Hans-Wilhelm Ebeling

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Hans-Wilhelm Ebeling bei der Stimmabgabe zur Volkskammerwahl 1990
Ebeling bei einer CDU-Wahlparty zur Volkskammerwahl
am 18. März 1990 in Leipzig

Hans-Wilhelm Ebeling (* 15. Januar 1934 in Parchim) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (DSU, CDU). Er war Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit der DDR im Kabinett von Lothar de Maizière.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Forst/Lausitz absolvierte Ebeling von 1952 bis 1954 eine Schlosserlehre beim Reichsbahnausbesserungswerk Cottbus. Von 1954 bis 1957 studierte er Maschinenbau an der Technischen Universität Dresden und von 1957 bis 1962 Evangelische Theologie an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Danach war er bis 1964 Vikar in Vetschau, 1964–1976 Pfarrer in Lieberose und ab 1976 an der Thomaskirche in Leipzig.

Er galt den staatlichen Stellen der DDR gegenüber als besonders loyal und wurde einem anderen Leipziger Pfarrer von Stasi-Offizieren als Beispiel problemloser Zusammenarbeit genannt. Während in anderen Kirchen der Innenstadt seit 1982 Friedensgebete stattfanden, blieb die Thomaskirche bis zum 9. Oktober 1989 der Protestbewegung verschlossen. Von Christian Führer zu Solidarität mit den anderen Pfarrern aufgefordert, versuchte er noch Anfang Oktober 1989, das bevorstehende Montagsgebet zu verhindern. Erst unter großem Druck, der Kirchenvorstand der Thomaskirche erzwang eine Abstimmung, ließ er am 9. Oktober die Kirchentore öffnen.[1]

Nach der Wende war er neben Peter-Michael Diestel Mitbegründer der Christlich-Sozialen Partei Deutschlands (CSPD) und 1990 der Deutschen Sozialen Union (DSU), deren Vorsitzender er wurde. Er war von März bis Oktober 1990 Abgeordneter der Volkskammer und von April bis Oktober Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Im Juli trat er aus der DSU aus. Bis zum Vorruhestand 1991 war er Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Hans-Wilhelm Ebeling wurde 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hans-Wilhelm Ebeling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Immer loyal. In: Der Spiegel. Nr. 11, 1990, S. 22 u. 23 (online12. März 1990).