Wenigenjena

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

50.93244511.600409Koordinaten: 50° 55′ 57″ N, 11° 36′ 1″ O

Wenigenjena
Stadt Jena
Höhe: 140–170 m ü. NN
Fläche: 5,02 km²
Einwohner: 10.876 (10. Okt. 2010)[1]
Postleitzahl: 07749
Vorwahl: 03641
Wenigenjena (Thüringen)
Wenigenjena

Lage von Wenigenjena in Thüringen

Karl-Liebknecht-Straße in Wenigenjena (Richtung Innenstadt)

Karl-Liebknecht-Straße in Wenigenjena (Richtung Innenstadt)

Schillerkirche

Wenigenjena ist ein Ortsteil der Universitätsstadt Jena in Thüringen.

Lage[Bearbeiten]

Wenigenjena liegt östlich vom Stadtzentrum Jena und östlich der Saale. Der Stadtteil ist über die Camsdorfer Brücke und die Saalebrücke der Wiesenstraße zu erreichen. Weiterhin begrenzt die neue Führung der Bundesstraße 7 den Ortsteil gen Norden. Dort berühren sich die Grenzen zu Kunitz/Laasan, dann weiter in östlicher Richtung mit Jenaprießnitz/Wogau, dann südlich das Kernberggebiet und Ziegenhain, Stadtmitte und Jena Nord folgen (siehe dazu die Skizze).

Auf einer Fläche von 5,02 km² leben 10.876 Einwohner (Stand: 10. Oktober 2010). Einst führte die Bundesstraße 7 über die Camsdorfer Brücke mitten durch den Ortsteil. Mit der Brücke Wiesenstraße fand man Entlastung.

Geschichte[Bearbeiten]

Wenigenjena („Klein-Jena“) wurde an der die Saale querenden Furt eines alten Ost-West-Handelsweges angelegt. Hier sind jungslawische Siedlungsgruben nachgewiesen.[2] Den ältesten Friedhof in Jena, der bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht, hat man im Bereich der Kirche Unserer lieben Frauen in Wenigenjena entdeckt. Der Stadtarchäologe Matthias Rupp nimmt deshalb an, dass in Wenigenjena der Ursprung und das erste Siedlungsgebiet Jenas liegt. Rechts der Saale befindet sich der Jenzig mit seinen steilen und felsigen Flanken. Man fand in seiner Erde Funde aus der Bronze- und Eisenzeit. Er hat einst eine befestigte Höhensiedlung mit kultischer Bedeutung getragen.[3] Wenigenjena wurde 1257 erstmals urkundlich erwähnt.[4] Camsdorf erwähnte man am 25. April 1369 erstmals urkundlich.[5] Am 22. April 1890 beschließt der Bezirksausschuss einstimmig, die Jenaer Vororte Camsdorf und Wenigenjena, die auf der rechten Saaleseite liegen, zusammenzulegen. Beschluss des Staatsministeriums Sachsen - Weimar dazu am 9. Juli 1891. Die Zusammenlegung sollte am 1. Januar 1891 in Kraft treten; im Jahr 1909 wurde Wenigenjena nach Jena eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gemeindezentrum "Albert Schweitzer"

Die Schillerkirche "Unserer Lieben Frau", eine Saalkirche die im 14./15. Jahrhundert erbaut wurde, ist das ursprüngliche Kirchgebäude in Wenigenjena. Durch die Camsdorfer Brücke, die über die Saale führt, ist Wenigenjena mit dem Stadtzentrum von Jena verbunden. An dieser Brücke liegt das historische Gasthaus Grüne Tanne. Seit 1960 gibt es in Wenigenjena außerdem das Gemeindezentrum "Albert Schweitzer", das über den Kirchenradweg Jena - Thalbürgel mit der Schillerkirche verbunden ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wenigenjena auf jena.de
  2. Matthias Rupp: Die vier mittelalterlichen Wehranlagen auf dem Hausberg bei Jena. Städtische Museen Jena, 1995, ISBN 3-930128-22-5, S. 17
  3. Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer- Vorchristliche Kultstätten und Kultverdachtsplätze in Thüringen. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 187
  4. Kurt Zahn: Zur Geschichte von Wenigenjena und Camsdorf von der Ersterwähnung 1257 bis zur Eingemeindung in die Stadt Jena 1909: Familienregister und Häuserbuch. Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung
  5. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 310 und 48
  6. Richard Hoche: Putsche, Karl Eduard. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 26, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 746 f.