Hans Halter

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Hans Halter (* 8. April 1938 in Bad Muskau[1]) ist ein deutscher Medizinjournalist und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Halter studierte Medizin und ist approbierter Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Nachdem er eine Zeitlang als Arzt gearbeitet hatte, ging er in den Journalismus. Er war mehr als 30 Jahre als Reporter für den Spiegel tätig, und arbeitete hauptsächlich zu medizinischen Themen. So berichtete er 1982 als erster deutschsprachiger Journalist über die Immunschwächekrankheit Aids.[2]

Für seine OP-Reportage Das Spenderherz darf nicht sterben im Spiegel wurde er 1983 mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet.[3]

Halter schrieb in den 1980er Jahren über das Aufkommen von HIV und AIDS und wurde für die Art seiner Berichterstattung vielfach kritisiert. Die Deutsche AIDS-Hilfe nannte seine Artikel „für ihre Schärfe und an die Grenze der Hetze reichende Tendenz berüchtigt.“ Er zeichne „in regelmäßigen Abständen das Bild vom promisken Schwulen, der ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit seiner Triebbefriedigung nachkommt und so zur Bedrohung für die Gesellschaft wird.“[4] Der Medienjournalist und frühere Spiegel-Autor Stefan Niggemeier konstatiert: „Halter malte sich und uns im »Spiegel« ganz konkret das von Schwulen verursachte bevorstehende Ende der Menschheit aus. […] Die Zahlen, die Halter als Fakten ausgab, waren grandios übertrieben. […] Viele Schilderungen Halters lassen sich als Ausdruck übler Schwulenfeindlichkeit lesen“.[5]

Halter lebt heute in Berlin und ist freiberuflich als Autor und Herausgeber tätig. In seiner Zeit als Student in Berlin war er als Fluchthelfer tätig, wie 2011 bekannt wurde.[6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor:

  • Ich habe meine Sache hier getan - Leben und letzte Worte berühmter Frauen und Männer. Bloomsbury, Berlin 2007, ISBN 3-8270-0697-X.
  • Krieg der Gaukler - das Versagen der deutschen Geheimdienste. Steidl-Verlag, Göttingen 1993, ISBN 3-88243-246-2.
  • Ihr Recht als Patient - Grundsatzurteile, Fallbeispiele, Rechtswege, Selbsthilfegruppen. Econ, Düsseldorf 1987, ISBN 3-612-21200-1.
  • Das grosse ADAC-Gesundheitsbuch. ADAC-Verlag, München 1982, ISBN 3-87003-202-2. (Auch erschienen al Das grosse Gesundheitsbuch. Orbis-Verlag, München 1991.)

Als Herausgeber:

  • Todesseuche AIDS. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1985, ISBN 3-499-33067-9.
  • Vorsicht, Arzt! - die Krise der modernen Medizin, zusammen mit Klaus Franke, Gisela Oehlert, und Jürgen-Peter Stössel. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1981, ISBN 3-499-33010-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angabe von Ort und genauem Datum auf der Website "Kulturpixel", eigene Seite über Halter (Memento vom 23. November 2010 im Internet Archive)
  2. Editorial. In: SPIEGEL special 07/1996, online unter http://www.spiegel.de/static/spon1996/andere_spiegel/spec_ed.html
  3. Egon-Erwin-Kisch-Preis: Alle Preisträger im Überblick, online unter http://www.stern.de/unterhaltung/buecher/509895.html
  4. Deutsche AIDS-Hilfe kritisiert Auszeichnung des SPIEGEL mit Akzeptanz-Preis (28. Januar 2013)
  5. Stefan Niggemeier: Die Schwulen bringen uns allen den Tod: Die Lust des »Spiegel« an der Apokalypse durch Aids (5. Juli 2013)
  6. Angaben in einer Rezension Halters über Veigel, Wege durch die Mauer in der Süddeutschen Zeitung, siehe [1]@1@2Vorlage:Toter Link/sz-shop.sueddeutsche.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.