgte der erste Spatenstich zum „Reichsschulungslager Vogelsang“. Die Bezeichnung NS-Ordensburg für die drei Bauwerke wurde erst ab 1935 üblich. Die Burg Vogelsang wurde im ersten Bauabschnitt von bis zu 1.500 Arbeitern innerhalb von nur zwei Jahren errichtet.

„Burgkommandant“ war zwischen dem 22. September 1934 und dem 1. Juli 1937 Franz Binz, der sich zuvor als Kreisleiter der NSDAP für Schleiden für den Bau eingesetzt hatte.

Zusätzlich zu den auf Vogelsang errichteten Bauwerken waren noch weitaus größere Bauten geplant. Unter anderem sollte ein gigantisches „Haus des Wissens“ als Bibliothek entstehen, das die vorhandenen Gebäude schon alleine mit seiner Grundfläche von 100 m × 300 m buchstäblich in den Schatten gestellt hätte. Darüber hinaus war ein „Kraft durch Freude-Hotel“ mit 2.000 Betten geplant. Auf Vogelsang sollten zudem die größten Sportstätten Europas entstehen. Die teilweise bereits begonnenen Bauarbeiten wurden bei Kriegsbeginn eingestellt.

Folgende Bauwerke wurden geplant und teilweise auch ausgeführt:

  • Der Eingangsbereich mit Tor und zwei Türmen (größtenteils fertiggestellt),
  • Das Haus des Wissens (nur Sockelmauern fertiggestellt),
  • Das Gemeinschaftshaus mit Adlerhof, Turm, Ost- und Westflügel (fertiggestellt, teilweise kriegszerstört),
  • Die Burgschänke (fertiggestellt),
  • Zehn Kameradschaftshäuser für jeweils 50 Zöglinge (fertiggestellt, teilweise kriegszerstört),
  • Vier Hundertschaftshäuser für jeweils 100 Zöglinge (fertiggestellt),
  • Der Thingplatz als Veranstaltungsbühne (fertiggestellt),
  • Sportanlagen mit Tribüne, Turn- und Schwimmhalle (fertiggestellt),
  • Das Feuermal Fackelträger (fertiggestellt),
  • Das Haus der weiblichen Angestellten (fertiggestellt).

Dorf Vogelsang[Bearbeiten]

Reste der Personalwohnungen von Dorf Vogelsang, inzwischen abgerissen

Unweit der Hauptgebäude, auf der anderen Talseite, auf halben Weg nach Wollseifen, war eine nationalsozialistischen Mustersiedlung für die Bediensteten und die Verwaltung geplant. Es sollten 60 Mehrfamilienhäuser entstehen, einschließlich Schule und Kindergarten, ebenso ein Friedhof. Im Endzustand sollten über 4500 Menschen hier leben. Mit dem Beginn des Krieges wurden die Arbeiten eingestellt, 12 Häuser waren bereits gebaut. [5]Nachdem Vogelsang zum Truppenübungsplatz wurde wurden die Häuser ebenso wie Wollseifen als Ziele benutzt und damit zerstört. Heute steht nichts mehr. Die letzten Reste wurden aus Unfallschutzgründen abgetragen und planiert.

Ideologisch-künstlerische Gestaltung[Bearbeiten]

Besuch Hitlers auf der Ordensburg, Aufnahme aus dem Bundesarchiv
Grundriss eines Kameradschaftshauses
Marschierende Männer auf der Ordensburg Vogelsang, 1937

Die meisten Plastiken in Vogelsang – Fackelträger, Der deutsche Mensch und das Sportlerrelief – stammen von Willy Meller. Während die Holzplastik Der deutsche Mensch 1945 verschwunden ist, sind die beiden anderen Plastiken – teilweise beschädigt – bis heute erhalten. (siehe Galerie)

Der Fackelträger am Thing-Platz (auch Sonnwendplatz genannt) ist eine 5 m hohe, martialisch-muskulöse Gestalt des nach der NS-Ideologie zu züchtenden arischen „Herrenmenschen". Die Inschrift auf der Reliefplatte lautet: Ihr seid die Fackelträger der Nation. Ihr tragt das Licht des Geistes voran im Kampfe für Adolf Hitler.

