Harald Kreutzberg

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Harald Kreutzberg (1950)

Harald Kreutzberg (* 11. Dezember 1902 in Reichenberg; † 25. April 1968 in Muri bei Bern) war ein deutscher Tänzer und Choreograf. Kreutzberg zählte zu den wichtigsten Vertretern des Ausdruckstanzes in Deutschland – er war der bekannteste Schüler von Mary Wigman.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harald Kreutzberg – Sohn eines in Deutschland aufgewachsenen US-Amerikaners aus Pennsylvania – erhielt schon als Kind Ballettunterricht und trat bereits 1908, im Alter von sechs Jahren, am Lobetheater in Breslau auf.

Im Anschluss an den Besuch der Oberrealschule ließ sich Kreutzberg an der Kunstgewerbeschule Dresden zum Graphiker und Zeichner ausbilden. Parallel zur Ausbildung nahm er Ballettunterricht in einer Laiengruppe an der Mary Wigman-Tanzschule u.a. bei Berthe Trümpy, wo seine außerordentliche Begabung und tänzerische Kreativität auffielen. 1922 absolvierte er die Abschlussklasse und ging 1923 an das Opernhaus Hannover, wo er als Solotänzer und mit vielen eigenen Choreografien auftrat.

1923 lernte er den Komponisten und Pianisten Friedrich Wilckens kennen, mit dem ihn eine lebenslange Zusammenarbeit als Klavierbegleiter, Manager und Freund verband. 1924 wechselte Kreutzberg gemeinsam mit Max Terpis zur Berliner Staatsoper. Dort war ein erster großer Erfolg der Zusammenarbeit mit Friedrich Wilckens das Ballett Don Morte nach Edgar Allan Poe, das 1926 von Max Terpis inszeniert wurde. Nach der Musik von Friedrich Wilckens tanzte Harald Kreutzberg die Rolle des Hofnarren. Dafür rasierte er sich den Kopf, was später zu seinem Markenzeichen wurde.[1]

In Berlin entdeckte ihn Max Reinhardt, der ihn 1926 für die Salzburger Festspiele verpflichtete. Im Anschluss an die Festspiele unternahm Harald Kreutzberg zusammen mit Yvonne Georgi eine erste erfolgreiche Tournee in die USA. Weitere Gastspiele in den USA machten Kreutzberg als Galionsfigur des German Dance weltberühmt. 1934 begab er sich mit der amerikanischen Tänzerin Ruth Page auf Welttournee über Hawaii, Japan, Shanghai bis nach Wladiwostok. Von dort kehrten die Tänzer mit der Transsibirischen Eisenbahn zurück nach Wien und Berlin.

Kreutzberg setzte seine Künstlerkarriere während der NS-Zeit ohne Unterbrechung fort. Selbst völlig unpolitisch, ließ Kreutzberg sich von den Nationalsozialisten als Aushängeschild für das deutsche Kulturleben benutzen und wurde zu einem der meistgeehrten und bestverdienenden Künstler Nazideutschlands. Er unternahm trotz des Krieges zahlreiche Gastspiele in Europa und den USA, wo er auch an Hochschulen lehrte. In Deutschland wirkte er auch in einigen Spielfilmen mit, so in dem 1943 produzierten Film Paracelsus in der Regie von G. W. Pabst. 1941 wurde Kreutzberg zum Leiter der Staatlichen Akademie für Tanzkunst in Wien ernannt.

Nach 1945 konnte Kreutzberg seine Karriere als Tänzer fortsetzen. 1955 gründete er eine eigene Tanzschule in Bern. 1959 gab er sein Abschiedsgastspiel bei Willy Maertens im Hamburger Thalia-Theater, wo er noch einmal sein künstlerisches und tänzerisches Können demonstrierte.

Harald Kreutzbergs Nachlass wird im Deutschen Tanzarchiv Köln aufbewahrt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bauernball-Kalender Bimmelbach 1921. 15 Holzschnitte. Herausgegeben von der Akademie für Kunstgewerbe. Rau, Dresden 1920.
  • Über mich selbst. Hammann, Detmold 1938.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien über ihn:

  • Emil Pirchan: Harald Kreutzberg. Sein Leben und seine Tänze. Frick, Wien 1941, 3. Auflage 1956.
  • Frank-Manuel Peter (Hrsg.): Der Tänzer Harald Kreutzberg. Hentrich, Berlin 1997.

Lexikoneinträge:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Harald Kreutzberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gregor Herzfeld: Poe in der Musik. Eine versatile Allianz. Waxmann, Münster 2013, ISBN 978-3-8309-7923-4, S. 196 (Google books)