Heinz Klippert

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Heinz Klippert (* 1948 in Steina-Willingshausen) ist ein deutscher Pädagoge, der durch Veröffentlichungen zu Methodik und Schulentwicklung bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klippert studierte Wirtschaftswissenschaften, promovierte zum Dr. rer. pol. und war danach als Lehrer und in der Lehrerausbildung tätig. Seit 1977 ist er Dozent am Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz (vormals: Lehrerfortbildungsinstitut der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz) in Landau in der Pfalz.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Methodentraining bedeutet bei Klippert die Einübung elementarer Lern- und Arbeitstechniken: Informationen beschaffen, erfassen und verarbeiten. Es bedeutet darüber hinaus die Förderung der Kommunikation, Teamentwicklung und letztlich Schulentwicklung. Mehrere deutsche und österreichische Bundesländer beziehen sich in der Lehrerausbildung und -fortbildung auf Klipperts Ansätze.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der wissenschaftlichen Diskussion sind die Arbeiten von Klippert umstritten. Es wird hinterfragt, ob das Training von „Methoden“ tatsächlich möglich ist. Die Forschung zum Problem des oft mangelhaften Transfers von Gelerntem auf Anwendungssituationen lässt es problematisch erscheinen, ob es tatsächlich „generische“ Methoden des Lernens und der Informationserschließung gibt, mit denen Menschen sich Wissen aneignen. Auch mangelt es an empirischen Belegen des Erfolgs des „Methodentrainings“. Den Erfolg von Klippert sehen einige Autoren darin begründet, dass das Bildungssystem mit der heutigen, oftmals desolaten Unterrichtssituation vollkommen überfordert ist und sich deshalb allen Autoren und Trainern zuwendet, die Linderung ihres Leidens versprechen. "Entgegen aller Verlautbarungen seines Ansatzes bestimmen immer noch die Inhalte die Methoden und nicht umgekehrt".[1] Klippert verweist auf eine von der Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegebene Evaluationsstudie. Jedoch genügt diese Studie weder wissenschaftlichen Standards, noch wurden tatsächliche Wirkungen des Methodentrainings gemessen.[2] Neben Messungsproblemen des Erfolgs dürfte auch der richtige Zeitpunkt für die empfohlenen Lernmethoden im pädagogischen Alltag schwer abschätzbar sein. So empfiehlt Klippert Lehrern in einem Zeit-Interview, die häufig gewählte Rolle des Alleinunterhalters zu verlassen. Lehrer sollten stattdessen zum Beispiel im Sinne der Lernspirale Schüler motivieren, sich gegenseitig zu helfen, Begriffe zu klären und das Wesentliche herauszuarbeiten. Anschließend sollen sie Inhalte zusammenfassen oder via Los einem Zufallspartner gegenüber einen Vortrag halten. ".[3] Dies setzt aber voraus, dass Lehrer komplexe gruppendynamische Prozesse für den Einsatz dieser Methode richtig erkennen und die Schüler guten Willens sind. Treffen diese Annahmen nicht zu, kann die Methodenanwendung schnell zu einer Überforderung sowohl von Schülern als auch von Lehrern führen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. - 73.0kb Rosemarie Straub und Eugen Troendlin: Die Methode schäumt; in: GEW -BLZ Nr. 06/2005
  2. Andreas Vogel: "Wahnsinnsmethode oder Methodenwahnsinn?" In: B. Wisniewski, A. Vogel: Schule auf Abwegen - Mythen, Irrtümer und Aberglaube in der Pädagogik. Schneider, Baltmannsweiler 2013, ISBN 978-3-834-01256-2
  3. - Martin Spiewak, Es klippert die Schule; in: Die Zeit, Jg. 2006, Ausg. 14