Das Sportlerrelief (1938) aus roter Lava an der Stirnwand der Ehrentribühne ist stark verwittert und weist darüber hinaus Schäden durch Einschusslöcher auf.

Nach einem Besuch Adolf Hitlers im Jahre 1937 wurde das Eingangstor mit dorischen Säulen ohne irgendeine statische Funktion ergänzt. Berichten zufolge ging die Initiative dazu von Hitler selbst aus. Darüber hinaus waren Teppichzyklen von Willy Meller, eine von Ferdinand Liebermann geschaffene Bronzebüste, Adolf Hitler darstellend, oder ein Intarsienbild von dem Kölner Bildhauer Josef Pabst ausgestellt. Ein Marmorputzmosaik von Ernst Zoberbier in der Schwimmhalle und ein Gobelin von Peter Hecker, „Siegfrieds Tod“ und „Der Kampf in Etzels Saal“ darstellend, vervollständigten die nationalsozialistische Propagandakunst, deren „Lehrmeister“ im Umfeld Werner Peiners und der Hermann Göring Meisterschule für Malerei zu suchen sind.[6]

Schulungsburg der NSDAP, 1936 bis 1939[Bearbeiten]

Am 24. April 1936 wurden die drei Ordensburgen in einem Festakt an Adolf Hitler übergeben. Wenig später rückten die ersten 500 NS-Junker auf Vogelsang ein. Die Lehrgangsteilnehmer kamen aus ganz Deutschland. Sie waren auf Vorschlag der Gauleitungen von Robert Ley handverlesen ausgewählt worden. Die meisten waren Mitte 20. Voraussetzung waren erste Bewährung in der Parteiarbeit, völlige körperliche Gesundheit, Arbeits- und Militärdienst sowie ein Abstammungsnachweis welcher bis ins 18. Jahrhundert zurückreichte. Weiterhin mussten die Bewerber auf Anordnung von Robert Ley verheiratet sein, dagegen interessierten ihre schulischen Leistungen überhaupt nicht. Den Bewerbern war bei ihrem Eintritt versprochen worden, dass sie nach Abschluss der Ausbildung jedes Regierungs- und Verwaltungsamt in Deutschland bekleiden könnten.

Der Stundenplan sah vor: 6:00 Uhr Frühsport, 7:00 Uhr Fahnenappell, 8:00 bis 10:00 Uhr Arbeitsgemeinschaften, 10:00 bis 12:00 Uhr Vortrag im großen Hörsaal durch Gast- oder Hauptlehrer, nachmittags Sport, 17:00 bis 18:30 Uhr Arbeitsgemeinschaften, 22 Uhr Zapfenstreich. In den Hauptvorlesungen zu den Themen Rassenkunde und „Geo-Politik“ wurden die Junker mit aggressiven außenpolitischen und rassistischen Thesen indoktriniert. Daneben gab es intensive sportliche Schulung, der Schwerpunkt dieser Ausbildung lag bei der Ordensburg Vogelsang auf dem Reitsport.

Die Lehrgänge auf den NS-Ordensburgen sahen auch eine Pilotenausbildung vor. Zu diesem Zweck wurden Flugplätze an allen drei Burgen gebaut. Der Vogelsanger Flugplatz entstand in der Nähe des Walberhofes, nahe der Ortschaft Schleiden-Morsbach.

Nach der Eröffnung des Schulbetriebs nutzte die politische Prominenz des Dritten Reichs Vogelsang auch als Repräsentationsort. Adolf Hitler sowie weitere führende Mitglieder des NS-Staates besuchten mehrfach die Ordensburg. Auf Wunsch der Parteileitung in Berlin wurde die Ordensburg Vogelsang von insgesamt 16 Bunkern des Westwalls gesichert, deren Reste noch heute erkennbar sind und am 1. Dezember 2006 unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Kommandanten[Bearbeiten]

Nutzung durch die Wehrmacht ab 1939[Bearbeiten]

Beim Kriegsausbruch im September 1939 wurden die Junker entlassen, die Burg Vogelsang wurde der Wehrmacht übergeben. Diese nutzte die Bauwerke zweimal als Truppenquartier: einmal beim Westfeldzug 1940, danach im Rahmen der Ardennenoffensive im Dezember 1944. Geübt wurde u. a. ab 1940 auf dem Truppenübungsplatz Elsenborn. Im Rahmen des Westfeldzuges wurde das Flugfeld am Walberhof mit einbezogen.

