Heiko Braak

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Heiko Braak (* 16. Juni 1937 in Kiel) ist ein deutscher Emeritus für Klinische Neuroanatomie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Beiträge zu degenerativen Prozessen des menschlichen Nervensystems befassen sich unter anderem mit der Alzheimer-Krankheit und der Parkinson-Krankheit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braak studierte an der Freien Universität Berlin, der Universität Hamburg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Medizin. Mit einer Doktorarbeit über das Zentralnervensystem der Knorpelfische wurde er 1964 in Kiel zum Dr. med. promoviert.[1] 1969 habilitierte er sich.[2] Er beschrieb eine Ependymstruktur in dem basalen Zwischenhirn der Seekatze Chimaera monstrosa, die er „organon vasculare praeopticum“ nannte.[3] Er untersuchte auch den Hypophysenkomplex des Schwarzen Dornhaies (Etmopterus spinax).[4]

Schwerpunkt seiner Forschung sind die Morphologie und Pathoanatomie des Zentralnervensystem des Menschen, insbesondere die degenerativen Prozesse der Hirnrinde (1980). Aufgrund detaillierter anatomischer Untersuchungen hat Braak 1991 die Alzheimer-Krankheit in sechs Stufen (Braak-Stadien I-VI) eingeteilt, die den systematischen Verlauf der Krankheit verdeutlichen.[5] Eine entsprechende Stufeneinteilung wurde 2003 für die pathoanatomische Veränderungen der Parkinson-Krankheit ausgearbeitet.[6] Braak hat auch die typischen Veränderungen der sogenannten Silberkornkrankheit (Korndemenz) beschrieben.[7] Neuerdings schlagen Braak und seine Kollegen eine „Doppeltreffer-Hypothese“ vor, nach der ein unbekanntes Pathogen die sporadisch auftretende Parkinson-Krankheit durch Eindringen in die Nasen- und Darmschleimhaut verursacht.[8]

Braak ist der Sohn des Philologen Ivo Braak und der Bruder des Bühnenregisseurs Kai Braak.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dissertation: Untersuchungen am Zentralnervensystem von Chimaera monstrosa und Spinax niger.
  2. Habilitationsschrift: Biogene Amine im Gehirn vom Frosch (Rana esculenta).
  3. H. Braak: Das Ependym der Hirnventrikel von Chimaera monstrosa (mit besonderer Berücksichtigung des Organon vasculare praeopticum). In: Zeitschrift für Zellforschung und Mikroskopische Anatomie. 60, 1963, S. 582–608.
  4. H. Braak: Über die Gestalt des neurosekretorischen Zwischenhirn-Hypophysen-Systems von Spinax niger. In: Zeitschrift für Zellforschung und Mikroskopische Anatomie. 58, 1962, S. 265–276.
  5. H. Braak, E. Braak: Neuropathological stageing [sic] of Alzheimer-related changes. In: Acta Neuropathologica. 82, 1991, S. 239–259.
  6. H. Braak, K. Del Tredici, U. Rüb, R. A. I. de Vos u. a.: Staging of brain pathology related to sporadic Parkinson’s disease. In: Neurobiology of Aging. 24, 2004, S. 197–211.
  7. H. Braak, E. Braak: Argyrophilic grains: characteristic pathology of cerebral cortex in cases of adult onset dementia without Alzheimer changes. In: Neuroscience Letters. 76, 1987, S. 124–127.
  8. C. H. Hawkes, K. Del Tredici, H. Braak: Review: Parkinson’s disease: a dual-hit hypothesis. In: Neuropathology and Applied Neurobiology. 33, 2007, S. 599–614.
  9. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Heiko Braak (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 1. Juli 2016.
  10. Heiko Braak, MD, Author of Parkinson's Staging Procedure, Honored with 2014 Robert A. Pritzker Prize
  11. idw-online.de