Heather O’Rourke

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Grabstein von Heather O’Rourke

Heather Michele O’Rourke (* 27. Dezember 1975 in San Diego, Kalifornien; † 1. Februar 1988 ebenda)[1] war eine US-amerikanische Kinderdarstellerin, die durch ihre Rolle als Carol Anne in der Poltergeist-Trilogie bekannt wurde. Sie hatte anschließend zwischen 1982 und 1983 eine wiederkehrende Rolle in der Sitcom Happy Days und trat als Gaststar in Fernsehserien wie Fantasy Island, CHiPs oder Matt Houston sowie in zwei Fernsehfilmen auf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

frühes Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heather Michele O’Rourke wurde am 27. Dezember 1975 als zweite Tochter von Kathleen und Michael O’Rourke in San Diego geboren. Ihre ältere Schwester Tammy O’Rourke war seit 1980 ebenfalls als Schauspielerin tätig. Heather war bereits seit ihrem dritten Lebensjahr in verschiedenen Fernsehspots zu sehen. Unter ihnen waren auch bekannte Marken wie Mattel oder McDonald’s.[2]

O’Rourke wurde 1980 im Alter von vier Jahren von Steven Spielberg entdeckt, der für seinen geplanten Poltergeist-Film nach einer Schauspielerin suchte, die für die Rolle der fünfjährigen Carol Anne geeignet war. Obwohl er sie zunächst für zu jung hielt, änderte er nach einem Interview und einem Schrei-Test seine Meinung und gab ihr die Rolle. Ursprünglich war Drew Barrymore für die Rolle der Carol Anne im Gespräch. Sie bekam stattdessen die Hauptrolle in Spielbergs E.T. – Der Außerirdische.[3]

Filmkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Jahr nach ihrer Entdeckung durch Spielberg hatte O’Rourke 1981 ihre erste Nebenrolle als Schauspielerin in einer Folge der Fernsehserie Fantasy Island.

Im Juni 1982 wurde der erste Poltergeist-Film veröffentlicht und O’Rourkes Ausspruch „They’re he-eere!“ („Sie sind hier!“) wurde zum Bestandteil der US-amerikanischen Popkultur. Das American Film Institute wählte ihn auf Platz 69 ihrer Liste der 100 besten Filmzitate aus US-amerikanischen Filmen.[4] Nach dem großen Erfolg des ersten Teils übernahm O’Rourke die Rolle der Carol Anne auch in den Fortsetzungen aus den Jahren 1986 und 1987.

Von 1982 bis 1983 war sie zwölf Folgen lang Teil der Stammbesetzung der Sitcom Happy Days in der Rolle als Heather Pfister. Sie trat außerdem in Nebenrollen in den Fernsehfilmen Massarati and the Brain sowie … und fanden keinen Ausweg mehr auf.

Krankheit und Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

O’Rourke litt an einer angeborenen Darmstenose, die bereits ab Anfang 1987 zu gesundheitlichen Problemen führte. Sie wurde als Morbus Crohn fehldiagnostiziert und mit Cortison behandelt. Nach Ende der Dreharbeiten für Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen starb O’Rourke am 1. Februar 1988 im Alter von zwölf Jahren an den Komplikationen einer Notoperation infolge eines Darmverschlusses.[1][5] Sie wurde im Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles bestattet.

Wirkung und Nachleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poltergeist III wurde erst vier Monate nach O’Rourkes Tod veröffentlicht und zur Erinnerung an sie gewidmet. Die letzte Szene des Films wurde nach ihrem Tod umgeschrieben und mit einem Double gedreht, das nur von hinten zu sehen war. Es gibt seitens des Darsteller und der Produzenten unterschiedliche Aussagen darüber, ob das ursprünglich geplante Ende bereits gedreht wurde oder O’Rourke noch vor den Dreharbeiten verstarb.[6]

Im Mai 1988 verklagte O’Rourkes Mutter die behandelnden Ärzte sowie das Kaiser Foundation Hospital in San Diego, in der ihre Tochter die Fehldiagnose bekommen hatte.[7] Die Anklage wurde nach Zahlung einer unbekannten Summe niedergelegt.[8]

2008 verwendete der US-amerikanische Fernsehsatellitenbetreiber DirecTV für einen Werbespots Ausschnitte aus Poltergeist mit O’Rourke, die mit neuen Aufnahmen des Poltergeist-Darstellers Craig T. Nelson kombiniert wurden. Der Werbespot traf auf viel Kritik, da DirecTV die bereits seit zwanzig Jahren verstorbene Darstellerin und ihren tragischen Tod vermarkten würde.[9] Laut Aussage des Betreibers sei dies jedoch mit Absprache von O’Rourkes Mutter geschehen, die den Spot als „wundervollen Tribut“ an ihre Tochter verstehen würde.[10]

Bei der Oscarverleihung 2010 wurde als Ehrung eine Filmmontage mit Ausschnitten aus den bekanntesten Horrorfilmen gezeigt, da dieses Genre nur vergleichsweise selten für einen Oscar nominiert wurde. Unter den gezeigten Filmausschnitten war auch Heather O’Rourkes bekannteste Szene aus Poltergeist mit ihrem Ausruf „They’re he-eere!“ zu sehen.[11]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • People Magazine: Gone Too Soon: Remembering 65 Celebrities Who Died Too Young Time Home Entertainment 2007, ISBN 978-1933821177

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heather O'Rourke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Heather O'Rourke, 12; Starred in 'Poltergeist'. In: The New York Times. 3. Februar 1988, abgerufen am 4. Dezember 2014 (englisch).
  2. Heather O'Rourke – MovieActors.com. Abgerufen am 30. April 2016.
  3. Jackie Willis: Drew Barrymore Reveals the Lies She Told Steven Spielberg in an Attempt to Land 'Poltergeist' Part. 6. November 2015, abgerufen am 30. April 2016.
  4. American Film Institute: AFI'S 100 GREATEST MOVIE QUOTES OF ALL TIME. 21. Juni 2006, abgerufen am 28. April 2016.
  5. Burt A. Folkart: Poltergeist' Star Heather O'Rourke Dies at Age of 12. In: Los Angeles Times. 3. Februar 1988, archiviert vom Original am 18. Mai 2011, abgerufen am 4. Dezember 2014 (englisch).
  6. David Furtney: Mystery of the Re-Shot ending. Abgerufen am 30. April 2016.
  7. Bob Baker: Suit Blames Doctors in Death of Young Actress. In: Los Angeles Times. 26. Mai 1988, abgerufen am 29. April 2016.
  8. Ty Burr: Was 'Poltergeist' cursed? 31. Januar 1997, abgerufen am 29. April 2016.
  9. Larry Carroll: GIVEN HEATHER O’ROURKE’S TRAGIC DEATH, DOES DIRECTV’S NEW ‘POLTERGEIST’ COMMERCIAL GO TOO FAR? 7. Oktober 2008, abgerufen am 30. April 2016.
  10. Tim Nudd: Is DirecTV's 'Poltergeist' spot in bad taste? 13. Oktober 2008, abgerufen am 30. April 2016.
  11. Horror at the Oscars (History/Tribute). 28. Februar 2011, abgerufen am 29. April 2016.