Ab 1941 waren auf Vogelsang mehrere Klassen sogenannter Adolf-Hitler-Schulen untergebracht.

1944 bestand dort ein Wehrertüchtigungslager, in dem 15 bis 16 Jahre alte Jugendliche aus der Hitlerjugend militärisch ausgebildet wurden. Durch alliierte Luftangriffe wurden einige Gebäude zerstört, darunter der Ostflügel und die Turnhalle.

Kaserne/Truppenübungsplatz ab 1946[Bearbeiten]

Zur allgemeinen Geschichte des Truppenübungsplatzes siehe Truppenübungsplatz Vogelsang.

Militärischer Wegweiser zur Kaserne "Camp Vogelsang"[8]
Belgisches Kasernengebäude „Van Dooren"
Gelände des Truppenübungsplatzes Vogelsang

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges Anfang 1946 erwog die britische Militärverwaltung zeitweilig den Abriss der Ordensburg als herausragendes Symbol des Nationalsozialismus. Im September 1946 beschlagnahmten die Briten 42 km² Land rings um die Ordensburg als Truppenübungsplatz. Das Dorf Wollseifen wurde zum Sperrgebiet erklärt und durch Schießübungen und Brände nahezu vollständig zerstört. Im Jahr 1950 wurde der Truppenübungsplatz („Training Area“ Vogelsang) mitsamt der ehemaligen Ordensburg von den Briten an die belgischen Streitkräfte übergeben.

Das belgische Militär nutzte das umgebende Gelände ab 1950 ebenfalls als Truppenübungsplatz und errichtete in der Anlage der ehemaligen Ordensburg weitere Gebäude, so den Unterkunftsblock „Van Dooren“, Tankstelle, Truppenunterkünfte für übende Truppen und weitere Nebengebäude zum „Camp Vogelsang“. Bis ca. 1953 waren dort belgische Infanterie- und Artilleriesoldaten in Bataillonsstärke stationiert[9]. Die Kasernenanlage diente aber im weiteren nur noch der umfangreichen Übungsplatzkommandantur, dem Unterhalt der Kasernen und der Infrastruktur des Truppenübungsplatzes sowie der Aufnahme und Versorgung der übenden Truppen inkl. der Waffen und Geräte. Für den Bau der Soldatenunterkunft "Van Dooren" wurden die bereits fertiggestellten Sockel- und Außenmauern des von den Nationalsozialisten geplanten Hauses des Wissens genutzt, so dass der gewinkelte Baustil dem Bau der Gebäude aus der NS-Zeit ähnelt. Auf dem benachbarten Fundament eines geplanten Hörsaales wurde das belgische Truppenkino (später Theater) errichtet.

Auf der Ordensburg Vogelsang selbst wurden von der belgischen Militärverwaltung behutsame Rekonstruktionen der kriegszerstörten Bausubstanz vorgenommen. Beseitigt wurden nur die Hoheitsabzeichen des Dritten Reiches, im Wesentlichen Hakenkreuze.

Mit Gründung der NATO und Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland übten auch andere NATO-Einheiten auf dem Übungsplatz. Dazu bezogen sie teilweise auch Truppenunterkünfte innerhalb der Kasernenanlage. Von 1957 bis 1975 gab es ein deutsches Verbindungskommando, von 1997 bis 2005 einen Deutschen Militärischen Vertreter (DMV) die innerhalb der Kasernenanlage stationiert waren.[10] Zum Jahresende 2005 endete die militärische Nutzung von „Camp Vogelsang“.

Zivile Nutzung seit 2006[Bearbeiten]

Nach Aufgabe des Truppenübungsplatzes steht das Areal der ehemaligen Ordensburg mit den gewaltigen Bauwerken seit dem 1. Januar 2006 einer zivilen Nutzung offen und kann tagsüber besichtigt werden, ein Teil der umliegenden Flächen ist durch Rad- und Wanderwege erschlossen. Seit Herbst 2009 schafft die Victor-Neels-Brücke über den Urftsee – eine 150 m lange Stahlkonstruktion, benannt nach dem belgischen Camp Vogelsang-Kommandanten 1970-1980 – eine Verbindung zwischen Vogelsang und dem Rad- und Wanderwegenetz zwischen Urft-Sperrmauer, Gemünd und dem Kermeter.

