Heiko Braak

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Heiko Braak (* 16. Juni 1937 in Kiel) ist ein deutscher Emeritus für Klinische Neuroanatomie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Beiträge zu degenerativen Prozessen des menschlichen Nervensystems befassen sich unter anderem mit der Alzheimer-Krankheit und der Parkinson-Krankheit.

Leben[Bearbeiten]

Braak studierte an der Freien Universität Berlin, der Universität Hamburg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Medizin. Mit einer Doktorarbeit über das Zentralnervensystem der Knorpelfische wurde er 1964 in Kiel zum Dr. med. promoviert.[1] 1969 habilitierte er sich.[2] Er beschrieb eine Ependymstruktur in dem basalen Zwischenhirn der Seekatze Chimaera monstrosa, die er „organon vasculare praeopticum“ nannte.[3] Er untersuchte auch den Hypophysenkomplex des Schwarzen Dornhaies (Etmopterus spinax).[4]

Schwerpunkt seiner Forschung sind die Morphologie und Pathoanatomie des Zentralnervensystem des Menschen, insbesondere die degenerativen Prozesse der Hirnrinde (1980). Aufgrund detaillierter anatomischer Untersuchungen hat Braak 1991 die Alzheimer-Krankheit in sechs Stufen (Braak-Stadien I-VI) eingeteilt, die den systematischen Verlauf der Krankheit verdeutlichen. [5] Eine entsprechende Stufeneinteilung wurde 2003 für die pathoanatomische Veränderungen der Parkinson-Krankheit ausgearbeitet.[6] Braak hat auch die typischen Veränderungen der sogenannten Silberkornkrankheit (Korndemenz) beschrieben.[7] Neuerdings schlagen Braak und seine Kollegen eine „Doppeltreffer-Hypothese“ vor, nach der ein unbekanntes Pathogen die sporadisch auftretende Parkinson-Krankheit durch Eindringen in die Nasen- und Darmschleimhaut verursacht.[8]

Braak ist der Sohn des Philologen Ivo Braak und der Bruder des Bühnenregisseurs Kai Braak.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dissertation: Untersuchungen am Zentralnervensystem von Chimaera monstrosa und Spinax niger.
  2. Habilitationsschrift: Biogene Amine im Gehirn vom Frosch (Rana esculenta).
  3. Braak H: Das Ependym der Hirnventrikel von Chimaera monstrosa (mit besonderer Berücksichtigung des Organon vasculare praeopticum). Zeitschrift für Zellforschung und Mikroskopische Anatomie 60 (1963), 582-608.
  4. Braak H: Über die Gestalt des neurosekretorischen Zwischenhirn-Hypophysen-Systems von Spinax niger. Zeitschrift für Zellforschung und Mikroskopische Anatomie, 58 (1962), S. 265-276.
  5. Braak H, Braak E: Neuropathological stageing [sic] of Alzheimer-related changes. Acta Neuropathologica 82 (1991), S. 239–259.
  6. Braak H, Del Tredici K, Rüb U, de Vos RAI et al.: Staging of brain pathology related to sporadic Parkinson’s disease. Neurobiology of Aging 24 (2004), 197–211.
  7. Braak H., Braak E: Argyrophilic grains: characteristic pathology of cerebral cortex in cases of adult onset dementia without Alzheimer changes. Neuroscience Letters, 76 (1987), S. 124-127.
  8. Hawkes CH, Del Tredici K, Braak H: Review: Parkinson’s disease: a dual-hit hypothesis. Neuropathology and Applied Neurobiology 33 (2007), S. 599–614.
  9. Leopoldina
  10. Heiko Braak, MD, Author of Parkinson's Staging Procedure, Honored with 2014 Robert A. Pritzker Prize
  11. idw-online.de