Die 2005 gegründete „Vogelsang ip gemeinnützige GmbH“ hat sich die Umgestaltung und die Erarbeitung verschiedener neuer Nutzungskonzepte der gesamten Anlage zur Aufgabe gemacht.

Ein temporäres Besucherzentrum mit Restauration wurde bereits 2006 in der ehemaligen Kantine der Burg (Ostflügel) eingerichtet und 2008 erweitert. Es finden regelmäßig (meist täglich) mehrsprachige Führungen für Gruppen und Privatpersonen statt, die am Besucherzentrum starten (derzeit am Kino). Zudem finden regelmäßig Besteigungen des 48 m hohen Turmes statt, von dem die Besucher einen guten Ausblick auf den gesamten Nationalpark genießen können (bis 2014 nicht möglich wegen Umbauarbeiten). Zudem werden sämtliche Gebäude und Skulpturen durch weithin sichtbare, gelbe Informationstafeln erklärt und zwei Rundgänge (Hang- und Plateaurundgang) ausgeschildert.

Neben dem historischen Hallenbad ist das Jugend-, Natur- und Umweltbildungshaus „Transit 59“ des Roten Kreuzes, das Rotkreuz-Museum vogelsang ip und das restaurierte Kino aus den 50er Jahren schon eröffnet und mit jeweils eigenen Bildungsprogrammen belebt.

Es ist geplant, die Verwaltung des Nationalparks Eifel in den Gebäuden des Malakoff genannten Torbereichs im Eingang zur Anlage unterzubringen.

denkmalgeschütztes belgisches Truppenkino

Seit dem 23. April 2012 bis voraussichtlich Ende 2015[11] (Ausstellungseröffnung) läuft der Umbau zum neuen Forum Vogelsang, nachdem bereits 2011 das belgische Truppenkino aus den 1950er Jahren saniert wurde. In diesem befindet sich bis zur Fertigstellung des Forums das temporäre Besucherzentrum. Beim Umbau sollen ein neues, zentrales Besucherzentrum, eine Ausstellung auf 800 m² zur Geschichte der NS-Ordensburg in Verknüpfung mit allgemeinen Themen des Nationalsozialismus, eine große Nationalpark-Ausstellung sowie zusätzliche Wechselausstellungen in den bisher leerstehenden und ungenutzten Kellerräumen der Ordensburg untergebracht werden. Vom Adlerhof soll dann ein neuer Eingang zu den Kellerräumen in Form einer mit einem grünlichen Glasaufbau überdachten Treppe errichtet werden. Dieser Entwurf wurde auf Basis der Ergebnisse eines internationalen Architekturwettbewerbs im Jahr 2008 ausgewählt. Das ehemalige Kino selbst soll nach den Umbauarbeiten für Veranstaltungen genutzt werden und zudem Kernstück eines neuen Tagungszentrums werden; neben den bereits heute zu Tagungszwecken genutzten Räumen des Forums West und Ost.

Das Hallenschwimmbad aus der NS-Zeit, das auch das belgische Militär nutzte, sollte nach 2006 ursprünglich in eine Bar verwandelt werden,[12] wurde schließlich aber erhalten, restauriert und wird heute durch den lokalen Schwimm- und Sportverein Vogelsang aus Schleiden wieder genutzt. Es ist Teil der umfangreichen Sportanlage, deren Sanierung noch bevorsteht.

Unklar ist hingegen die Zukunft der belgischen Kasernengebäude „Van Dooren". Aufgrund der hohen Unterhaltungskosten könnte das nicht genutzte Gebäude mittelfristig abgerissen werden (außer den Fundamenten aus der NS-Zeit).

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Dieter Arntz: Vogelsang – Geschichte der ehemaligen Ordensburg. Helios-Verlag, Aachen 2008, ISBN 978-3-938208-71-7.
  • Hans-Dieter Arntz: Ordensburg Vogelsang… im Wandel der Zeiten. Helios-Verlag, Aachen 2007, ISBN 978-3-938208-51-9.
  • Hans-Dieter Arntz: Ordensburg Vogelsang 1934–1945. In: Deutschland-Archiv. Drittes Reich. Dokumente. Archiv-Verlag, Braunschweig 2008 (Loseblatt-Sammlung).
  • Hans-Dieter Arntz: Ordensburg Vogelsang. 1934 – 1945. Erziehung zur politischen Führung im Dritten Reich. 6. Auflage. Helios-Verlag Aachen 2010, ISBN 978-3-86933-018-1.
  • Paul Ciupke, Franz-Josef Jelich (Hrsg.): Weltanschauliche Erziehung in Ordensburgen des Nationalsozialismus. Zur Geschichte und Zukunft der Ordensburg Vogelsang. Klartext, Essen 2006, ISBN 3-89861-713-0 (Geschichte und Erwachsenenbildung. Bd. 20).
  • Franz Albert Heinen: NS-Ordensburgen. Vogelsang, Sonthofen, Krössinsee. Ch. Links Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86153-618-5.
  • Franz Albert Heinen: Gottlos, schamlos, gewissenlos. Zum Osteinsatz der Ordensburg-Mannschaften. Gaasterland-Verlag, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-935873-27-7.
  • Franz Albert Heinen: Vogelsang. Von der NS-Ordensburg zum Truppenübungsplatz. Eine Dokumentation. 4. Auflage. Helios-Verlag, Aachen 2006, ISBN 3-933608-46-5.
  • Franz Albert Heinen: Vogelsang. Im Herzen des Nationalparks Eifel. Ein Begleitheft durch die ehemalige „NS-Ordensburg“. Gaasterland Verlag, Düsseldorf 2006, ISBN 3-935873-11-5 (Freizeitführer Rheinland).
  • Franz Albert Heinen: Ordensburg Vogelsang. Die Geschichte der NS-Kaderschmiede in der Eifel. Christoph Links Verlag GmbH, Berlin 2014, ISBN 978-3-86153-777-9.
  • Monika Herzog: Architekturführer Vogelsang. Ein Rundgang durch die historische Anlage im Nationalpark Eifel. Edition B, Köln 2007. ISBN 978-3-9807179-0-8
  • Alexander Kuffner: Zeitreiseführer. Eifel 1933–1945. Helios-Verlag, Aachen 2007, ISBN 978-3-938208-42-7.
  • Ruth Schmitz-Ehmke: Die Ordensburg Vogelsang. Architektur, Bauplastik, Ausstattung. 2. veränderte und erweiterte Auflage. Rheinland-Verlag, Köln 2003, ISBN 3-7927-1877-4 (Arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege 41).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: NS-Ordensburg Vogelsang – Sammlung von Bildern
 Commons: Truppenübungsplatz Vogelsang – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Topographische Karte Schleiden 1893. Abgerufen am 30. März 2013.
  2. Die Geschichte von Vogelsang. Abgerufen am 30. März 2013.
  3. Internationaler Platz vogelsang ip. Abgerufen am 25. Mai 2015.
  4. Schulungsort für den Massenmord auf www.bpb.de
  5. Dorf Vogelsang
  6. Ruth Schmitz-Ehmke: Die Ordensburg Vogelsang. Architektur, Bauplastik, Ausstattung. Köln 1988, S. 55ff.
  7. Heinen: NS-Ordensburgen. C. H. Links Verlag, 2011, S. 67, 68.
  8. Kamp Vogelsang – een nostalgische terugblik! Jean Claessens, Stijn Bollen, abgerufen am 25. Mai 2015 (niederländisch, private Website).
  9. Vogelsang. In: Belgische Garnisonen/Standorte in Deutschland ab 1945. Museum der Belgischen Streitkräfte in Deutschland, abgerufen am 25. Mai 2015.
  10. Deutsche Bundeswehr auf dem NATO-Truppenübungsplatz Vogelsang/Eifel. Abgerufen am 30. März 2013.
  11. Forum Vogelsang Sanierung und Umbau bis August – Eröffnung im Dezember. Vogelsang ip, abgerufen am 2. August 2015.
  12. Der Eifelturm soll gelb zu Tale leuchten. Abgerufen am 30. März 2013.

50.5844444444446.4480555555556Koordinaten: 50° 35′ 4″ N, 6° 26′ 53″ O